Werksschließung Sarkozy droht Continental

Der deutsche Autozulieferer Continental hat mit der Ankündigung, sein Werk im nordfranzösischen Clairoix zu schließen, für großen Unmut gesorgt. Ein Staatsanwalt äußerte rechtliche Bedenken. Und Präsident Nikolas Sarkozy grollt: "Diese Leute stehen nicht über dem Gesetz."

Sarreguemines/Paris - Die bevorstehende Schließung einer Continental-Fabrik in Frankreich ist jetzt ein Fall für die Justiz: Das laufende Verfahren zur Schließung des Reifenwerkes im nordfranzösischen Clairoix müsse angehalten werden, forderte Staatsanwalt Christophe Mira am Dienstagabend vor Gericht in Sarreguemines. Das Verfahren sei aus arbeitsrechtlicher Sicht "problematisch".

Der Anwalt der Continental-Beschäftigten, Ralph Blindauer, verwies darauf, dass die Geschäftsführung des deutschen Autozulieferers den Arbeitern 2007 zugesichert habe, das Werk im nordfranzösischen Clairoix nicht vor 2012 zu schließen. Jetzt würden "diese Gauner" wortbrüchig.

Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy sagte im Radiosender Europe 1, er habe "in Deutschland gesagt, was ich von ihren Sozialplänen halte". Continental müsse sich an das Arbeitsrecht halten. "Diese Leute stehen nicht über dem Gesetz", sagte Sarkozy. Die französische Regierung hatte mehrfach auch Zweifel geäußert, ob die Schließung der Reifenfabrik aus wirtschaftlicher Sicht gerechtfertigt sei.

Die Gewerkschaften machen geltend, dass das deutsche Unternehmen gegen das Arbeitsrecht verstoßen habe: Statt sich zunächst mit dem Betriebsrat abzusprechen, habe das Unternehmen die Schließung im Alleingang beschlossen und als feststehende Tatsache verkündet. Continental hatte am 11. März bekanntgegeben, dass die Reifenwerke in Hannover und in Clairoix dieses Jahr geschlossen würden. Das Gericht soll am 21. April entscheiden.

manager-magazin.de mit Material von afp

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