Krisenticker Frankreichs Staatsbank schreibt Verluste

Französische Arbeiter haben erneut ihre Manager als Geiseln genommen - die Mehrheit der Franzosen findet das legitim. Die Commerzbank-Tochter Eurohypo hat ein Millionenproblem in den Vereinigten Staaten. Wenigstens der Dow Jones schließt mit einem Hoffnungssignal. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.03 Uhr: In der Hoffnung auf beruhigende Quartalergebnisse des Internetgiganten Google haben die US-Börsen am Donnerstag Gewinne verzeichnet. Auftrieb gaben auch die Geschäftszahlen der Großbank JPMorgan Chase und des weltgrößten Handyherstellers Nokia, der trotz der Wirtschaftskrise optimistisch in die Zukunft blickt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,2 Prozent höher bei 8125 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte um 1,5 Prozent auf 865 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,7 Prozent hinzu auf 1670 Stellen.

21.35 Uhr: Wegen der guten Stimmung an der Wall Street haben die US-Staatsanleihen ihre Verluste ausgeweitet. Angesichts einer Reihe positiver Unternehmensnachrichten gerieten festverzinsliche Wertpapiere im späten Handel zusätzlich unter Druck.

21.15 Uhr: Der Schweizer Versicherer Zurich Financial Services (ZFS) kauft für 1,9 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) die US-Autoversicherungssparte des staatlich gestützten amerikanischen Branchenkonzerns AIG . Das Geschäft ist der bisher größte Anteilsverkauf zur Sanierung des einst weltgrößten Versicherers.

20.19 Uhr: Die französische Staatsbank CDC ist erstmals seit ihrer Gründung im Jahre 1816 in die roten Zahlen gerutscht. Die Caisse des Dépôts et Consignations verlor im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 1,47 Milliarden Euro. Hintergrund der Verluste sei vor allem der Absturz an den Börsen, sagte CDC-Chef Augustin de Romanet. Die Bank verwaltet maßgeblich das Spar- und Rentenaufkommen der Franzosen. Der Staat nutzt die CDC zudem für seine Industriepolitik. Im vergangenen Jahr sei die Wirtschaft mit mehr als 40 Milliarden Euro unterstützt worden, sagte de Romanet am Donnerstag. Er versicherte, dass die CDC nicht Opfer von riskanten Finanzprodukten geworden sei.

19.40 Uhr: Der Autozulieferer Schaeffler schließt sein Werk im französischen St. Siméon de Bressieux, nahe Grenoble. Die dort angesiedelte Produktion von Motorsteuerketten soll in das rund 600 Kilometer entfernte Calais verlegt werden. Ein Sozialplan für die Betroffenen ist laut Unternehmen mit Personalvertretern vereinbart worden. Das Unternehmen begründete die Standortschließung mit der Auftragsflaute der Autoindustrie.

19.15 Uhr: Französische Arbeiter haben erneut ihre Chefs als Geiseln genommen. Die fünf Manager der Logistikfirma FM Logistics würden erst dann freigelassen, wenn Fortschritte in den Verhandlungen um den Abbau von Arbeitsplätzen erzielt würden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. In der Stadt Woippy im Nordosten Frankreichs hatten rund 125 Angestellte ein Treffen der Geschäftsleitung von FM Logistics gestürmt. Ein Protestler: "Wir befinden uns seit April 2008 in einer Restrukturierung und wir verhandeln darüber seit einem Jahr, sofern man das Verhandlungen nennen kann, und wir haben es nicht geschafft, uns Gehör zu verschaffen." FM Logistics will bis Mai 2010 in Woippy 475 Arbeitsplätze abbauen. In Meinungsumfragen bezeichneten mehr als die Hälfte der Franzosen das Festhalten von Managern als gerechtfertigt.

