Swiss Re Neuer Chef streicht jede zehnte Stelle

Der neue Swiss-Re-Chef Stefan Lippe tritt nach dem Milliardenverlust des Vorjahres auf die Kostenbremse. Der Schweizer Rückversicherer will im kommenden Jahr jede zehnte der gegenwärtig rund 11.500 Stellen streichen.

Zürich - "Swiss Re beschleunigt die Umsetzung von Maßnahmen, um die Organisation zu vereinfachen und die operative Effizienz zu steigern", teilte Swiss Re am Donnerstag mit. "Das ermöglicht erhebliche Kosteneinsparungen." Diese Maßnahmen sollten bis Ende 2010 zu einer Reduktion der Betriebskosten um 400 Millionen Franken führen.

Swiss Re wolle Kapital freisetzen und in Bereiche umschichten, die den größten wirtschaftlichen Erfolg versprächen. Zudem werde sich das Unternehmen darauf konzentrieren, die durch das Rückversicherungsgeschäft generierten Anlagen umsichtig zu verwalten und die Risiken im Anlageportfolio weiter zu reduzieren.

Swiss Re gab zudem die Ernennung von Agostino Galvagni zum neuen Chief Operating Officer (COO) zum 1. Mai bekannt. Der 49-jährige Italiener übernimmt damit die Funktion, die Konzernchef Stefan Lippe vor seiner Ernennung im letzten Februar innehatte.

Swiss Re rutschte 2008 wegen Milliardenabschreibungen auf neuartige Finanzprodukte und risikobehaftete Wertpapiere tief in die roten Zahlen. Mitte Februar hatte Konzernchef Jacques Aigrain Konsequenzen gezogen und seinen Hut genommen. Mit Lippe wurde ein erfahrener Rückversicherungsexperte an die Spitze berufen.

manager-magazin.de mit Material von reuters