Krisenticker AIG verkauft Sparte an Münchener Rück

Die Bank of America verkündet die Konjunkturwende. In den USA nehmen die Aufträge für die Industrie wieder zu, doch zugleich beschleunigt sich der Anstieg der Arbeitslosenzahl. In Deutschland soll die Abwrackprämie ab Juni schrumpfen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.30 Uhr: Der stark angeschlagene US-Versicherer AIG (Kurswerte anzeigen) hat zwei Unternehmenssparten verkauft, um seine Schulden beim Staat begleichen zu können. AIG Life in Kanada sei am Mittwoch für rund 263 Millionen Dollar (196 Millionen Euro) verkauft worden, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Deutlich mehr brachte demnach mit 739 Millionen Dollar am Mittwoch der Verkauf der AIG-Tochter Hartford Steam Boiler (HSB), ein Spezialversicherer für Maschinenausfälle und andere technische Risiken, an die Münchener Rück  ein. Mit den Verkäufen arbeite AIG trotz schwieriger Marktbedingungen "unermüdlich" daran, der US-Regierung ihre Hilfszahlungen zurückzuzahlen, erklärte AIG-Chef Edward Liddy.

Im Zuge der Finanzkrise hatte die US-Regierung AIG mit insgesamt rund 180 Milliarden Dollar gestützt. Der Konzern hatte vor zwei Wochen angekündigt, die Finanzsparte, die für eines der größten Fiaskos in der US-Wirtschaftsgeschichte gesorgt hatte, in den kommenden vier Jahren abzuwickeln. Statt dessen will AIG sein Geschäft auf risikoärmere Aktivitäten konzentrieren. Wie Liddy nun mitteilte, verkaufte sein Unternehmen in den vergangenen Monaten bereits zehn Sparten. Weitere Transaktionen würden geprüft.

22 Uhr: Die Billionen-Hilfe der G20-Staaten und neue Bilanzierungs-Freiräume für US-Banken haben den Börsen in New York Auftrieb gegeben. Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 2,8 Prozent im Plus bei 7978 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er lange über 8000 Punkten notiert - erstmals seit zwei Monaten. Der breiter gefasste S&P-500-Index  gewann 2,9 Prozent auf 834 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  stieg um 3,3 Prozent und ging mit 1602 Punkten aus dem Handel.

21.50 Uhr: Der neue Verwaltungsratschef des US-Autobauers General Motors (Kurswerte anzeigen) (GM), Kent Kresa, hat sich im Fall einer unvermeidlichen Insolvenz für eine Aufspaltung des Konzerns ausgesprochen. Eine Zweiteilung in einen "guten" und einen "schlechten" Konzernteil sei eine "sehr gute Idee", sagte Kresa dem Fachmagazin "Automotive News". Er glaube aber nach wie vor, dass sich GM auch ohne Insolvenzverfahren sanieren könne.

21 Uhr: Die Lkw-Hersteller müssen sich nach Ansicht des Mercedes-Managers Hubertus Troska in diesem Jahr auf einen 30- bis 50-prozentigen Rückgang des Marktes in West- und Osteuropa einstellen. "Der Auftragseingang geht für alle Hersteller zurück, ebenfalls für uns", sagte der Leiter von Mercedes Benz-Lkw im Lkw-Werk im pfälzischen Wörth. Genaue Zahlen nannte er nicht. In Deutschland sei der Markt in den ersten beiden Monaten 2009 um 35 Prozent zurückgegangen. "Ich prognostiziere mal: Das zweite Quartal wird noch schwächer", sagte Troska. Hoffnung setze das Unternehmen auf die staatlichen Konjunkturprogramme, sagte Troska.

20 Uhr: Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge in der nächsten Woche über den Umgang mit faulen Wertpapieren der Finanzbranche beraten. Dazu würden sich Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere (CDU), Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit Bundesbankpräsident Axel Weber und dem Chef des staatlichen Rettungsfonds Soffin, Hannes Rehm, treffen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Freitagausgabe ohne Angabe von Quellen. Die Bundesregierung wehrt sich bislang dagegen, eine zentrale Stelle ("Bad Bank") einzurichten, die den Finanzinstituten risikoreiche Papiere auf Kosten der Steuerzahler abnimmt.

