Mittwoch, 26. Juni 2019

Krisenticker Frankreichs Staatsbank schreibt Verluste

Französische Arbeiter haben erneut ihre Manager als Geiseln genommen - die Mehrheit der Franzosen findet das legitim. Die Commerzbank-Tochter Eurohypo hat ein Millionenproblem in den Vereinigten Staaten. Wenigstens der Dow Jones schließt mit einem Hoffnungssignal. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.03 Uhr: In der Hoffnung auf beruhigende Quartalergebnisse des Internetgiganten Google haben die US-Börsen am Donnerstag Gewinne verzeichnet. Auftrieb gaben auch die Geschäftszahlen der Großbank JPMorgan Chase und des weltgrößten Handyherstellers Nokia, der trotz der Wirtschaftskrise optimistisch in die Zukunft blickt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,2 Prozent höher bei 8125 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte um 1,5 Prozent auf 865 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,7 Prozent hinzu auf 1670 Stellen.

21.35 Uhr: Wegen der guten Stimmung an der Wall Street haben die US-Staatsanleihen ihre Verluste ausgeweitet. Angesichts einer Reihe positiver Unternehmensnachrichten gerieten festverzinsliche Wertpapiere im späten Handel zusätzlich unter Druck.

Paris: Die französische Staatsbank CDC schreibt erstmals seit ihrer Gründung Verluste
21.15 Uhr: Der Schweizer Versicherer Zurich Financial Services (ZFS) kauft für 1,9 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) die US-Autoversicherungssparte des staatlich gestützten amerikanischen Branchenkonzerns AIG . Das Geschäft ist der bisher größte Anteilsverkauf zur Sanierung des einst weltgrößten Versicherers.

20.19 Uhr: Die französische Staatsbank CDC ist erstmals seit ihrer Gründung im Jahre 1816 in die roten Zahlen gerutscht. Die Caisse des Dépôts et Consignations verlor im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 1,47 Milliarden Euro. Hintergrund der Verluste sei vor allem der Absturz an den Börsen, sagte CDC-Chef Augustin de Romanet. Die Bank verwaltet maßgeblich das Spar- und Rentenaufkommen der Franzosen. Der Staat nutzt die CDC zudem für seine Industriepolitik. Im vergangenen Jahr sei die Wirtschaft mit mehr als 40 Milliarden Euro unterstützt worden, sagte de Romanet am Donnerstag. Er versicherte, dass die CDC nicht Opfer von riskanten Finanzprodukten geworden sei.

19.40 Uhr: Der Autozulieferer Schaeffler schließt sein Werk im französischen St. Siméon de Bressieux, nahe Grenoble. Die dort angesiedelte Produktion von Motorsteuerketten soll in das rund 600 Kilometer entfernte Calais verlegt werden. Ein Sozialplan für die Betroffenen ist laut Unternehmen mit Personalvertretern vereinbart worden. Das Unternehmen begründete die Standortschließung mit der Auftragsflaute der Autoindustrie.

19.15 Uhr: Französische Arbeiter haben erneut ihre Chefs als Geiseln genommen. Die fünf Manager der Logistikfirma FM Logistics würden erst dann freigelassen, wenn Fortschritte in den Verhandlungen um den Abbau von Arbeitsplätzen erzielt würden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. In der Stadt Woippy im Nordosten Frankreichs hatten rund 125 Angestellte ein Treffen der Geschäftsleitung von FM Logistics gestürmt. Ein Protestler: "Wir befinden uns seit April 2008 in einer Restrukturierung und wir verhandeln darüber seit einem Jahr, sofern man das Verhandlungen nennen kann, und wir haben es nicht geschafft, uns Gehör zu verschaffen." FM Logistics will bis Mai 2010 in Woippy 475 Arbeitsplätze abbauen. In Meinungsumfragen bezeichneten mehr als die Hälfte der Franzosen das Festhalten von Managern als gerechtfertigt.

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