Krisenticker IWF gewährt Ukraine Milliardenkredit

Kalifornien verzeichnet die höchste Arbeitslosenrate seit 1976. Der IWF greift der Ukraine mit einem milliardenschweren Kredit unter die Arme. Die US-Regierung will General Motors und Chrysler offenbar erneut helfen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.04 Uhr: Die US-Börsen haben zum Wochenausklang leichte Gewinne verzeichnet. Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher bei 8131 Punkten.

21.35 Uhr: Im US-Bundesstaat Kalifornien ist die Arbeitslosenrate wegen der weltweiten Wirtschaftskrise auf den höchsten Stand seit mehr als 30 Jahren geklettert. Im März habe die Arbeitslosigkeit 11,2 Prozent betragen, teilte die Arbeitsagentur des bevölkerungsreichsten Bundesstaates der USA mit. Dies ist der höchste Stand seit Beginn der Statistiken im Jahr 1976.

21.20 Uhr: Die deutsche Maschinenbau-Industrie zeigt sich trotz der krisenbedingten Umsatzeinbußen optimistisch. Der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Manfred Wittenstein, sprach in der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe) von einem vorübergehenden Rückschritt nach zuletzt fünfjährigem Aufschwung. "Langfristig ist der Maschinenbau gut aufgestellt und wird weiter wachsen", sagte der Unternehmer.

20.47 Uhr: Angesichts eines dramatischen Nachfrageeinbruchs beim Stahlkonzern Arcelor-Mittal im rumänischen Galati gilt dort für die 12.000 Beschäftigten ab Dienstag ein fünftägiger Zwangsurlaub in einem rotierenden System. Wie das Unternehmen und Gewerkschafter mitteilten, ist anschließend Kurzarbeit vorgesehen.

20.30 Uhr: Die deutschen Aktien haben sich im späten Parketthandel uneinheitlich entwickelt. Der L-Dax schloss bei 4684,22 Zählern, nachdem der Leitindex auf Xetra bereits um 1,46 Prozent auf 4676,84 Zähler gestiegen war. Der L-MDax notierte zum Ende des Parketthandels aber niedriger bei 5374,70 Punkten. Im Xetra-Handel war der Index der mittelgroßen Werte noch um deutliche 3,20 Prozent auf 5375,44 Punkte geklettert.

20.05 Uhr: US-Notenbank-Chef Ben Bernanke hat mehr Klarheit bei der Kreditvergabe gefordert. Komplexe Vorschriften dürften nicht zur Verschleierung hoher Gebühren genutzt werden, sagte Bernanke auf einer Konferenz der Fed-Zentralbank. Der Währungshüter verwies auf abschreckende Beispiele aus der Kreditkartenbranche und betonte: "In solchen Fällen ist manchmal eine direkte Regulierung, einschließlich des Verbots bestimmter Praktiken, der einzige Weg, für einen angemessenen Schutz zu sorgen."

19.30 Uhr: Die mexikanische Zentralbank hat im Kampf gegen die sich verschärfende Rezession erneut die Zinsen gesenkt. Die Rücknahme um 75 Basispunkte auf 6 Prozent erfolgte trotz einer anhaltend hohen Inflation in Mexiko und verdeutlichte die Sorge der Zentralbank vor weiteren Konjunkturproblemen. Viele Analysten rechnen mit weiteren Zinssenkungen in den kommenden Monaten.

18.35 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Ukraine haben den Weg für weitere Kredithilfen frei gemacht. Nach wochenlangen Verhandlungen einigten sich die Regierung in Kiew und der Fonds am Freitag auf 5,6 Milliarden Dollar in zwei gleich großen Raten. Im Gegenzug muss die Ukraine ihr diesjähriges Haushaltsdefizit auf 4 Prozent begrenzen.

Die Regierung in Kiew verstaatlichte am Freitag sieben Banken, um die Institute zu stützen. Vier der betroffenen Häuser befinden sich bereits unter Gläubigerschutz, die übrigen drei werden von der Regierung im Rahmen der Übernahme dazu gezwungen.

17.45 Uhr: Dank der überraschend guten Zahlen von Citigroup  und General Electric  hat sich der deutsche Aktienmarkt freundlich ins Wochenende verabschiedet. Der Dax beendete den Handelstag 1,46 Prozent höher bei 4676,84 Punkten.