19.30 Uhr: Die Schweiz will trotz des wachsenden internationalen Drucks ihr Bankgeheimnis weitgehend erhalten. "Das Bankgeheimnis bleibt aber bestehen und einen automatischen Informationsaustausch lehnen wir entschieden ab", sagte Wirtschaftsministerin Doris Leuthard am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Zürich laut Redetext. Leuthard sagte, die Schweiz habe Zugeständnisse gemacht, um zu verhindern, dass die für das Land so wichtige Exportindustrie unter "schwarzen oder anderen Listen" zu leiden habe. Sie betonte, dass die Regierung (Bundesrat) einen automatischen Informationsaustausch entschieden ablehne. "Wir wollen den Informationsaustausch mit andern Ländern im Einzelfall und auf konkrete Anfrage ausbauen."

18.40 Uhr: Das Umschlagsunternehmen Eurogate plant ab Mai Kurzarbeit für bis zu 800 seiner rund 2400 Hafenarbeiter auf dem Containerterminal in Bremerhaven. Damit reagiere der Betrieb auf den weiterhin rückläufigen Containerumschlag an der Weser, teilte das Unternehmen mit. Der Umfang der zunächst für sechs Monate beantragten Kurzarbeit sei noch offen. Zugleich kündigte Eurogate an, sich für den Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen beim Gesamthafenbetriebsverein (GHBV) einzusetzen. Der Personaldienstleister der Häfen in Bremen hatte vor zwei Wochen die Entlassung von bis zu 1400 Beschäftigten angekündigt.

18.20 Uhr: Die staatliche Abwrackprämie wird voraussichtlich von Juni an deutlich reduziert. Im Gespräch ist ein Betrag zwischen 1000 und 2000 Euro, als wahrscheinlich gilt eine Summe von 1500 Euro oder eine Halbierung der Prämie auf 1250 Euro. Das bestätigten Regierungskreise am Donnerstag in Berlin.

Dax verbucht größten Tagesgewinn seit Anfang Dezember

17.45 Uhr: Aufkeimender Konjunkturoptimismus hat den Dax  am Donnerstag kräftig in die Höhe getrieben. Der Leitindex beendete den Xetra-Handel 6,1 Prozent im Plus auf einem Sechs-Wochen-Hoch von 4381,92 Punkten und verbuchte damit seinen größten Tagesgewinn seit Anfang Dezember. Der MDax  stieg um 5,9 Prozent auf 4800,26 Punkte. Der TecDax  zog um 4,6 Prozent auf 510,23 Zähler an. An der Wall Street lag der Dow Jones  bei Xetra-Handelsschluss in Deutschland 3,5 Prozent im Plus bei 8031 Stellen. Der Nasdaq Composite  gewann 4,1 Prozent auf 1616 Punkte. Der breiter gefasste S&P500  gewann 3,7 Prozent auf 841 Zähler.

17.30 Uhr: Die krisengeschüttelte US-Wirtschaft hat nach Einschätzung der Bank of America  allmählich die Talsohle erreicht. "Wir stehen an einem Punkt, an dem wir uneinheitliche Signale sehen. Das deutet daraufhin, dass die konjunkturelle Bodenbildung bald erfolgt", sagte Bank-of-America-Chef Kenneth Lewis am Donnerstag dem Sender CNBC. Dazu dürfte es in der zweiten Jahreshälfte kommen.

17.25 Uhr: US-Banken bekommen künftig mehr Spielraum bei der Bilanzierung von Wertpapieren. Die für die Rechnungslegungsstandards zuständige Organisation FASB kündigte am Donnerstag an, ihre bisherigen Regeln anzupassen und den Finanzinstituten mehr Flexibilität bei der Bewertung von Papieren in illiquiden Märkten einzuräumen. Die Regelung werde ab dem zweiten Quartal gelten, viele Banken könnten sie bereits für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres anwenden. Damit müssen US-Banken nun voraussichtlich deutlich weniger Abschreibungen vornehmen, was ihre in den vergangenen Monaten unter Druck gekommene Kapitaldecke stark entlasten dürfte. US-Bankaktien zogen an der Wall Street deutlich an.

