Kooperation BMW sucht mehr Nähe zu Daimler

Von der Abwrackprämie profitieren die Premiumhersteller BMW und Daimler kaum. Absatz und Gewinn der Autobauer geraten in der Krise weiter unter Druck. Um stärker Kosten zu sparen, zeigt sich BMW-Chef Norbert Reithofer jetzt für eine engere Kooperation mit dem Mitbewerber bereit.

München - Der Autobauer BMW  bereitet offenbar eine engere Zusammenarbeit mit Daimler  vor. "Ich kann mir durchaus vorstellen, dass weitere Möglichkeiten der Kooperation mit Daimler bei Teilen geprüft werden, die nicht markenprägend sind", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). BMW arbeitet dem Bericht zufolge mit seinem Rivalen Daimler bereits beim Einkauf zusammen, um Kosten zu sparen.

Die Premiumhersteller BMW und Daimler verzeichnen im Zuge der Wirtschaftskrise starke Einbrüche beim Absatz und Gewinn und reagieren mit kräftigen Sparprogrammen auf die Misere. Daimler kündigte zuletzt an, in diesem Jahr zwei Milliarden Euro allein an Personalkosten einsparen zu wollen und schloss auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus.

Analysten fordern seit längerer Zeit, dass die beiden Autobauer ihre Zusammenarbeit deutlich über das geplante Maß hinaus intensivieren, um zusätzlich Kosten zu sparen. Für die beiden Premiumhersteller, die von der Abwrackprämie kaum profitieren, schließen die Experten in diesem Jahr einen operativen Milliardenverlust nicht mehr aus.

Nach Worten des BMW-Chefs werden Absatzrückgänge "womöglich das ganze Jahr über zweistellig bleiben. Wir beobachten derzeit zwar eine leichte Entspannung, aber wir gehen in diesem Jahr nicht von einer signifikanten Markterholung aus".

Reithofer kann sich offenbar auch eine Zusammenarbeit mit weiteren Autokonzernen vorstellen: "Wir sprechen grundsätzlich auch mit anderen Partnern über Kooperationen", sagte er. Der Autohersteller mit den Marken BMW, Mini und Rolls-Royce wolle aber auch in Zukunft ein unabhängiges Unternehmen bleiben. Mit dem französischen Konzern PSA Peugeot-Citroen entwickelte BMW bereits Benzinmotoren für den Mini.

Gemeinsame Projekte mit Fiat, über die seit längerem spekuliert wird, lehnte Reithofer ab. "Der Mini auf einer Alfa-Plattform funktioniert nicht. Die typischen Fahreigenschaften eines Mini sind dann einfach nicht mehr da", betonte er.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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