Samstag, 7. Dezember 2019

Krisenticker AIG verkauft Sparte an Münchener Rück

Die Bank of America verkündet die Konjunkturwende. In den USA nehmen die Aufträge für die Industrie wieder zu, doch zugleich beschleunigt sich der Anstieg der Arbeitslosenzahl. In Deutschland soll die Abwrackprämie ab Juni schrumpfen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.30 Uhr: Der stark angeschlagene US-Versicherer AIG Börsen-Chart zeigen hat zwei Unternehmenssparten verkauft, um seine Schulden beim Staat begleichen zu können. AIG Life in Kanada sei am Mittwoch für rund 263 Millionen Dollar (196 Millionen Euro) verkauft worden, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Deutlich mehr brachte demnach mit 739 Millionen Dollar am Mittwoch der Verkauf der AIG-Tochter Hartford Steam Boiler (HSB), ein Spezialversicherer für Maschinenausfälle und andere technische Risiken, an die Münchener Rück Börsen-Chart zeigen ein. Mit den Verkäufen arbeite AIG trotz schwieriger Marktbedingungen "unermüdlich" daran, der US-Regierung ihre Hilfszahlungen zurückzuzahlen, erklärte AIG-Chef Edward Liddy.

Im Zuge der Finanzkrise hatte die US-Regierung AIG mit insgesamt rund 180 Milliarden Dollar gestützt. Der Konzern hatte vor zwei Wochen angekündigt, die Finanzsparte, die für eines der größten Fiaskos in der US-Wirtschaftsgeschichte gesorgt hatte, in den kommenden vier Jahren abzuwickeln. Statt dessen will AIG sein Geschäft auf risikoärmere Aktivitäten konzentrieren. Wie Liddy nun mitteilte, verkaufte sein Unternehmen in den vergangenen Monaten bereits zehn Sparten. Weitere Transaktionen würden geprüft.

22 Uhr: Die Billionen-Hilfe der G20-Staaten und neue Bilanzierungs-Freiräume für US-Banken haben den Börsen in New York Auftrieb gegeben. Der Dow-Jones-Index Börsen-Chart zeigen der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 2,8 Prozent im Plus bei 7978 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er lange über 8000 Punkten notiert - erstmals seit zwei Monaten. Der breiter gefasste S&P-500-Index Börsen-Chart zeigen gewann 2,9 Prozent auf 834 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen stieg um 3,3 Prozent und ging mit 1602 Punkten aus dem Handel.

21.50 Uhr: Der neue Verwaltungsratschef des US-Autobauers General Motors Börsen-Chart zeigen (GM), Kent Kresa, hat sich im Fall einer unvermeidlichen Insolvenz für eine Aufspaltung des Konzerns ausgesprochen. Eine Zweiteilung in einen "guten" und einen "schlechten" Konzernteil sei eine "sehr gute Idee", sagte Kresa dem Fachmagazin "Automotive News". Er glaube aber nach wie vor, dass sich GM auch ohne Insolvenzverfahren sanieren könne.

21 Uhr: Die Lkw-Hersteller müssen sich nach Ansicht des Mercedes-Managers Hubertus Troska in diesem Jahr auf einen 30- bis 50-prozentigen Rückgang des Marktes in West- und Osteuropa einstellen. "Der Auftragseingang geht für alle Hersteller zurück, ebenfalls für uns", sagte der Leiter von Mercedes Benz-Lkw im Lkw-Werk im pfälzischen Wörth. Genaue Zahlen nannte er nicht. In Deutschland sei der Markt in den ersten beiden Monaten 2009 um 35 Prozent zurückgegangen. "Ich prognostiziere mal: Das zweite Quartal wird noch schwächer", sagte Troska. Hoffnung setze das Unternehmen auf die staatlichen Konjunkturprogramme, sagte Troska.

General Motors: Eine Aufspaltung wäre nach Ansicht des Verwaltungsratschefs im Fall einer Insolvenz eine "sehr gute Idee"
20 Uhr: Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge in der nächsten Woche über den Umgang mit faulen Wertpapieren der Finanzbranche beraten. Dazu würden sich Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere (CDU), Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit Bundesbankpräsident Axel Weber und dem Chef des staatlichen Rettungsfonds Soffin, Hannes Rehm, treffen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Freitagausgabe ohne Angabe von Quellen. Die Bundesregierung wehrt sich bislang dagegen, eine zentrale Stelle ("Bad Bank") einzurichten, die den Finanzinstituten risikoreiche Papiere auf Kosten der Steuerzahler abnimmt.

19.30 Uhr: Die Schweiz will trotz des wachsenden internationalen Drucks ihr Bankgeheimnis weitgehend erhalten. "Das Bankgeheimnis bleibt aber bestehen und einen automatischen Informationsaustausch lehnen wir entschieden ab", sagte Wirtschaftsministerin Doris Leuthard am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Zürich laut Redetext. Leuthard sagte, die Schweiz habe Zugeständnisse gemacht, um zu verhindern, dass die für das Land so wichtige Exportindustrie unter "schwarzen oder anderen Listen" zu leiden habe. Sie betonte, dass die Regierung (Bundesrat) einen automatischen Informationsaustausch entschieden ablehne. "Wir wollen den Informationsaustausch mit andern Ländern im Einzelfall und auf konkrete Anfrage ausbauen."

18.40 Uhr: Das Umschlagsunternehmen Eurogate plant ab Mai Kurzarbeit für bis zu 800 seiner rund 2400 Hafenarbeiter auf dem Containerterminal in Bremerhaven. Damit reagiere der Betrieb auf den weiterhin rückläufigen Containerumschlag an der Weser, teilte das Unternehmen mit. Der Umfang der zunächst für sechs Monate beantragten Kurzarbeit sei noch offen. Zugleich kündigte Eurogate an, sich für den Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen beim Gesamthafenbetriebsverein (GHBV) einzusetzen. Der Personaldienstleister der Häfen in Bremen hatte vor zwei Wochen die Entlassung von bis zu 1400 Beschäftigten angekündigt.

18.20 Uhr: Die staatliche Abwrackprämie wird voraussichtlich von Juni an deutlich reduziert. Im Gespräch ist ein Betrag zwischen 1000 und 2000 Euro, als wahrscheinlich gilt eine Summe von 1500 Euro oder eine Halbierung der Prämie auf 1250 Euro. Das bestätigten Regierungskreise am Donnerstag in Berlin.

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