17.20 Uhr: Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (Kurswerte anzeigen) (HRE) residiert künftig bescheidener. Im dritten Quartal würden rund 650 Mitarbeiter, die derzeit über fünf Standorte in der Innenstadt verteilt seien, nach Unterschleißheim vor den Toren Münchens ziehen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Ursprünglich war ein Umzug in das sogenannte Lehel-Carré im teuren Münchner Stadtteil Lehel geplant. Dies wurde nun aus Kostengründen abgeblasen.

17.15 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrienationen (G20) erklären in London der Presse die Ergebnisse ihres Gipfeltreffens. Unter anderem soll der Internationale Währungsfonds mit einer Billionen-Dollar-Spritze gestärkt werden, es soll eine weltweite Finanzaufsicht für große Banken, Hedgefonds und Ratingagenturen eingeführt werden, Steueroasen werden trockengelegt. Die G20 verkünden gemeinsame Konjunkturhilfen von fünf Billionen Dollar bis 2010. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von einem "fast historischen Kompromiss".

Abwrackprämie soll ab Juni schrumpfen

17.05 Uhr: Der New Yorker Aktienindex Dow Jones (Kurswerte anzeigen) hat erstmals seit dem 10. Februar die Marke von 8000 Punkten erreicht und damit ein Plus von 3 Prozent verzeichnet. Im Gefolge steigt in Frankfurt der Dax (Kurswerte anzeigen) um mehr als 6 Prozent.

16.45 Uhr: Die Abwrackprämie als Anreiz für den Neuwagenkauf soll Regierungskreisen zufolge auf alle Fälle noch bis Ende Mai in Höhe von 2500 Euro gezahlt werden. Für Anträge, die bis zum Stichtag am 31. Mai eingereicht seien, werde die volle Summe gezahlt, hieß es aus der Regierung am Donnerstag in Berlin. Das Kabinett werde kommende Woche beraten, wie es vom 1. Juni an mit der Prämie weitergehe.

Aus Koalitionskreisen hieß es ergänzend, es sei nach Ende Mai eine Verringerung der Prämie "um einen gewissen Prozentsatz" im Gespräch. Dies habe finanzielle Gründe, um die Kosten für den Bundeshaushalt einzugrenzen, solle aber auch den Anreiz für einen zeitnahen Neuwagenkauf zur Ankurbelung der Konjunktur aufrechterhalten.

Neuwagenkäufer bekommen derzeit 2500 Euro als Prämie vom Staat, wenn sie gleichzeitig einen mindestens neun Jahre alten Wagen in die Schrottpresse geben. Bis zum Donnerstag gingen mehr als 1,1 Millionen Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ein, darunter fast 700.000 Reservierungen über das neue Online-Verfahren. Das bisherige Budget von 1,5 Milliarden Euro würde rechnerisch für höchstens 600.000 Prämien reichen.

16.10 Uhr: In den USA ist der scharfe Auftragsrückgang in der Industrie vorläufig gestoppt. Wie das US-Handelsministerium in Washington mitteilte, verzeichnete die Industrie im Februar erstmals seit sieben Monaten wieder mehr Aufträge. Der Auftragseingang erhöhte sich um 1,8 Prozent, während Volkswirte mit einem neuerlichen Rückgang um 1,1 Prozent gerechnet hatten. Allerdings wurde der Vormonatswert deutlich nach unten revidiert. Im Januar waren die Auftragseingänge um revidiert 3,5 (zuvor 1,9) Prozent gesunken.

15.40 Uhr: Nach einer sich abzeichnenden Generalüberholung des Weltfinanzsystems beim G20-Gipfel in London und weiterhin freundlichen Aktienmärkten haben die Ölpreise am Nachmittag kräftig zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Mai stieg um 3,57 Dollar auf 51,96 Dollar. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte um 3,84 auf 52,28 Dollar. Am Mittwoch hatten erneut angewachsene Rohöllagerbestände in den USA die Ölpreise gedrückt.

