Tankerauftrag EADS will Auftrag mit Boeing teilen

EADS gibt in der Auseinandersetzung um den milliardenschweren Tankerauftrag der US-amerikanischen Luftwaffe nach. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern erwägt, sich den Auftrag notfalls mit dem Rivalen Boeing zu teilen. US-Verteidigungsminister Robert Gates sprach von einer "schrecklichen Idee".

Paris/New York - Im Kampf um den Milliardenauftrag des US- Verteidigungsministeriums für Tankflugzeuge ist der Airbus-Konzern EADS  zu Zugeständnissen bereit, wie ein Konzernsprecher bestätigte. Nach einem Bericht der "New York Times" kann sich EADS-Chef Louis Gallois vorstellen, das Geschäft mit dem Rivalen Boeing  zu teilen. Voraussetzung sei allerdings, dass der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern mindestens zwölf Flugzeuge im Jahr bauen dürfe. Diese Zahl sei notwendig, damit sich das in Alabama geplante Werk lohne.

Das US-Verteidigungsministerium hatte EADS und dessen Partner Northrop Grumman den rund 35 Milliarden Dollar (rund 26,8 Milliarden Euro) schweren Auftrag für Tankflugzeuge eigentlich schon zugesprochen. Konkurrent Boeing erzwang jedoch unter Hinweis auf Verfahrensfehler eine Neuausschreibung. Das Verteidigungsministerium brach die Ausschreibung im vergangenen September vor der Präsidentenwahl ab und legte sie in die Hand der nächsten US-Regierung.

Für eine Teilung des Auftrags hatten sich zuletzt bereits US-Abgeordnete ausgesprochen. Sie sehen darin einen Ausweg aus den Vergabeproblemen.

US-Verteidigungsminister Robert Gates ist jedoch strikt gegen eine solche Lösung. Zeitungen zitierten ihn mit den Worten, es sei eine "absolut schreckliche Idee", zwei Produktionslinien zu etablieren. Dies würde Mehrkosten in Milliardenhöhe verursachen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap

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