Botswana halbiert Diamantenproduktion

17.15 Uhr: Die USA wollen den Automobilherstellern General Motors  und Chrysler offenbar erneut Geld überweisen. Die Regierung plane, GM weitere 5 Milliarden Dollar und Chrysler 500 Millionen Dollar zu leihen, berichtet die US-Tageszeitung "Detroit News".

17 Uhr: Die Weltleitbörse in New York ist mit Verlusten in den Handelstag gestartet. Der US-Leitindex sank um 0,44 Prozent auf 8090 Zähler. Der Composite-Index  der Technologiebörse Nasdaq  gab um 0,92 Prozent auf 1655 Zähler nach.

16.25 Uhr: Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat die Parteien vor Kürzungen der Sozialleistungen infolge der Wirtschaftskrise gewarnt. "Wir brauchen doch gerade jetzt viel Geld, um wirklich zu helfen. In schlechten Zeiten ist Fürsorge des Staates gefordert. Da sollte man Leistungen nicht kürzen. Genau so, wie man in guten Zeiten gut haushalten und Geld nicht unnötig ausgeben sollte", sagte Weise den "Nürnberger Nachrichten".

15.50 Uhr: Die Volkswirte von Barclays Capital erwarten, dass die wirtschaftliche Entwicklung in den USA im Jahresverlauf besser sein wird als erwartet. Zwar werde für die Vereinigten Staaten unverändert ein annualisierter Rückgang des Bruttoinlandslandsprodukts (BIP) im ersten Quartal um 5,5 Prozent erwartet, im zweiten Quartal dürfte das BIP aber nur noch um 2 Prozent statt bisher 3 Prozent fallen und im dritten Quartal um 1 Prozent zulegen anstelle einer bisher prognostizierten Stagnation.

15.32 Uhr: Der Konsumgüterhersteller Beiersdorf  hat im ersten Quartal wegen der weltweiten Konjunkturflaute einen Umsatzeinbruch verbucht. Nach 1,523 Milliarden Euro vor einem Jahr setzte das im Dax notierte Unternehmen in den ersten drei Monaten dieses Jahres nach vorläufigen Zahlen nur 1,438 Milliarden Euro um, wie Beiersdorf am Freitag mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern vor Sonderposten sank von 195 auf 145 Millionen Euro. Damit schrumpfte die Ebit-Rendite von 12,9 auf 10,1 Prozent. Die Aktie brach daraufhin im Frankfurter Handel um 5,39 Prozent auf 32,48 Euro ein. Zwischenzeitlich war das Papier bis auf 30,75 abgestürzt.

14.45 Uhr: Das weltgrößte Diamantenland Botswana muss seine Produktion wegen der weltweiten Wirtschaftskrise in diesem Jahr halbieren. Das Land werde in diesem Jahr nur noch 15 Millionen Karat Diamanten produzieren, im vergangenen Jahr waren es noch 33,6 Millionen Karat gewesen, teilte Debswana, ein Joint Venture der botsuanischen Regierung und des südafrikanischen Diamantenkonzerns De Beers am Freitag in der Hauptstadt Gaborone mit. Debswana ist der größte Diamanten-Produzent in dem südafrikanischen Land.

14.10 Uhr: Die 27 EU-Staaten und das Europaparlament haben sich grundsätzlich über die Aufsicht für Ratingagenturen geeinigt. Dies teilte die tschechische EU-Ratspräsidentschaft am Freitag in Brüssel mit. Demnach müssen alle Ratingagenturen, die in der EU tätig sind, auch in der EU registriert und kontrolliert werden.

13.41 Uhr: Der Absatz des Volkswagen-Konzerns (Kurswerte anzeigen) ist im ersten Quartal um 11,4 Prozent auf 1,39 Millionen Autos gesunken. Der Gesamtmarkt schrumpfte zugleich jedoch um mehr als 20 Prozent. Daher habe der Konzern seinen Weltmarktanteil trotz der schweren Autokrise von 9,7 auf elf Prozent ausbauen können, berichtete der Wolfsburger Autobauer am Freitag. Die Marke Volkswagen Pkw verkaufte im ersten Quartal 876.000 Einheiten, ein Minus von 4,8 Prozent. In Deutschland stieg der Konzernabsatz auch wegen der Abwrackprämie um 4,5 Prozent.

