Trotz Krise VW eröffnet Werk in Indien

Volkswagen baut künftig auch in Indien Autos. Das neue Werk nahe Pune soll den Wolfsburgern einen höheren Anteil am wachsenden indischen Markt sichern. Es ist die größte deutsche Investition auf dem Halbkontinent. Konzernchef Martin Winterkorn blieb der feierlichen Eröffnung jedoch fern.

Pune - Der Autobauer Volkswagen hat sein Werk in Indien als bislang größte deutsche Einzelinvestition auf dem Subkontinent eröffnet. Die Gesamtkosten für das Werk in Chakan nahe der westindischen Stadt Pune liegen bei 580 Millionen Euro. Volkswagen hält trotz der weltweiten Krise der Automobilindustrie am Absatzziel für Indien fest. Demnach will der Konzern seinen Marktanteil mit den Marken VW, Audi und Skoda von derzeit rund 2 Prozent binnen fünf Jahren auf 8 bis 10 Prozent steigern. Indien ist nach China der weltweit am stärksten wachsende Automobilmarkt.

Auch Indien spüre die Auswirkungen der Krise, sagte Volkswagen- Produktionsvorstand Jochem Heizmann am Dienstag bei der Eröffnung des Werks laut Redemanuskript. Das Wachstum des Automobilmarkts habe sich seit der zweiten Jahreshälfte 2008 verlangsamt. "Trotz der derzeitigen Krise sind wir fest davon überzeugt, dass der indische Automarkt enormes Potenzial hat", sagte Heizmann. "Alle Experten sagen starkes Wachstum voraus, von gegenwärtig 1,2 Millionen Fahrzeugen hin zu mehr als zwei Millionen in den nächsten fünf Jahren."

VW-Indien-Chef Jörg Müller betonte laut Redemanuskript: "Ich bin davon überzeugt, dass diese Einrichtung den Anfang einer neuen Ära für die Firma in Indien markiert." Von Mai an soll der Skoda Fabia vom Band laufen, vom kommenden Jahr an der speziell für Indien entwickelte VW Polo. Der Bau der Fabrik, die eine Kapazität von 110.000 Fahrzeugen im Jahr entwickeln soll, wurde neun Monate früher als geplant abgeschlossen und dauerte weniger als eineinhalb Jahre. Bis Ende 2010 will Volkswagen 2500 Mitarbeiter in dem weltweit 61. Werk des Konzerns beschäftigen. Zahlreiche weitere Arbeitsplätze sollen bei Zulieferern in der Region entstehen.

An der Eröffnung des Werks nahmen der Gouverneur des Bundesstaats Maharashtra, S. C. Jamir, und der amtierende deutsche Botschafter Christian-Matthias Schlaga teil. Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn sagte kurzfristig ab.

Volkswagen war nach jahrelangem Zögern auf den indischen Markt gekommen. Der Konzern hatte ursprünglich ein Werk im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh geplant, dessen Regierung als Gegenleistung zwei Millionen Euro an den ehemaligen Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster gezahlt haben soll. Im Zuge der Korruptionsaffäre, in der auch das indische Bundeskriminalamt CBI ermittelte, wurden die Planungen für das Werk in Andhra Pradesh eingestellt. Ende 2006 wurde dann die Absichtserklärung zwischen VW und der Regierung Maharashtras über den Bau der Fabrik in Chakan unterzeichnet.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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