Die Rente ist sicher

19.10 Uhr: Die Commerzbank  ist von der Pleite des zweitgrößten US-Betreibers von Einkaufszentren betroffen. Das Engagement liege bei rund 10 Prozent der im Gläubigerschutzantrag genannten Summe von 2,6 Milliarden Dollar, teilte die Commerzbank-Tochter Eurohypo  am Donnerstag mit. Die General Growth Properties hat heute Insolvenzschutz nach Chapter 11 des amerikanischen Konkursrechtes beantragt.

19 Uhr: Die französische Supermarktkette Carrefour  hat zu Jahresbeginn erstmals seit sechs Jahren in einem Quartal einen Umsatzrückgang verzeichnet. Die Umsatzerlöse seien im Auftaktquartal um 2,8 Prozent auf 22,72 Milliarden Euro gesunken, teilte die zweitgrößte Einzelhandelskette der Welt am Donnerstag mit. Ausblickend sagte Carrefour-Chef Lars Olofsson, dass das Marktumfeld schwierig bleibe.

18.45 Uhr: Die Rentenversicherung hat zu Jahresbeginn mehr Beiträge eingenommen - trotz Krise. Die Pflichtbeiträge wuchsen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,2 Prozent auf 37,74 Milliarden Euro. Hinter dem Zuwachs an Beitragseinnahmen steckt nach seinen Angaben eine Erhöhung der Brutto-Lohn- und Gehaltssumme um ebenfalls 2,2 Prozent. Zudem wurde die Beitragsbemessungsgrenze erhöht. Die Gesamtbeiträge legten um 2,1 Prozent auf 42,75 Milliarden Euro zu.

17.30 Uhr: Deutschlands Aktieninvestoren haben heute im Schnitt Kursgewinne verbucht. Der Frankfurter Leitindex Dax  legte um 1,31 Prozent auf 4609,46 Punkte zu. Der MDax  der mittelgroßen börsennotierten Aktiengesellschaften Deutschlands rückte zudem um 1,12 Prozent auf 5208,73 Stellen vor. Und der Technologieindex TecDax  verbesserte sich um 1,38 Prozent auf 554,25 Indexpunkte.

16.30 Uhr: Nach der schweren Wirtschaftskrise wird sich die Erholung nach einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) nur im Schneckentempo einstellen. Die derzeitige Rezession sei besonders hartnäckig, weil eine Finanzkrise mit einem gleichzeitigen, globalen Abschwung einhergehe, heißt es in einem Teilbericht des IWF-Weltwirtschaftsausblicks. Während die Rezession in solchen Fällen typischerweise zwei Jahre dauere, brauche es noch einmal dreieinhalb Jahre, bis die Wirtschaftsleistung wieder den Stand wie zu Beginn des Abschwungs erreicht habe, sagte IWF-Ökonom Marco Terrones.

16.05 Uhr: Wegen der Finanzmarktkrise fordert die europäische Luftfahrtindustrie staatliche Hilfen für Fluggesellschaften und Zulieferbetriebe. Als Vorbild nannte Airbus-Chef Thomas Enders am Donnerstag ein von der französischen Regierung aufgelegtes Kreditprogramm für Fluggesellschaften, damit diese auch in der Krise neue Flugzeuge bestellen können. "Es wäre sehr im Interesse der Industrie, wenn andere Regierungen ähnliche Initiativen starteten", sagte Enders auf einer Pressekonferenz in Brüssel.

14.42 Uhr: Die US-Billigfluggesellschaft Southwest Airlines ist wegen der scharfen Rezession im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von 91 Millionen Dollar, berichtete das Unternehmen. Der Umsatz sank um 6,8 Prozent auf 2,36 Milliarden Dollar. Als Hauptgrund gab das Unternehmen einen in der Firmengeschichte beispiellosen Passagiereinbruch insbesondere bei Geschäftsreisenden an.

UN fürchtet Hungersnöte

14.01 Uhr: Als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise erwarten die Vereinten Nationen (UN) mehr Hunger in der Welt. Nach UN-Angaben haben gegenwärtig rund eine Milliarde Menschen zu wenige Nahrungsmittel. 50 Millionen bis 100 Millionen Hungernde könnten wegen der Wirtschaftskrise hinzukommen, sagte UN-Nahrungshilfe-Koordinator David Nabarro am Donnerstag in Genf.

