Sonntag, 22. September 2019

Autoverkäufe Deutschland und Frankreich einsame Spitzenreiter

Der Autoabsatz in Europa ist im März um 9 Prozent zurückgegangen, im ersten Quartal sogar um 17 Prozent. Dennoch gibt es erste Anzeichen für eine Stabilisierung der gebeutelten Automärkte: Deutschland und Frankreich stemmen sich dank der Abwrackprämie gegen den Trend.

Frankfurt am Main - In Deutschland und Frankreich seien im vergangenen Monat mehr Autos als vor Jahresfrist verkauft worden, teilten der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Verband der Europäischen Autohersteller (Acea) am Donnerstag mit. In Italien sei der Absatz konstant geblieben. "In allen genannten Ländern haben die Regierungen Verschrottungsprämien aufgelegt", erklärte der VDA. Damit gebe es wirksame Anreize zum Kauf neuer und sparsamerer Autos.

Gegenläufige Tendenzen bei Autoverkäufen: Deutschland top, Portugal flop
Einsamer Spitzenreiter war im März der deutsche Markt, wo die Neuzulassungen um knapp 40 Prozent stiegen. Auf Quartalssicht war Deutschland mit einem Plus von 18 Prozent sogar das einzige Land, das zulegen konnte. Weil der Ansturm auf die im Januar eingeführte Abwrackprämie von 2500 Euro groß ist, hatte die Regierung erst vor wenigen Tagen den Finanztopf dafür auf fünf Milliarden Euro aufgestockt. Nun können insgesamt rund zwei Millionen statt der ursprünglich geplanten 600.000 Autobesitzer von dem Zuschuss profitieren. Allerdings mehrten sich zuletzt auch die kritischen Stimmen, die in der Prämie nur eine vorübergehende Stütze für die kriselnde Branche sehen.

In Frankreich wurden im vergangenen Monat 8 Prozent mehr Autos verkauft, wie die Verbände mitteilten. Dagegen brach der Absatz auf Märkten ohne Verschrottungsprämie weiter ein: In Großbritannien - wo die Regierung noch die Einführung eines Zuschusses nach deutschem Vorbild prüft - wurde im traditionell eher starken Monat März laut Acea ein Minus von fast 31 Prozent verzeichnet, was den allgemeinen Vertrauensverlust der Menschen in die dortige Wirtschaft widerspiegele. In Spanien habe der Absatzrückgang im vergangenen Monat sogar bei 39 Prozent gelegen. Noch düsterer war die Lage nur in Portugal, Griechenland und Irland, wo die Absatzzahlen um bis zu 64 Prozent einbrachen.

Generell sind es nach wie vor eher preisgünstige Kleinwagen, die Käufer anlocken. Laut Acea stiegen im März etwa die Verkaufszahlen von Skoda, Fiat und Dacia besonders deutlich. Dagegen gab es weiter Rückgänge bei den Premiumherstellern BMW und Daimler.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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