Opel Merkel will bei Suche nach Investor helfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Opel bei einem Werksbesuch in Rüsselsheim die Unterstützung des Bundes zugesichert. Man werde Opel dabei helfen, einen Investor zu finden. Eine direkte Staatsbeteiligung, wie sie Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier sowie Führung und Betriebsrat von Opel fordern, lehnt Merkel weiterhin ab.

Rüsselsheim - Opel müsse auf eine solide Basis gestellt werden, sagte Merkel. Hierzu müsse Opel versuchen, einen Investor zu finden. "Aber, und das sage ich ausdrücklich zu, mit staatlicher Unterstützung", sagte Merkel. Sie wandte sich gleichzeitig gegen eine direkte Beteiligung: Der Staat solle "Brücken bauen", der tollste Unternehmer sei er noch nie gewesen, fügte Merkel hinzu.

Ein möglicher Opel-Investor müsse langfristig orientiert sein. Die Kanzlerin kündigte zudem an, ein Team für die Verhandlungen über die Zukunft von Opel zu bilden. Diesem sollten Vertreter der Bundes- und der Landesregierungen angehören, zudem Wirtschaftsfachleute und Investmentbanker.

Merkel sagte, sie sehe in der Ablehnung des Restrukturierungsplans von General Motors (GM) durch US-Präsident Barack Obama auch Chancen. "Es sind 60 Tage, in denen auf der amerikanischen Seite an einem wirklich zukunftsfähigen Konzept gearbeitet werden muss", betonte Merkel. Sie wolle sich für eine europäische Opel-Gesellschaft einsetzen, die "für die Zukunft gerüstet ist". Hierzu müsse beispielsweise "Klarheit über die Patente" herrschen.

An den GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster gerichtet sagte die Kanzlerin: "Die bei GM wissen, Opel braucht GM, aber GM braucht auch Opel. Das sollte man in diesen Tagen nicht verschweigen."

Betriebsrat fordert Staatsbeteiligung

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz forderte von Merkel unterdessen eine staatliche Beteiligung an Opel. Zwar unterstütze der Opel-Betriebsrat auch grundsätzlich den Vorschlag des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), Investitionen des Rüsselsheimer Autobauers langfristig durch staatliche Bürgschaften abzusichern. "Ehrlich gesagt wäre uns aber eine direkte staatliche Einlage viel lieber", sagte Franz. "In Opel zu investieren, lohnt sich." Die finanziellen Hilfen sollen jedoch zeitlich beschränkt bleiben.

Der Europa-Chef des Opel-Mutterunternehmens General Motors, Carl-Peter Forster, sagte, Opel habe Verständnis dafür, "dass es sich die Politik mit ihren Entscheidungen nicht einfach machen kann". Jedoch sei Opel "eine starke Marke und ein solides Unternehmen" mit großer Bedeutung für den Autostandort Deutschland. Deswegen sei es wichtig, dass das Überleben Opels gesichert werde.

"Staatliche Hilfe zur Selbsthilfe"

Eine wichtige Hilfe für Opel sei bereits die Einführung der Abwrackprämie für Altautos gewesen. Der Traditionsautobauer, der auch viele Kleinwagen fertigt, haben von der Prämie "eindeutig profitiert".

Opel-Chef Hans Demant sprach sich für staatliche Hilfe seitens der Bundesregierung aus. Opel befinde sich in einer "äußert schwierigen Situation". Das Unternehmen brauche deshalb "staatliche Hilfe zur Selbsthilfe". Opel braucht eigenen Angaben zufolge staatliche Hilfe in Höhe von 3,3 Milliarden Euro. 2,6 Milliarden Euro sollen vom Bund und den deutschen Bundesländern kommen, der Rest von anderen europäischen Staaten mit Opel-Standorten.

manager-magazin.de mit Material von afp und dpa

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