13.50 Uhr: Die Ölpreise haben nach ersten vorsichtigen Hinweisen auf ein Ende der Talfahrt der Weltwirtschaft am Donnerstag leicht zugelegt. Der Konjunkturbericht der US-Notenbank und die aktuellen Daten zum chinesischen Wirtschaftswachstum sorgten bei Experten für einen Funken Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung und einen Anstieg der weltweiten Nachfrage nach Rohöl. Im frühen Nachmittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Mai 49,69 US-Dollar. Das sind 44 Cent mehr als am Vortag.

13.10 Uhr: Fiat (Kurswerte anzeigen) fährt in der Branchenkrise der europäischen Konkurrenz davon. Während der gesamte Pkw-Verkauf in Europa im März um 9 Prozent einbrach, glänzt das italienische Autounternehmen mit einem Absatzplus von 14,7 Prozent. Besonders erfolgreich schnitten die Italiener in Deutschland, dem Land der 2.500-Euro-Abwrackprämie, ab. Hier konnte Fiat den Absatz um sage und schreibe 200 Prozent steigern.

12.50 Uhr: General Growth Properties hat nach eigenen Angaben Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechtes beantragt. Monatelange Verhandlungen mit den Gläubigern hätten nicht zu einer Lösung geführt, hieß es in einer Mitteilung. General Growth ist mit mehr als 27 Milliarden Dollar verschuldet. Das Unternehmen gilt als einer der größten Besitzer von Einkaufscentern in den Vereinigten Staaten.

11.45 Uhr: Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) erwartet vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrise einen starken Produktionseinbruch auf dem deutschen Stahlmarkt. Die Produktion werde 2009 um g ut 30 Prozent sinken, heißt es in einer Studie. 2008 war die Rohstahlerzeugung bereits um 5,6 Prozent auf 45,8 Millionen Tonnen zurückgegangen. Im kommenden Jahr dürfte die Produktion dann wieder um 4,2 Prozent zunehmen.

Industrieproduktion in Eurozone sinkt weiter

11.10 Uhr: Die Inflation in der Eurozone ist im März auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren gefallen. Verglichen mit dem Vorjahr verteuerte sich die Lebenshaltung um nur noch 0,6 Prozent, wie das Europäische Statistikamt (Eurostat) am Donnerstag nach endgültigen Berechnungen mitteilte und damit erste Schätzungen bestätigte. Verglichen mit März stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent. Wichtigster Grund für die sinkende Teuerung ist der Rückgang der Energiepreise.

11.00 Uhr: Der Einbruch der Industrieproduktion in der Eurozone hat sich im Februar weiter beschleunigt. Die Produktion sei im Vergleich zum Vorjahrszeitraum um 18,4 Prozent abgesackt, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit. Der Rückgang war etwas stärker als befürchtet. Ökonomen hatten im Schnitt ein Minus von 17,8 Prozent erwartet. Im Januar war die Produktion bereits um revidiert 16,0 (zuvor 17,3) Prozent gefallen.

10.36 Uhr: Der Autozulieferer Schaeffler schließt wegen der Wirtschaftskrise ein Werk in Frankreich. In einem weiteren französischen Werk werde das Unternehmen 115 Arbeitsplätze abbauen, teilten Geschäftsführung und Gewerkschaftsvertreter am Mittwochabend mit. Geschlossen wird demnach die Fabrik in Saint-Simeon in der Nähe von Grenoble im Osten des Landes, in der 85 Menschen arbeiten. Das Schaeffler-Werk in Calais am Ärmelkanal werde nach dem Abbau von 115 Stellen mit 265 Beschäftigten weiterbestehen. Die Fertigung dort sei zuletzt um die Hälfte zurückgegangen.