15.35 Uhr: Die US-Börsen sind beflügelt von Kursgewinnen bei General Motors und Finanzwerten fest in den Handel gestartet. Zudem hätten Hoffnungen, dass der Weltfinanzgipfel Beschlüsse zur Bekämpfung der globalen Rezession fasse, der Wall Street auf die Sprünge geholfen, sagten Händler. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg in den ersten Handelsminuten 2,1 Prozent auf 7926 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 2,3 Prozent auf 829 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 2 Prozent auf 1582 Punkte vor.

15.15 Uhr: Die dänische Zentralbank hat ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2 Prozent gesenkt. Damit folgte die Notenbank der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Zinslockerung um ebenfalls 25 Punkte vorgenommen hatte. Dänemark hat den Wechselkurs seiner Landeswährung an den des Euro gebunden, weshalb die Zinspolitik in der Regel dem EZB-Kurs folgt.

US-Arbeitslosenzahl wächst noch schneller

14.40 Uhr: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA hat sich erneut erhöht. Die Zahl sei von 657.000 Anträgen in der Vorwoche auf 669.000 geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit 650.000 Erstanträgen gerechnet. Der Wert der Vorwoche wurde unterdessen auf 657.000 (bisher 652.000) nach oben revidiert.

14.30 Uhr: Trotz Rekordabsätzen im Inland leidet die deutsche Autoindustrie unter der anhaltenden Exportschwäche. "Die Stabilisierung der globalen Absatzmärkte ist das oberste Ziel der deutschen Automobilindustrie," erklärte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. Die Ausfuhr lag mit 713.700 Wagen im ersten Quartal um 38 Prozent unter dem Wert der ersten drei Monate 2008. Die Produktion ist um ein Drittel auf das mit rund 1 Million Autos niedrigste Niveau seit 15 Jahren zurückgefahren worden.

13.49 Uhr: Der kanadische Flugzeugbauer Bombardier streicht bis Ende des Jahres 3000 Stellen in Kanada, den USA, Mexiko und Nordirland. Der drittgrößte Hersteller von Zivilflugzeugen erklärte, dies entspreche einem Abbau 10 Prozent der Stellen. Das Unternehmen rechnet wegen der gesunkenen Nachfrage damit, in diesem Geschäftsjahr rund 25 Prozent weniger Flugzeuge auszuliefern als im Vorjahr. Bereits im Februar hatte Bombardier die Produktion gedrosselt und den Abbau von 1360 Stellen angekündigt.

13.15 Uhr: Der Dax  notiert bis zum Mittag 4,2 Prozent fester auf 4304 Zählern. Auch an der Wall Street wird zum Auftakt des Handels um 15.30 Uhr mit Gewinnen gerechnet. Im Dax  legen Autowerte wie Daimler und BMW jeweils mehr als 10 Prozent zu.

13.00 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der 20 stärksten Industrienationen haben sich beim Weltfinanzgipfel in London auf eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung für den Internationalen Währungsfonds (IWF) geeinigt. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus den Delegationen erfuhr, ist die zudem größte Reform des Währungsfonds seit dessen Gründung 1944 geplant.

12.15 Uhr: Der G20-Gipfel steht nach Angaben aus Verhandlungskreisen kurz vor einer Einigung auf ein Paket zur Ankurbelung des Welthandels. Demnach sollen binnen zwei Jahren 250 Milliarden Dollar zur Finanzierung des Handels bereitgestellt werden, wie aus Londoner Gipfelkreisen am Donnerstag weiter verlautete. Die Gelder sollten unter anderem über Entwicklungsbanken verteilt werden.

Britische Häuserpreise steigen erstmals seit 16 Monaten

11.32 Uhr: Die seit mehr als einem Jahr zahlungsunfähige Lausitzer Glashütte soll versteigert werden. Bis zum Ablauf der letzten Angebotsfrist Ende März habe es keine tragfähigen Angebote zur Übernahme des Unternehmens gegeben, teilte der Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg mit. Er kündigte eine öffentliche Versteigerung der Produktionsanlagen des letzten ostdeutschen Bleiglasproduzenten voraussichtlich noch für April an.

