Krisenticker Konsortium will GM-Marke Saturn kaufen

Der Absatz von Ford Europa sinkt im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13 Prozent. Die Deutsche Bank rechnet zur Jahresmitte damit, dass sich die Industrie in Deutschland wieder berappelt. Eine Investorengruppe ist am Kauf der GM-Marke Saturn interessiert. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.25 Uhr: Nach dem Zusammenschluss der französischen Sparkassen und Volksbanken will sich Frankreich mit fünf Milliarden Euro Eigenkapital an dem neuen Finanzinstitut beteiligen. Mit dem Kapital sollen "die Margen und die Finanzierung der Wirtschaft verbessert" werden, teilte der Präsidentenpalast nach einer Kabinettsitzung am Abend mit. "Der Staat wird in den Unternehmensgremien vertreten sein, um seine Vermögensinteressen zu schützen."

22.10 Uhr: Angesichts der Insolvenzverfahren bei Woolworth und Hertie fordert der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) niedrigere Mieten und warnt vor weiteren Pleiten. "Die Mieten sind das Problem, das vielen Einzelhändlern jetzt das Genick bricht", sagte HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" (Donnerstagausgabe). Nicht nur große Kaufhausketten steckten derzeit in der Krise. "5.000 mittelständische Einzelhändler werden in diesem Jahr die Waffen strecken. Über die redet niemand."

22.05 Uhr: Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) der Standardwerte schließt 1,4 Prozent im Plus bei 8029 Punkten.

21.05 Uhr: Eine Investorengruppe unter Führung der Beteiligungsgesellschaft Black Oak Partners ist am Kauf der Marke Saturn des krisengeschüttelten Autobauers General Motors interessiert. Die Gruppe sei bereits mit ihrer Kaufabsicht an die Opel-Mutter herangetreten, teilte das Konsortium mit. Zu dem Bündnis gehörten auch Saturn-Händler. Es gebe zudem weitere potenzielle Käufer. Unter der Marke Saturn wird in den USA unter anderem das in Europa gefertigte Opel-Modell Astra vertrieben.

20.18 Uhr: Die Lage der US-Wirtschaft hat sich nach Einschätzung der US-Notenbank in den vergangenen Wochen insgesamt weiter verschlechtert. Allerdings habe es in einzelnen Distrikten erste Anzeichen einer Bodenbildung gegeben, heißt es in dem Konjunkturbericht der US-Notenbank (Beige Book). So hätten fünf Distrikte eine moderatere Geschwindigkeit im Abschwung gemeldet. Andere Distrikte hätten bereits erste Anzeichen ausgemacht, dass sich die wirtschaftlichen Aktivitäten "auf einem geringen Niveau stabilisieren".

18.40 Uhr: Der Absatz von Ford Europa ist im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 13 Prozent auf 163.000 Fahrzeuge gesunken. Die starke Nachfrage nach dem Kleinwagen "Fiesta" habe den rückläufigen Verkauf von größeren Fahrzeugen und Vans in einem ohnehin schwachen Markt nicht kompensieren können, teilte Ford mit. Im ersten Quartal sank der Absatz den Angaben zufolge auf Jahressicht um 16 Prozent auf 352.200 Fahrzeuge.

17.35 Uhr: Am deutschen Aktienmarkt ist nach den Kursgewinnen der Vortage wieder etwas Ernüchterung eingekehrt. Der Dax  ging 0,2 Prozent tiefer bei 4549,79 Punkten aus dem Handel.

17.15 Uhr: Die Wirtschaftskrise zwingt Niedersachsen zu einer Haushaltssperre, um die sinkenden Steuereinnahmen abzufedern. "Wir haben uns heute entschieden, einen Einstellungsstopp und teilweise eine Haushaltssperre zu verfügen", sagte Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) am Mittwoch. Obwohl die offizielle Schätzung erst im Mai stattfindet, sei jetzt schon klar, dass man "mit 95 Millionen Euro Vorsteuereinnahmen hinter dem Soll" liege.

16.20 Uhr: Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank  rechnet zum Jahresende mit einer Erholung der deutschen Wirtschaft. "Ab Jahresmitte könnte sich die Produktion stabilisieren, im vierten Quartal könnte sie leicht steigen", sagte Jürgen Walter der Internetausgabe des "Stern". Für eine Stabilisierung der Produktion sprächen drei Argumente: niedrige Rohstoffpreise, niedrige Zinsen und zahlreiche Konjunkturprogramme von Regierungen.