09.45 Uhr: Der US-Automobilzulieferer Noble International und einige seiner US-Tochterfirmen sind zahlungsunfähig. Die Noble-Töchter in Europa, Asien und Mexico seien von dem Insolvenzverfahren nicht betroffen, teilte das Unternehmen mit. Noble stellt hochwertige Stahlteile her. Zu seinen Kunden zählen auch die deutschen Autohersteller Daimler und BMW. In Deutschland betreibt Noble ein Werk in Bremen.

09.05 Uhr: Positive Vorgaben aus den USA haben den deutschen Aktienmarkt wieder an seinen Erholungskurs anknüpfen lassen. Der Dax  stieg kurz nach Handelseröffnung um 0,6 Prozent auf 4577,27 Punkte.

08.40 Uhr: Austrian Airlines hat auch im März einen deutlichen Passagierrückgang verbucht. Die Zahl der Fluggäste sei im März um 16,5 Prozent auf 710.300 gesunken, teilte die vor der Übernahme durch die Lufthansa  stehende AUA mit. Die Auslastung der Flugzeuge habe sich im März um 3,3 Prozentpunkte auf 72,1 Prozent verringert. Für das erste Quartal meldete die Fluglinie ein Minus bei den beförderten Passagieren von 15,5 Prozent.

08.15 Uhr: Die japanischen Börsen haben uneinheitlich geschlossen. Während der Leitindex Nikkei 225 (Kurswerte anzeigen) 0,14 Prozent auf 8755,26 Punkte zulegte, verlor der breiter gefasste Topix  0,38 Prozent auf 832,04 Zähler. Im frühen Handel hatten die Börsen in Tokio noch kräftig zugelegt.

Ölpreis bleibt unter 50 Dollar

08.10 Uhr: Die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland ist im Februar erstmals seit September 2006 im Jahresvergleich gesunken. Ende Februar seien im Verarbeitenden Gewerbe (Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten) knapp 5,2 Millionen Personen tätig gewesen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Das waren 13.000 Personen oder 0,3 Prozent weniger als im Februar 2008.

08.00 Uhr: Dank der Abwrackprämie gibt es in Europa nach Ansicht des Autohersteller-Verbandes VDA erste Anzeichen für eine Stabilisierung der gebeutelten Automärkte. In Deutschland und Frankreich seien im März mehr Autos als vor Jahresfrist verkauft worden, in Italien sei der Absatz konstant geblieben, teilte der VDA am Donnerstag mit. "In allen genannten Ländern haben die Regierungen Verschrottungsprämien aufgelegt", erklärte der Verband. Insgesamt seien die Verkäufe in Europa im März aber um 9 Prozent gesunken.

07.08: Der US-Ölpreis ist am Donnerstag unter der Marke von 50 US-Dollar verharrt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai kostete im frühen Handel 49,62 Dollar und damit 37 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte um 32 Cent auf 52,76 Dollar.

04.09 Uhr: Chinas Wirtschaft ist im ersten Quartal so langsam wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr gewachsen. Das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreichte Wachstum von 6,1 Prozent sei allerdings "besser als erwartet", sagte der Sprecher des Statistikamtes, Li Xiaochao, am Donnerstag vor der Presse in Peking. Das Wachstum lag um 4,5 Prozentpunkte niedriger als im ersten Quartal des Vorjahres und 0,7 Punkte hinter dem im letzten Quartal 2008. Bei einem länger anhaltenden Wachstum von unter 6 Prozent sprechen Volkswirte im Fall China von einer Rezession, weil dann bereits Massenarbeitslosigkeit droht.

00.12 Uhr: Die weltweiten Computerverkäufe sind in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,1 Prozent gesunken, wie das Marktforschungsunternehmen IDC Corp mitteilte. IDC selbst hatte mit einem Minus von 8,2 Prozent gerechnet. Der Absatz von Minicomputern, sogenannten Netbooks, und niedrigere Preise hätten die Zahlen gestützt.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.