Privatbanken M.M. Warburg übernimmt Wölbern

Die Konsolidierung in der Privatbankenbranche geht in die nächste Runde: M.M. Warburg übernimmt gemeinsam mit dem Bankenverband das Bankhaus Wölbern. Ob die beiden Hamburger Institute auf Dauer zusammenbleiben, ist allerdings noch unklar.

Hamburg - Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg übernimmt zusammen mit dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) das ebenfalls in Hamburg ansässige Bankhaus Wölbern.

Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits vergangene Woche geschlossen worden, erklärte ein Sprecher von M.M. Warburg am Freitag. Über die Konditionen des Erwerbs sei Stillschweigen vereinbart worden.

Ob Wölbern bei M.M. Warburg bleibt, steht noch nicht fest. Dies solle zusammen mit dem Verkäufer, dem Mediziner und Biotech-Unternehmer Heinrich Maria Schulte, in den nächsten Wochen geprüft werden. Ein besonderes strategisches Interesse verfolge M.M. Warburg mit Wölbern aber nicht.

Auch der Bankenverband wollte auf Nachfrage von manager-magazin.de keine Details über die Hintergründe des Deals nennen. BdB-Sprecher Lars Hofer bestätigte lediglich die Warburg-Aussage, dass über den Verbleib von Wölbern bei M.M. Warburg noch keine Entscheidung gefallen sei. Welcher Partner nun wie viele Anteile an Wölbern halte, wollte der BdB-Sprecher nicht sagen.

Finanzaufsicht Bafin bei Transaktion involviert

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Finanzkreise, dass beim Bankhaus Wölbern - rund 700 Millionen Euro Bilanzsumme und gut 100 Mitarbeiter - in Folge der Krise das Eigenkapital knapp geworden sei. Auch die Finanzaufsicht Bafin sei schon eingeschaltet gewesen, was Bafin-Sprecher Ben Fischer gegenüber manager-magazin.de am Freitag bestätigte. Über die Gründe für den Wölbern-Verkauf, den die Bafin "begrüßt" und für "vernünftig" hält, machte der Sprecher allerdings keine Angaben.

Beim Bankhaus Wölbern, das sich auch auf Nachfrage nicht zu der Transaktion äußern wollte, war es erst kürzlich zu einem Wechsel an der Führungsspitze gekommen. Vorstandschef Eric Hirsch war Anfang Dezember 2008 überraschend aus dem Führungsgremium ausgeschieden. Seit Anfang Januar ist Hans-Detlef Bösel, der früher bei M.M. Warburg für das Investmentbanking verantwortlich war, zusammen mit Heinz Arno Wascheck für die Geschäfte von Wölbern verantwortlich.

2007 hatte sich Wölbern durch die Aufspaltung in das Bank- und das Fondsgeschäft neu strukturiert. Das Emissionshaus Wölbern Invest AG ist nicht von der Übernahme durch M.M. Warburg und den Bankenverband betroffen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.