Sparplan Daimler-Aufseher kürzen eigene Bezüge

Erst schröpfte Daimler seine Beschäftigten, jetzt zahlen auch die Aufsichtsräte der Krise ihren Tribut - die Aufseher verzichten auf 10 Prozent ihrer Bezüge. Dies ist aber wohl eher als symbolischer Akt zu verstehen. Denn mehr als 280.000 Euro im Jahr bringt der Verzicht der Räte nicht.

Stuttgart - Die Aufsichtsräte des Autobauers Daimler  verzichten wegen der dramatischen Absatzkrise auf 10 Prozent ihrer Bezüge. Dies habe das Aufsichtsgremium am Mittwoch einstimmig beschlossen, bestätigte ein Daimler-Sprecher damit entsprechende Informationen der Nachrichtenagentur dpa. Die Regelung gilt bis zum 30. Juni 2010.

Im vergangenen Jahr bekamen die 20 Aufsichtsräte der Daimler AG insgesamt 2,8 Millionen Euro an Bezügen. 2007 hatte die Vergütung 2,1 Millionen Euro betragen.

Am Dienstag hatte der Premiumhersteller ein Sparpaket verkündet, das mehreren zehntausend Beschäftigten in Deutschland herbe Lohneinbußen abverlangt. Daimler will allein bei den Personalkosten rund zwei Milliarden Euro einsparen. Im ersten Quartal hatten die Stuttgarter wegen der Autokrise einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro eingefahren.

Von Mai an wird bei etwa 60.000 Beschäftigten aus Bereichen wie Verwaltung, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung die Arbeitszeit um 8,75 Prozent ohne Lohnausgleich verkürzt. Für die 60.000 Mitarbeiter, die in den deutschen Werken von Mai an in Kurzarbeit sein werden, wird der Zuschuss zum Kurzarbeitergeld gestutzt.

Außerdem wird die ursprünglich für Mai geplante zweite Stufe der Tariferhöhung auf Oktober verschoben. Die Erfolgsbeteiligung von 1900 Euro für die Mitarbeiter der Daimler AG für 2008 wird vorerst nicht ausbezahlt.

Auch Vorstände und leitende Führungskräfte machen von Mai an Abstriche beim Grundgehalt. Beim Vorstand entspreche dies dem Verzicht auf zwei Monatsgehälter, bei den leitenden Führungskräften einem Monatsgehalt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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