Krisenticker Wirtschaftsweiser fordert Verstaatlichung der Ratingagenturen

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger gibt "fundamentale Antworten" auf die Krise. Die Staatsverschuldung Frankreichs erreicht 68 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Panasonic spart sich die Komplettübernahme von Konkurrent Sanyo. Immerhin schließen die US-Börsen im Plus. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.05 Uhr: Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat sich in einem Gespräch mit der "Berliner Zeitung" für eine Verstaatlichung der umstrittenen Rating-Agenturen ausgesprochen. Zur Begründung sagte er, beim Rating habe der Markt keinen Vorteil gegenüber dem Staat. "Der Markt ist immer dort besser als der Staat, wo es darum geht, dezentrale Informationen zu verarbeiten. Das kann der Markt besser, weil viele Akteure vor Ort sind. Aber die Rating-Agenturen sind zentrale Organisationen - ganz so wie der Staat." Eine "fundamentale Krise" wie diese erfordere "fundamentale Antworten".

22.04 Uhr: Beflügelt von Kursgewinnen bei Bank- und Technologietiteln hat der New Yorker Aktienmarkt am Dienstag Gewinne eingefahren. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 1,2 Prozent im Plus bei 7608 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 1,3 Prozent auf 797 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 1,8 Prozent und ging mit 1528 Punkten aus dem Handel.

21.27 Uhr: Wütende Angestellte haben am Dienstag den Chef des französischen Luxus- und Handelsgüterkonzerns PPR, François-Henri Pinault, eingekesselt. Nach einer Konferenz in Paris hätten etwa 50 Demonstranten Pinaults Taxi umzingelt, bis die Polizei eingriff, teilten französische Gewerkschafter mit. Erst nach einer Stunde habe Pinault, einer der reichsten Männer Frankreichs, seine Fahrt fortsetzen können.

21.19 Uhr: Die Genossenschaftsbank WGZ stellt neue Forderung im Rahmen der Fusionsverhandlungen mit der DZ Bank. Der Zusammenschluss der beiden verbliebenen genossenschaftlichen Zentralbanken solle zwar weiterverfolgt werden, zitiert das "Handelsblatt" mit den Gesprächen vertraute Personen. Allerdings sollen sich nach den Plänen der WGZ die Alteigentümer beider Banken verpflichten, jeweils für die Altlasten der Häuser gerade zu stehen. Das Vorhaben würde den ursprünglichen Zeitplan der Fusion dem Bericht zufolge gefährden.

20.54 Uhr: Die Immobiliengesellschaft Vivacon rechnet für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Verlust von bis zu 170 Millionen Euro. Ursächlich hierfür seien im Wesentlichen Abwertungen auf die Wohnimmobilienportfolios und die Marktbewertung von Zinssicherungsinstrumenten.

20.35 Uhr: Der Elektronikkonzern Panasonic will einem Zeitungsbericht zufolge nur noch einen Teil der Aktien von Sanyo Electric übernehmen. Wie die japanische Tageszeitung "Nikkei" berichtet, hat Panasonic die drei Haupteigner Daiwa Securities, Goldman Sachs und Sumitomo Mitsui Banking Corp gebeten, einen Teil ihrer Aktien an Sanyo zu behalten. Im Dezember hatte Panasonic mit dem Konkurrenten noch eine Komplettübernahme ausgehandelt.

20.12 Uhr: Die deutschen Aktien haben am Dienstag im späten Parketthandel die Kursgewinne weiter ausgebaut. Der L-Dax schloss bei 4109,40 Zählern, nachdem der Leitindex auf Xetra um 2,39 Prozent auf 4084,76 Zähler gestiegen war.

19.58 Uhr: SPD-Chef Franz Müntefering hat die Unionsparteien zu mehr Reformeifer aufgerufen. Die Gefahr sei groß, dass eine Reihe wichtiger Vorhaben bis zur Bundestagswahl im September nicht mehr geschafft würden, sagte er am Dienstag auf einer SPD-Veranstaltung in Schwerin.

Fiat-Chef reist nach Detroit

19.40 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat den Oppositionsparteien vorgeworfen, den Untersuchungsausschuss zur Krise der Hypo Real Estate (HRE) nicht zur Aufklärung einsetzen zu wollen. "Gerade kurz vor der Bundestagswahl geht es der Opposition vornehmlich darum, die Regierung öffentlich an den Pranger zu stellen. Deshalb werde ich erzählen können, was ich will in diesem Ausschuss. Die Opposition wird mir immer vorwerfen, die Informationen reichen nicht", sagte Steinbrück dem "Handelsblatt". Die Opposition begründet die Notwendigkeit des Ausschusses vor allem mit mangelnden Informationen des Finanzministers.

19.25 Uhr: Fiat-Chef Sergio Marchionne will bei einem Besuch in den USA die offensichtlich beträchtlichen Hürden für eine Zusammenarbeit mit Chrysler überwinden. Marchionne soll ab Dienstag seine Gespräche aufnehmen. Fiat und die ehemalige Daimler-Tochter hatten sich am Montag grundsätzlich auf eine Allianz verständigt. Die Einigung über Details könnte Analysten zufolge jedoch schwierig werden.