10.34 Uhr: Der Bankkonzern WGZ ist im Geschäftsjahr 2008 in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich steht ein Konzernverlust von 195 Millionen Euro. Der Konzern habe sich den Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten nicht gänzlich entziehen können, sagte Bankchef Werner Böhnke einer Mitteilung zufolge.

10.05 Uhr: Der Dax baut am Vormittag seine Gewinne auf mehr als 3 Prozent aus. Zu den größten Gewinnern gehörten Autotitel wie BMW  und Daimler  mit Gewinnen zwischen 7 und 10 Prozent. Daimler hatte gestern bekannt gegeben, dass die Mitarbeiter auf einen Teil ihres Gehalts verzichten .

9.20 Uhr: Der Immobilienmarkt in Großbritannien hat im März einen überraschenden Aufwind erlebt. Erstmals seit 16 Monaten seien die Preise für Häuser gestiegen, teilte die britische Bausparkasse Nationwide am Donnerstag im südwestenglischen Swindon mit. Der Durchschnittswert für ein Haus ist demnach um 0,9 Prozent auf 150.946 Pfund (165.512 Euro) gestiegen. Im Jahresdurchschnitt verringerte sich der Wertverfall damit von 17,6 auf 15,7 Prozent. Erst vor wenigen Tagen hatte die Bank of England berichtet, dass die Zahl der Kredite zum Hauskauf im Februar um 19 Prozent gestiegen sei.

9.10 Uhr: Der Dax  startet mit Gewinnen von 2,5 Prozent in den Handel. Gute Vorgaben aus den USA und aus Asien treiben den Index klar über die Marke von 4200 Zählern. Außerdem hoffen Anleger auf Ergebnisse des G20-Gipfels in London, die die Märkte stützen könnten.

8.45 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) fordert vom Londoner G20-Gipfel klare Beschlüsse zur Regulierung der Finanzmärkte. Kein Finanzmarkt dürfe künftig unreguliert und unbeaufsichtigt bleiben, sagte Steinbrück am Donnerstag im Deutschlandfunk. Das sei das wichtigste Ziel des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer, der derzeit in der britischen Hauptstadt stattfindet.

Auch Hedgefonds, Versicherungen und Ratingagenturen müssten Kontrollen unterzogen werden. "Hier hat sich ein Gesinnungswandel bei den Amerikanern sehr stark bemerkbar gemacht."

7.27 Uhr: Der Rückversicherer Swiss Re will weltweit jeden zehnten Arbeitsplatz streichen. Die Organisationsstruktur solle weiter vereinfacht und die betriebliche Effizienz gesteigert werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Zürich mit. Dazu werde unter anderem das globale Geschäftsstellennetz gestrafft. Zudem wurde Agostino Galvagni zum neuen Konzernvorstand für das operative Geschäft (COO) der Gruppe und Mitglied der Geschäftsleitung ernannt. Er soll den Posten zum 1. Mai antreten.

Sarrazin lehnt staatliche Hilfen für Opel ab

7.03 Uhr: Kanada hat dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mehr Geld zugesagt. Der kanadische Premierminister Stephen Harper stellte dem Fonds am Mittwoch (Ortszeit) eine Soforthilfe von zehn Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Euro) in Aussicht, "damit den Entwicklungs- und Schwellenländern das Geld zur Verfügung stehe, das sie brauchten". Zudem werde Ottawa 200 Millionen Dollar für die Weltbank bereitstellen. Wegen seines soliden Finanzsystems ist Kanada eines der wenigen westlichen Länder, das seine Banken nicht mit Finanzhilfen oder umfangreichen Bürgschaften stützen musste.

5.44 Uhr: Der scheidende Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hat sich gegen eine staatliche Unterstützung des Autobauers Opel ausgesprochen. "Erstens ist Opel zu klein, um allein zu überleben. Zweitens: Niemand braucht einen Opel - man kann sich auch ein anderes Auto kaufen, die sind heute sowieso alle gleich," sagte der Finanzsenator. "Drittens gibt es in der Autoindustrie 20 bis 30 Prozent Überkapazität."