15.16 Uhr: Die amerikanische Industrie hat ihre Produktion im März stärker gedrosselt als bisher angenommen worden ist. Im verarbeitenden Gewerbe sank der Ausstoß um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie die US-Notenbank am Mittwoch mitteilte. Das ist der sechste Rückgang in Folge. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von lediglich 1,0 Prozent gerechnet. Verglichen mit dem Vorjahresmonat lag der Rückgang bei fast 13 Prozent. Die US-Industrie produziert inzwischen so wenig wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren.

14.55 Uhr: Ausländische Investoren haben im Februar kräftig Kapital aus den USA abgezogen. Netto verbuchte die größte Volkswirtschaft der Welt einen Abfluss von 97 Milliarden Dollar, wie das US-Finanzministerium am Mittwoch mitteilte. Im Januar hatte es einen Abfluss von revidiert 146,8 Milliarden Dollar gegeben. Bei den langfristigen Investitionen ergab sich im Februar ein Plus von 22 Milliarden Dollar. Im Januar waren es minus 36,8 Milliarden Dollar. Die Kapital-Daten gelten als Indikator für das Interesse ausländischer Anleger an US-Wertpapieren.

13.49 Uhr: Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller Daimler  hat bei der geplanten Expansion nach Indien einen Rückschlag erlitten. Das Gemeinschaftsunternehmen mit der indischen Hero Gruppe zum Bau von leichten bis schweren Lkw werde aufgelöst, teilte Daimler am Mittwoch in Stuttgart mit. Die Hero Gruppe werde ihren 40-prozentigen Anteil an dem vor gut einem Jahr von der Regierung genehmigten Gemeinschaftsunternehmen Daimler überlassen. Hero wolle seine Finanzen schonen, hieß es.

ArcelorMittal verschiebt Indien-Investition

12.42 Uhr: Die insolvente Kaufhauskette Woolworth hat nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Ottmar Hermann noch flüssige Mittel. Wie lange das Geld noch reichen wird, wollte Hermann nicht beziffern. Woolworth Deutschland hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit am Ostersamstag Insolvenzantrag gestellt. Betroffen davon sind laut Hermann 9700 Mitarbeiter, davon etwa 6000 sind Teilzeit- oder Aushilfskräfte. Löhne und Gehälter seien bis einschließlich März 2009 in vollem Umfang gezahlt worden, auch alle Verbindlichkeiten habe das Unternehmen bis zuletzt erfüllt.

12.31 Uhr: Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal  wird seine geplanten Milliarden-Investitionen in Indien voraussichtlich um mindestens zwei Jahre verschieben. Die neuen Stahlwerke in Ost-Indien würden nicht vor 2014 die Produktion aufnehmen, sagte der für die Region Indien zuständige Vorstand Vijay Bhatnagar am Mittwoch. Bisher sollten die Werke, in die ArcelorMittal 20 bis 25 Milliarden Dollar stecken will, bereits 2012 an den Start gehen. Insgesamt sollen in den neuen Fabriken rund 25 Millionen Tonnen Stahl gekocht werden. ArcelorMittal kämpft gegen die Auswirkungen der weltweiten Stahlkrise.

12.11 Uhr: Die US-Regierung will die Ergebnisse ihres "Stress-Tests" für die größten Banken des Landes laut Medienberichten nun doch teilweise veröffentlichen. Dies solle für mehr Vertrauen an den Finanzmärkten sorgen. Mit dem Belastungstest prüft die Regierung die Überlebensfähigkeit der 19 führenden US-Banken bei einer weiteren Verschlechterung der Konjunktur. Nach bisherigen Berichten haben zwar alle Institute den Test grundsätzlich bestanden, eine ganze Reihe benötige aber weitere Milliardenhilfen.

