Keine Hilfe in Sicht Woolworth Deutschland vor der Insolvenz

Der Kaufhauskette Woolworth Deutschland geht das Geld aus. Eilen Gesellschafter und Eigentümer dem Unternehmen nicht zur Hilfe, soll nach Informationen von manager-magazin.de noch am Osterwochenende der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Frankfurt eingereicht werden. Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Hamburg - Die vor eineinhalb Jahren an den britischen Finanzinvestor Argyll Partners verkaufte Billigwarenhauskette DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG steht nach Informationen von manager-magazin.de vor der Insolvenz.

Trotz umfangreicher Kostensenkungsmaßnahmen ist angeblich keine ausreichende Liquidität mehr gesichert. Wenn nicht noch im letzten Moment Hilfe kommt, etwa vom Gesellschafter Argyll oder vom Eigentümer eines großen Teils der Woolworth-Filialen, dem Finanzinvestor Cerberus, soll möglicherweise noch am Osterwochenende der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Frankfurt eingereicht werden. Der zuständige Richter ist bereits am vergangenen Mittwoch vorab informiert worden. Woolworth beschäftigt in 322 Filialen in Deutschland und Österreich rund 11.000 Mitarbeiter.

Gesellschafter Argyll hatte unmittelbar nach der Woolworth-Übernahme die etwa 110 bis dahin im Eigentum der Warenhauskette befindlichen Filialen an Cerberus verkauft. Als Vermieter und Großgläubiger von Woolworth hat Cerberus großes Interesse an der Fortführung der Einzelhandelsfirma.

Ende März hatte der erst zum 1. März 2009 angetretene Vorsitzende der Geschäftsführung, Stefan Rohrer (39), sein Amt niedergelegt - offenbar, weil ihn der Gesellschafter Argyll vor seiner Bestellung im Unklaren über die tatsächliche wirtschaftliche Situation des Unternehmens gelassen hatte. Rohrers Vorgänger Robert Brech (52) hatte Woolworth Anfang März verlassen. Einziger verbliebener Geschäftsführer ist derzeit Finanzchef Dieter Stukenbrok, dem nun der Gang zum Insolvenzgericht obliegt.

Stukenbrok gab am Karfreitag gegenüber manager- magazin.de folgende Stellungnahme ab: "Ich halte die Veröffentlichung einer solchen Meldung für geschäftsschaädigend und destabilisierend für die Gesellschaft. Bis zum heutigen Tage ist kein Insolvenzantrag gestellt worden."

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