Spekulationen Opel und Fiat prüfen Allianz

Der italienische Autobauer Fiat hat einem Zeitungsbericht zufolge Interesse an Opel. Erste Gespräche mit dem Mutterkonzern General Motors seien demnach bereits geführt worden. Zudem kursieren Gerüchte, wonach GM seine Schulden auf Druck der US-Regierung mit Aktien bezahlen soll.

New York/Rom - Fiat  könnte mit den Töchtern des US-Autobauers General Motors (GM)  in Europa und in Lateinamerika eine Allianz eingehen, berichtete das US-Branchenmagazin "Automotive News" unter Berufung auf einen Insider am Freitagabend (Ortszeit). Die Gespräche mit der Opel-Mutter GM seien allerdings noch in einem frühen Stadium.

GM-Chef Fritz Henderson hatte am Freitag von mehr als sechs an einem Einstieg bei Opel interessierten Investoren gesprochen. Namen nannte er aber nicht. Unter den "ernsthaften Interessenten" seien Finanzinvestoren und Branchenvertreter. Sie bekämen nun vertraulichen Einblick in die Bücher.

Ein GM-Sprecher wollte den Bericht zur Allianz mit Fiat nicht kommentieren. GM führe aber grundsätzlich regelmäßig mit anderen Herstellern Gespräche über Themen mit beiderseitigem Interesse, sagte er. Ein Fiat-Sprecher wollte sich auf Anfrage des Magazins nicht äußern.

Die angedachte Partnerschaft würde dem Bericht zufolge die insolvente schwedische GM-Tochter Saab nicht mit einschließen. Für sie sucht GM derzeit einen Käufer. Die mögliche Allianz ändere auch nichts an dem geplanten Einstieg von Fiat bei Chrysler in Amerika, über den zurzeit noch verhandelt wird. Die Italiener drohten zuletzt damit, die Allianz mit Chrysler platzen zu lassen, sollten die Gewerkschaften in den USA und Kanada keine deutlichen Kostensenkungen akzeptieren.

Ein großes Bündnis aus Fiat, den GM-Geschäften in Europa und Lateinamerika sowie Chrysler wäre dem Magazin zufolge zuletzt weltweit auf Platz zwei beim Autoabsatz gekommen. Im vergangenen Jahr haben diese Hersteller demnach zusammen 7,05 Millionen Autos verkauft - nur der Branchenprimus Toyota  aus Japan setzte noch mehr ab.

Opel will sich nach bisherigen Plänen mit Hilfe von Investoren als eigenständige europäische Aktiengesellschaft weitgehend von der Mutter abkoppeln. An der neuen Gesellschaft soll GM nur eine Minderheitsbeteiligung halten. Zu den potenziellen Interessenten gehören früheren Berichten zufolge auch Staatsfonds aus der asiatischen und arabischen Welt.

General Motors und Fiat waren schon einmal Partner. GM hatte sich vor neun Jahren zunächst an Fiat beteiligt mit einer später möglichen kompletten Übernahme. Anfang 2005 stieg GM aber gegen eine Milliardenzahlung wieder aus der Allianz aus.

Zudem nimmt Spekulationen zufolge der Druck auf GM seitens der US-Regierung zu: Der Konzern soll Kreisen zufolge alle seine Schulden gegen Aktien tauschen. Die Regierung von Präsident Barack Obama habe die Opel-Mutter aufgefordert, sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Anleiheinhabern und Gewerkschaften in Höhe von 48 Milliarden Dollar in GM-Wertpapiere umzuwandeln, sagten mit der Situation vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

GM wolle ein entsprechendes Angebot an die größte Auto-Gewerkschaft UAW und die Anleiheinhaber innerhalb von zwei Wochen abgeben, hieß es weiter. Das US-Finanzministerium habe angedeutet, dass auch die staatlichen Notkredite an GM über 13,4 Milliarden Dollar in Aktien umgewandelt werden könnten.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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