Allianz-Hauptversammlung "Staatseinstieg nicht auf der Agenda"

Der Versicherungskonzern Allianz hat im ersten Quartal unterm Strich so gut wie nichts verdient. Die genauen Zahlen lägen derzeit zwar noch nicht vor, er rechne für die Zeit von Januar bis Ende März aber nur mit einem ausgeglichenen Ergebnis, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Unternehmens.

München - Die Allianz-Gruppe erwartet im ersten Quartal dieses Jahres einen deutlichen Ergebnisrückgang, sieht sich aber für das Gesamtjahr gut gerüstet. Wie der Versicherungskonzern anlässlich der Hauptversammlung (HV) in der Münchener Olympiahalle mitteilte, wurde zwischen Januar und März auf Basis vorläufiger Zahlen ein Umsatz von 27,7 Milliarden Euro erzielt, im Vergleich zu 27,0 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.

Das operative Ergebnis werde voraussichtlich rund 1,3 Milliarden Euro betragen, nach 2,2 Milliarden Euro im ersten Quartal 2008. Die bereits angekündigte Belastung aus dem Verkauf der Dresdner Bank betrage 400 Millionen Euro. 2008 hatte die Dresdner Bank die Allianz mit 6,4 Milliarden Euro belastet. Die ehemalige Tochter hatte die Allianz im Januar für 5,1 Milliarden Euro an die Commerzbank verkauft.

Allianz-Chef Michael Diekmann verteidigte auf der HV den verlustreichen Verkauf der Bank. "Ich bedaure, dass wir unseren strategischen Plan mit der Dresdner Bank nicht verwirklichen konnten", sagte Diekmann am Mittwoch. "Aus unserer Sicht gab es aber keine Alternative zu diesem Verkauf." Die Dresdner Bank sei vor dem Ausbruch der Finanzkrise auf einem guten Weg gewesen, dann aber zunehmend unter Druck geraten.

Kritik an hohen Abfindungen und Bonuszahlungen für Vorstände und Mitarbeiter wies Diekmann zurück. Dies sei notwendig gewesen, um die Bank gerade in der Krise am Laufen zu halten. "Mir liegt auch daran, dass Sie nachvollziehen, dass es keine Abfindungsexzesse gegeben hat". Persönliche Konsequenzen wegen des Debakels bei der Dresdner Bank lehnte Diekmann ab. "Auf die zuweilen gestellte Frage nach personellen Konsequenzen sage ich für mich und meine Kollegen, dass wir unter sehr schwierigen Umständen das Richtige für die Allianz getan haben."

Laut Diekmann sei die Allianz  dank eines aktiven Risikomanagements und einer hohen Liquidität für das laufende Jahr gut gerüstet. Um die Produktivität zu steigern, werde sich der Dax-Konzern nicht an Preiskämpfen beteiligen. "All diesen Anstrengungen zum Trotz wird 2009 kein einfaches Jahr werden", sagte Diekmann.

Auch bei widrigen Marktverhältnissen verfüge der Konzern über genügend Mittel, auf eine Kapitalerhöhung verzichten zu können. "Gar ein Einstieg des Staates steht somit nicht auf unserer Agenda", sagte Diekmann.

Als "besondere Herausforderung" bezeichnete Diekmann das Lebensversicherungsgeschäft in den USA. Mit "harten Kostenschnitten und massiven Produktänderungen" müsse im laufenden Jahr den Marktveränderungen begegnet werden. In Zukunft will der Dax-Konzern seinen Kunden unter dem Dach der Tochter Oldenburgischen Landesbank Bankdienstleistungen anbieten. Die Allianz-Aktie legte bis zum späten Vormittag um 1,1 Prozent auf 68,15 Euro zu.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und ddp

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