Rentnerin will unter den Bankenrettungsschirm

12.53 Uhr: Der US-Mischkonzern General Electric (GE)  hat im ersten Quartal weniger Umsatz aber mehr Gewinn gemacht als erwartet. Die Erlöse fielen binnen eines Jahres von 42,2 auf 38,4 Milliarden Dollar (29,4 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Freitag in Fairfield mitteilte. Die Analysten hatten mit 39,9 Milliarden Dollar gerechnet. Auch kamen mit 19 Milliarden Dollar ein Zehntel weniger neue Aufträge im Infrastrukturgeschäft herein. Das Ergebnis nach Minderheiten ging von 4,3 auf 2,8 Milliarden Dollar zurück. Hier hatten die Experten allerdings ein Abrutschen auf 2,3 Milliarden Dollar erwartet.

12.50 Uhr: Die teilverstaatlichte Citigroup  hat zum Jahresauftakt trotz des sechsten Quartalsverlusts für eine positive Überraschung gesorgt. Unter dem Strich sei ein Minus von 966 Millionen Dollar oder 0,18 Cent je Aktie angefallen, teilte die Großbank am Freitag mit. Analysten hatten allerdings mit einem fast doppelt so hohen Verlust von 0,34 Dollar je Aktie gerechnet. Im Vorjahr hatte die Bank im Strudel der Finanzkrise noch ein Minus von 5,19 Milliarden Euro geschrieben. Auch mit den Erträgen lag die Citigroup im ersten Quartal über den Marktschätzungen: Sie verdoppelten sich auf 24,8 Milliarden Dollar.

12.24 Uhr: Der umstrittene Bankenrettungsschirm zur Stabilisierung des Finanzmarktes steht beim Bundesverfassungsgericht auf dem Prüfstand. Eine geprellte Rentnerin aus München hat Verfassungsbeschwerde gegen den Ausschluss von Privatpersonen aus dem Gesetz eingereicht. Ihr Anwalt und das Bundesverfassungsgericht bestätigten am Freitag Medienberichte. Die 68-Jährige habe einen Totalverlust erlitten, weil sie Zertifikate im Wert von 40.000 Euro gekauft hatte, sagte ihr Anwalt. Das staatliche Bankenrettungspaket verstoße nach ihrer Ansicht gegen den Gleichheitsgrundsatz. Ziel der Klage sei es, dass normale Bankkunden ebenso wie die Geldinstitute vom milliardenschweren Rettungsschirm des Bundes profitierten.

11.49 Uhr: Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach Einschätzung der Bundesregierung "trotz einiger Hoffnungszeichen" weiterhin im Sog des weltweiten Abschwungs. Die jüngsten Indikatoren würden darauf hindeuten, dass "sich die Abwärtsbewegung im ersten Quartal 2009 eher noch verschärft hat", hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung des Wirtschaftsministeriums. Derzeit gebe es einfach keine "belastbare Anzeichen" einer Stabilisierung der Weltwirtschaft. Allerdings würden die Konjunkturpakete der Bundesregierung in der deutschen Wirtschaft erste Wirkungen zeigen, hieß es weiter in der Mitteilung.

11.23 Uhr: Die geplante Schließung des Fahrzeugbaus beim insolventen Cabrio-Spezialisten Karmann beschäftigt das Arbeitsgericht. Bis Freitag seien 800 Kündigungsschutzklagen eingegangen, sagte ein Sprecher des Osnabrücker Arbeitsgerichts und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Karmann hatte in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. Die Kündigungen waren jedoch vor der Zahlungsunfähigkeit ausgesprochen worden.

Saab will Investor bis zur Jahresmitte finden

10.21 Uhr: Der Auftragseingang der italienischen Industrie ist im Februar auf Jahressicht eingebrochen. Wie die Statistikbehörde Istat am Freitag berichtet, sackte der Ordereingang um 32,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ab. Zu Jahresbeginn war ein Rekordrückgang um 33,2 Prozent verzeichnet worden.

09.27 Uhr: Der insolvente schwedische Automobilbauer Saab will bis zur Jahresmitte einen Investor gefunden haben. Von den nach Unternehmensangaben mehr als 20 Interessenten seien zehn ausgewählt worden, denen ein detaillierter Einblick in die Geschäfte der General-Motors -Tochter gegeben werden soll, sagte Saab-Chef Jan Ake Jonsson der "Financial Times". Über Preisvorstellungen machte er keine Angaben.