11.56 Uhr: Bosch-Chef Franz Fehrenbach stimmt seine Mitarbeiter wegen der Wirtschaftskrise auf harte Zeiten ein. Er sehe "äußerst schwierige Herausforderungen" auf den weltgrößten Autozulieferer zukommen, sagte Fehrenbach der Mitarbeiterzeitung "Bosch Zünder". Das Stuttgarter Unternehmen sei aber "bestrebt, im Zusammenspiel mit den Arbeitnehmervertretern Entscheidungen mit Augenmaß zu treffen, um Beschäftigung so weit wie möglich zu sichern." Rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns in Deutschland sind in Kurzarbeit oder haben eine verkürzte Wochenarbeitszeit. "Wenn sich abzeichnet, dass es im zweiten Halbjahr keine Bodenbildung gibt, müssen wir den Einsatz der Kurzarbeit überdenken."

11.13 Uhr: Bundesbank-Chef Axel Weber hat sich im Kampf gegen die Finanzkrise für zusätzliche Erleichterungen für Banken bei der Refinanzierung ausgesprochen. Derartige Maßnahmen, etwa verlängerte Laufzeiten der Liquiditätsversorgung, sollten Priorität haben, sagte das EZB-Ratsmitglied am Mittwoch in Hamburg. "Direkte Eingriffe in den Kapitalmarkt sollten dagegen hinten anstehen." Die Notenbanken sollten die starke Rolle der Banken für das kontinentaleuropäische Finanzsystem berücksichtigen. Der EZB-Rat entscheidet Anfang Mai über zusätzliche Maßnahmen unkonventioneller Geldpolitik. Auch beim Leitzins, der derzeit in der Euro-Zone bei 1,25 Prozent liegt, sei noch Spielraum vorhanden, der auch genutzt werden solle, sagte Weber. Allerdings sei eine Senkung unter ein Prozent kritisch zu sehen.

11.03 Uhr: Europas größte Fluggesellschaft Air France-KLM  will in den kommenden beiden Geschäftsjahren bis zu 3000 weitere Arbeitsplätze abbauen. Wie eine Sprecherin des französisch-niederländischen Konzerns am Mittwoch mitteilte, werden befristete Arbeitsverträge nicht verlängert und die Stellen von in den Ruhestand gegangenen Mitarbeitern nicht neu besetzt. Auf diese Weise sollten Entlassungen von Mitarbeitern mit unbefristeten Verträgen vermieden werden. Air France-KLM hat im Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr bereits 2400 Stellen gestrichen und rechnet für den Zeitraum mit einem operativen Verlust von 200 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2009/10 geht der Lufthansa-Konkurrent von einem weiteren Minus aus.

11.00 Uhr: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet zum Jahresende mit einer Stabilisierung der Konjunktur . Im kommenden Jahr sei eine leichte Belebung der Wirtschaft ein realistisches Szenario, stellte DIW-Präsident Klaus Zimmermann am Mittwoch in Berlin fest: "Am ehesten ist von einer sehr schwachen und langsamen Erholung auszugehen." Das DIW sah von einer bezifferten Prognose für 2010 ab. Zimmermann begründete das erwartete Ende der Talfahrt mit den weltweiten Konjunkturprogrammen und den niedrigen Rohstoffpreisen. Wegen des Konjunktureinbruchs seit dem vierten Quartal 2008 erwartet das DIW in diesem Jahr in Deutschland einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um rund fünf Prozent.

BASF schwört Mitarbeiter auf harte Zeiten ein

10.55 Uhr: Der Chemiekonzern BASF  bereitet seine Mitarbeiter auf schwierige Zeiten vor. "Wir alle müssen uns darauf einstellen: Ein Ende der globalen Krise ist derzeit nicht in Sicht", schreibt BASF-Vorstand Harald Schwager in der aktuellen Ausgabe der Mitarbeiterzeitung. Am Standort Ludwigshafen sei die BASF bislang durch vorübergehende Personaltransfers ohne Kurzarbeit ausgekommen. "Diese Möglichkeiten sind aber jetzt voll ausgereizt." Derzeit seien in Europa rund 4200 BASF-Mitarbeiter in Kurzarbeit - "ein probates Mittel, um Arbeitsplatzabbau möglichst zu vermeiden", schreibt der unter anderem für den Stammsitz Ludwigshafen verantwortliche BASF-Manager.

10.18 Uhr: Der britische Flughafenbetreiber BAA hat im März erneut kräftige Rückgänge bei Passagieren und Fracht erlitten. Die Zahl der Fluggäste an ihren sieben britischen Flughäfen sei im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Prozent auf 10,6 Millionen zurückgegangen, teilte die Tochter der spanischen Grupo Ferrovial  am Mittwoch in London mit.