5.26 Uhr: Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat die Teilnehmer des Weltfinanzgipfels in London aufgerufen, die Finanzmärkte von der Last der faulen Kredite zu befreien. Die USA stellten Konjunkturhilfen in den Mittelpunkt und die Europäer beharrten auf einer Neuregulierung der Märkte, sagte Strauss-Kahn der Zeitung "Financial Times" (Donnerstagausgabe).

5.15 Uhr: Der niederländische Finanzkonzern Fortis verschiebt die Aktionärsabstimmung über den Verkauf seiner Bankensparte an BNP Paribas auf Ende April. Ursprünglich stand die Abstimmung für den 8. und 9. April an, wie aus einer Mitteilung am Mittwochabend hervorgeht. Erst vergangenen Monat hatten die Fortis-Aktionäre gegen die Zerschlagung des Unternehmens gestimmt und die Übernahme von Geschäftsteilen durch die Staaten Belgien und den Niederlanden die Anteilseigner mehrheitlich abgelehnt.

4.26 Uhr: Der angeschlagene Autokonzern General Motors hat die US-Regierung um eine milliardenschwere Hilfe für die Entwicklung von Hybridautos gebeten. Demnach soll der Staat verbilligte Kredite im Umfang von 2,6 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, wie es in einem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsplan heißt.

1.45 Uhr: Trotz erneut trostloser Absatzzahlen in den USA verbreiten einige Autobauer demonstrativ Zuversicht und sehen erste Hoffnungsschimmer. Die Verkäufe brachen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat zwar ein weiteres Mal um 20 bis 45 Prozent ein. Doch die krisengeschüttelte Opel-Mutter General Motors (GM) spricht nun von einer Belebung der Nachfrage zum Monatsende. Auch BMW sieht erste Anzeichen für eine Besserung.

Donnerstag, 0.20 Uhr: Von der heutigen Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) (9.00 Uhr) erwarten Experten eine erneute Senkung der Leitzinsen. Bankvolkswirte rechnen damit, dass der maßgebliche Hauptrefinanzierungssatz aufgrund der weiterhin schlechten Konjunkturaussichten um 50 Basispunkte auf dann 1,0 Prozent reduziert wird.

Mittwoch, 22.10 Uhr: Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten haben den New Yorker Aktienmarkt beflügelt. Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 2 Prozent im Plus bei 7761 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 1,7 Prozent auf 811 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 1,5 Prozent und ging mit 1551 Punkten aus dem Handel.

20.15 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat im späten Parketthandel die Kursgewinne leicht ausgebaut. Der L-Dax schloss bei 4139,35 Zählern, nachdem der Leitindex auf Xetra um 1,13 Prozent auf 4131,07 Zähler gestiegen war. Der L-MDax notierte zum Ende des Parketthandels bei 4548,81 Punkten.

19.20 Uhr: Auch die Autoverkäufe von Daimler  und Porsche  in den USA sind zurückgegangen. Daimler hat dort im März 23 Prozent weniger Autos verkauft als ein Jahr zuvor. Der Absatz sei auf 17.348 Fahrzeuge zurückgegangen, teilte der Konzern mit. Die Marke Mercedes-Benz verzeichnete einen Einbruch um 25 Prozent auf 15.602 Wagen. Der Smart verkaufte sich 1746 Mal, ein Plus von einem Prozent.

Der Sportwagenbauer Porsche hat im März in Nordamerika 27 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft. Der Absatz betrug 1921 Wagen, wie das Stuttgarter Unternehmen mitteilte. Von der Sportwagen-Baureihe 911 wurden mit 609 Stück gut ein Viertel weniger abgesetzt. Heftiger fiel der Rückgang bei der günstigere Boxster-Baureihe aus. Von dem Cabrio-Modell sowie der Coupe-Version Cayman gingen 334 Fahrzeuge an die Kunden, ein Minus von 42 Prozent.

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