09.12 Uhr: Die Börse in Tokio hat am Freitag angesichts positiver Aussichten für den US-Finanzsektor zugelegt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verbesserte sich um 152 Punkte oder 1,74 Prozent auf 8908 Punkte. Der breit gefasste Topix  stieg um 13,53 Punkte oder 1,63 Prozent auf 846 Punkte. In der gesamten Woche verlor der Nikkei um 0,63 Prozent, der Topix gab um 0,05 Prozent nach.

09.05 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag gestützt auf positive Vorgaben aus den USA und Tokio erneut freundlich in den Handel gestartet. Der Dax baute seine Vortagesgewinne aus und hielt sich über 4600 Punkten. Er stieg kurz nach Handelseröffnung um 0,27 Prozent auf 4622 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,46 Prozent auf 5233 Punkte, der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,19 Prozent auf 561 Zähler.

08.41 Uhr: Der Staat hat allen Aktionären des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE)  ein Übernahmeangebot zum Preis von 1,39 Euro pro Aktie gemacht. Das teilte der Finanzmarktstabilisierungsfonds Soffin am Freitag mit. Der Preis beinhalte eine Prämie von rund 10 Prozent auf den gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro. Die Annahmefrist beginnt am Freitag und endet am 4. Mai 2009. Angestrebt wird der Erwerb von 100 Prozent der Anteile, eine Mindestannahmeschwelle existiert nicht.

EZB sieht Erholung erst 2010

08.05 Uhr: Die Drogeriekette DM hat Interesse an der Übernahme von Filialen der insolventen Billigkaufhauskette Woolworth Deutschland angemeldet. "Woolworth hat sicher einige Standorte, die für uns sehr gut denkbar wären", sagte DM-Chef Erich Harsch der "Financial Times Deutschland". "Wir sind jederzeit offen für Gespräche." DM würde sich freuen, an diesen Standorten langfristig sichere Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen.

DM gehört zu den Handelsunternehmen, die konstant schnell wachsen in Deutschland. Bei einer Schließung von Woolworth-Filialen hätte DM neue Flächen zur Auswahl. Die Sortimente überschnitten sich in den Randbereichen.

08.03 Uhr: Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, rechnet weiterhin mit einer Konjunkturerholung im kommenden Jahr. 2009 sei ein schwieriges Jahr, sagte Trichet am Freitag in Tokio. Regierungen und Zentralbanken müssten alles tun, um das Vertrauen wieder herzustellen.

07.44 Uhr: Der Technologiekonzern Siemens  hat seine Absicht bekräftigt, im laufenden Jahr weiter auf betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland verzichten zu wollen. Das Unternehmen tue alles, um dies zu vermeiden, sagte der für den Bereich Industry verantwortliche Vorstand, Heinrich Hiesinger, dem "Handelsblatt". "Das haben wir immer gesagt und dazu stehen wir auch weiterhin", fügte er hinzu. Dadurch solle die Kompetenz der Mitarbeiter im Unternehmen gehalten werden.

07.33 Uhr: Das japanische Verbrauchervertrauen hat sich im März etwas aufgehellt. Der entsprechende Indikator sei von 26,7 Punkten im Vormonat auf 28,9 Punkte gestiegen, teilte die japanische Regierung am Freitag in Tokio mit. Im Vergleich zum Rekordtief im Dezember von saisonbereinigt 26,9 Punkten ergab sich auf bereinigter Basis für März eine Erholung auf 28,4 Punkte. Im Dezember war der tiefste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1982 erreicht worden.

07.27 Uhr: Der japanische Elektronikkonzern Toshiba  hat wegen der Folgen der Weltwirtschaftskrise und des Preisverfalls bei Speicherchips im abgelaufenen Geschäftsjahr einen höheren Nettoverlust erlitten als zunächst erwartet. Das Unternehmen korrigierte am Freitag seine Prognose für das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr nach unten und geht nun von einem Verlust von 350 Milliarden Yen (2,7 Milliarden Euro) aus. Zuvor war Toshiba noch von einem Fehlbetrag von 280 Milliarden Yen ausgegangen. Im Vorjahr hatte Toshiba noch einen Reinerlös von 127,4 Milliarden Yen erwirtschaftet.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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