Chrysler Obama lockt Fiat

US-Präsident Barack Obama hat dem strauchelnden Autobauer Chrysler staatliche Unterstützung für eine Allianz mit Fiat in Aussicht gestellt. "Wir hoffen, es kommt zu einem Zusammenschluss, bei dem die Steuerzahler etwas Geld zuschießen", sagte Obama einen Tag vor Ablauf eines Ultimatums.

Detroit - Jedoch sei noch nicht klar, ob es zu der Allianz komme, fügte Obama hinzu. Zuvor hatte Chrysler-Chef Bob Nardelli in einem Schreiben an die Mitarbeiter von Fortschritten in den Verhandlungen mit Fiat  berichtet. Auch die Bemühungen um zusätzliche Staatshilfen kämen voran, erklärte er in dem Schreiben.

Darin bestätigte Nardelli auch frühere Informationen, wonach sich das US-Finanzministerium mit den größten Gläubigern des Konzerns auf einen Abbau des Schuldenberges geeinigt hat. Die Gläubiger gäben Forderungen über 6,9 Milliarden Dollar gegen eine Barzahlung von zwei Milliarden Dollar auf. Sollte dieser Vorschlag von allen Gläubigern angenommen werden, habe Chrysler ein großes Hindernis aus dem Weg geräumt, erklärte Nardelli.

Zudem wollten die regionalen Gewerkschaftsgruppen noch im Tagesverlauf über eine Einigung auf neue Arbeitsabkommen abstimmen. Chrysler hatte sich am Dienstag generell mit der US-Gewerkschaft UAW auf neue Werksverträge und geringe Abgaben an den Gesundheitsfond für pensionierte Arbeiter verständigt. Im Gegenzug für die Zugeständnisse würde die UAW Anteile von 55 Prozent an Chrysler erhalten, erklärte Nardelli.

Die US-Regierung hat Chrysler bis Donnerstag Zeit für ein neues Sanierungskonzept gegeben, von dem sie weitere Hilfen für die ehemalige Daimler-Tochter abhängig macht. Unter anderem fordert sie von Chrysler ein Bündnis mit Fiat und massive Kostensenkungen. Sollte die Allianz mit Fiat nicht zustande kommen, droht Chrysler die Insolvenz. Fiat ist auch an der deutschen Tochter Opel des angeschlagenen US-Rivalen General Motors  interessiert.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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