Konjunktur DIW senkt Prognose und macht Mut

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sieht gute Chancen für eine Erholung der Wirtschaft Ende 2009. Zuvor werde das Bruttoinlandsprodukt jedoch noch einmal drastisch zurückgehen.

Berlin - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Prognose für die Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im laufenden Jahr kräftig reduziert. Das Berliner Institut rechnet nun für 2009 mit einem BIP-Rückgang um 4,9 Prozent, nachdem bislang eine Schrumpfung um 1,1 Prozent prognostiziert worden war, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten DIW-Frühjahrsprognose hervorgeht. Allerdings sei zum Jahresende 2009 eine wirtschaftliche Stabilisierung zu erwarten.

Die Wirtschaftsleistung werde voraussichtlich auch im zweiten Quartal 2009 weiter schrumpfen. "Allerdings fällt dieser Rückgang mit einer Rate von minus 0,9 Prozent deutlich schwächer aus als im ersten Quartal, für das eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um minus 2,2 Prozent geschätzt wird", heißt es in der DIW-Prognose.

Mit einer Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Produktion sei nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2009 zu rechnen. Zum sich abzeichnenden Ende der wirtschaftlichen Talfahrt tragen nach Ansicht des DIW die weltweiten Konjunkturprogramme bei. "Vor allem sprechen aber die niedrigen Rohstoffpreise und die dadurch sinkende Inflation für eine graduelle Erholung der Weltwirtschaft", sagte DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann bei der Vorstellung der Prognose.

Wegen der weiterhin großen konjunkturellen Unsicherheiten verzichtet das DIW für 2010 jedoch darauf, eine konkrete Wachstumsrate anzugeben. Der konjunkturelle Wendepunkt sei schwer auszumachen. Eine leichte Belebung im kommenden Jahr ist aus DIW-Sicht aber ein realistisches Szenario. "Am ehesten ist von einer sehr schwachen und langsamen Erholung auszugehen," sagte Zimmermann. Voraussetzung für eine konjunkturelle Stabilisierung sei eine Rückkehr des Vertrauens in die Finanzmärkte.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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