Den stärksten Rückgang verzeichnete der Flughafen London Gatwick mit minus 17,7 Prozent. Der wichtigste BAA-Airport London Heathrow verbuchte ein Minus von 7,5 Prozent. Das Luftfrachtaufkommen ging an den britischen BAA-Flughäfen im Vergleich zum Vorjahr um 15,7 Prozent zurück.

09.30 Uhr: Der Euro  hat am Mittwochmorgen zum Dollar weiter nachgegeben. Die offenbar sinkende Risikobereitschaft der Anleger belaste den Euro, während der Dollar und der Yen weiter als eine Art Krisenwährung gesehen würden, sagten Analysten. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte um 1,3216 Dollar nach 1,3261 Dollar im späten US-Geschäft.

09.19 Uhr: In Spanien sind die Verbraucherpreise nach endgültigen Berechnungen erstmals seit Beginn der Erhebungen 1962 im Jahresvergleich gesunken. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sei im März um 0,1 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat gefallen, teilte die spanische Statistikbehörde (INE) am Mittwoch in Madrid mit. Damit wurden wie erwartet vorläufige Berechnungen bestätigt. Im Vormonat waren die Verbraucherpreise noch um 0,7 Prozent gestiegen.

Großhandelspreise brechen ein

09.00 Uhr: Zum Handelsstart gibt der Dax um 1,3 Prozent nach und liegt bei 4498 Punkten.

08.29 Uhr: Die Börse in Tokio hat am Mittwoch angesichts neuer Sorgen über die Lage der US-Wirtschaft und der Festigung des Yen schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte  fiel um 99,72 Punkte oder 1,13 Prozent auf 8742,96 Punkte. Der breit gefasste Topix  gab um 8,17 Punkte oder 0,97 Prozent auf den Stand von 835,25 Punkten nach.

07.58 Uhr: Die Preise im deutschen Großhandel sind im März so stark gesunken wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Die Preise, zu denen Einzelhändler wie Supermärkte ihre Waren einkaufen, sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Das ist der höchste Rückgang seit Januar 1987, als die Großhandelspreise um 8,6 Prozent fielen. Im Vergleich zum Februar sanken die Preise im März um 0,9 Prozent.

07.22 Uhr: Die größte Schweizer Bank, UBS , hat den Abbau von 8700 Stellen bis zum Jahr 2010 angekündigt. Das Finanzinstitut begründete die Pläne am Mittwoch mit "substantiellen" Sparmaßnahmen in allen Bereichen. Die Zahl der UBS-Beschäftigten würde damit auf rund 67.500 sinken. Die UBS verbuchte allein im ersten Quartal dieses Jahres einen Verlust von zwei Milliarden Schweizer Franken (rund 1,32 Milliarden Euro). Das Geldhaus, das als eine Ikone des Schweizer Bankwesens gilt, hat Milliarden durch die US-Hypothekenkrise und die darauffolgende Wirtschafts- und Finanzkrise verloren.

07.12 Uhr: Direkte Investitionen aus dem Ausland in China sind im ersten Quartal dieses Jahres um gut ein Fünftel zurückgegangen. Das Volumen für diesen Zeitraum beläuft sich auf 21,78 Milliarden Dollar (16,4 Milliarden Euro) - 20,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch unter Berufung auf das Handelsministerium in Peking meldete. Im ersten Quartal 2008 hatten die Auslandsinvestitionen dagegen um mehr als 61 Prozent zugelegt.

07.11 Uhr: Der Flughafenbetreiber Fraport  hat im März erneut weniger Passagiere abgefertigt als ein Jahr zuvor. Das Frachtvolumen brach um gut ein Fünftel ein. Damit wurden die Rückgänge im Vergleich zum Februar etwas gebremst. Am größten Flughafen in Frankfurt ging die Zahl der Passagiere um 9,2 Prozent auf 4,030 Millionen zurück, wie das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Konzernweit sank die Zahl der Fluggäste um 6,3 Prozent auf 5,192 Millionen. Im Cargo-Geschäft verzeichnete der Flughafenbetreiber im März konzernweit einen Rückgang von 21,2 Prozent auf 167.058 Tonnen Luftpost und Luftfracht. In Frankfurt nahm das Cargo-Volumen ebenfalls um 21,2 Prozent auf 152.784 Tonnen ab.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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