18.56 Uhr: Die weltweite Finanzkrise hat die Staatsverschuldung Frankreichs in die Höhe getrieben. Ende vergangenen Jahres sei der Schuldenstand auf 68 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen, teilt die nationale Statistikbehörde INSEE mit. Experten gaben aber nach Vorlage der Zahlen Entwarnung. "Die Daten sind nicht katastrophal, wenn man sie mit denen aus den USA und Japan vergleicht", sagte Alexander Law von XERFI. Die französische Volkswirtschaft bleibe solide und man müsse derzeit nicht mit einem Staatszusammenbruch rechnen, fügte der Volkswirt hinzu.

18.34 Uhr: Daimler will einem Medienbericht zufolge die für Mai geplante zweite Stufe der Tariferhöhung verschieben und Mitarbeiter auch im zweiten Halbjahr in Kurzarbeit schicken. Zudem seien betriebsbedingte Kündigungen denkbar, berichteten die "Stuttgarter Nachrichten". Zwar gebe es eine Beschäftigungssicherung bis 31. Dezember 2011. Doch darin heiße es, dass diese nur für die Beschäftigten gelte, "die zum Zeitpunkt dieser Vereinbarung in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen".

18.21 Uhr: Der Hungerstreik von Leiharbeitern bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover hat sich ausgeweitet. Am Dienstag beteiligten sich sieben Arbeiter an der Protestaktion vor den Werkstoren. Sie wollen eine Verlängerung ihrer Beschäftigung erreichen, was das Unternehmen wegen der schwachen Konjunktur ablehnte. Am Abend teilte VW Nutzfahrzeuge dann mit, dass von den insgesamt 211 Leiharbeitern nun doch 88 weiterbeschäftigt würden. Ein Firmensprecher betonte aber, dass dies keine Reaktion auf den Hungerstreik sei. Dieser wird möglicherweise fortgesetzt.

US-Hauspreise stürzen weiter, Dax steigt

17.45 Uhr: Die Kurse am deutschen Aktienmarkt haben am Dienstag aufgeholt. Der Dax (Kurswerte anzeigen) stieg um 2,4 Prozent auf 4084 Punkte und machte damit einen Teil seines fünfprozentigen Vortagesverlustes wieder gut. An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow Jones  mit 7626 Punkten 1,4 Prozent im Plus. Der Nasdaq-Composite an der Technologiebörse lag sogar 1,6 Prozent höher bei 1526 Punkten. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 48,05 Dollar 0,7 Prozent weniger.

17.00 Uhr: Die Preise für Wohnimmobilien in den USA sind im Januar so stark wie nie gefallen. Laut dem am Dienstag vorgelegten 20-Städte-Index von Standard & Poor & Case-Shiller sackten die Häuserpreise im Jahresvergleich um 19 Prozent ab. Dies war der größte Einbruch der vielbeachteten Messgröße seit Beginn des Index im Jahr 2000. Im Vergleich zum Spitzenwert im Sommer 2006 ging der Index um 29 Prozent zurück. Die Häuserpreise bewegen sich derzeit auf dem Niveau von 2003.

16.32 Uhr: Ein zur Postbank gehörender luxemburgischer Fonds hat die Düsseldorfer IKB-Bank und deren Ex-Chef Stefan Ortseifen auf Schadenersatz verklagt. Der Fonds berufe sich - wie zuvor auch schon eine dreistellige Zahl von klagenden Privatanlegern - auf falsche Kapitalmarktinformationen, bestätigte eine Gerichtssprecherin am Dienstag in Düsseldorf einen Bericht der Online-Ausgabe der "WirtschaftsWoche". Es gehe um 138.000 Euro.

16.01 Uhr: Der Autozulieferer Behr verschärft angesichts des ersten Verlustes seit 15 Jahren seinen Sparkurs. Der Stuttgarter Spezialist für Kühler und Klimaanlagen erwarte in diesem Jahr einen Umsatzeinbruch um 15 bis 20 Prozent und ein noch höheres Minus als 2008, sagte Geschäftsführer Markus Flik auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag. 2008 war das Familienunternehmen mit 70 (2007: plus 40) Millionen Euro vor Steuern in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz ging um 1,5 Prozent auf 3,33 Milliarden Euro zurück.

15.46 Uhr: Der Autozulieferer Honsel bekommt mehr Zeit für die Sanierung seiner Finanzen. Die Gläubigerbanken verzichten einen weiteren Monat auf ihre Forderungen. Eine entsprechende im Dezember getroffene Stillhaltevereinbarung sei bis Ende April verlängert worden. Honsel-Mehrheitseigner RHJ International erklärte sich im Rahmen der Umstrukturierung des Unternehmens zu einer Kapitalspritze bereit. RHJ gehört dem US-Finanzinvestor Ripplewood. Honsel beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter und leidet wie viele andere Zulieferer an der Krise in der Autoindustrie.

15.45 Uhr: Unterstützt von Kursgewinnen bei Finanzwerten sind die US-Aktienmärkte am Dienstag freundlich in den Handel gestartet. Der Dow Jones stieg in den ersten Handelsminuten um 1 Prozent auf 7596 Punkte. Auch der Dax notierte weiterhin im grünen Bereich. An den Märkten richtete sich Börsianern zufolge der Blick auch auf das Gipfeltreffen der G20-Länder in London, das am Donnerstag beginnt. Viele erhoffen sich von den Staats- und Regierungschefs der größten Industrie- und Schwellenländer neue Impulse für die Bekämpfung der Wirtschaftskrise.

Weiterer Manager als Geisel genommen

14.45 Uhr: Das seit Montag geltende neue Online-Verfahren für die Abwrackprämie hat einen regelrechten Ansturm ausgelöst. Bis zum Dienstagmittag seien 111.000 Online-Anträge eingegangen, mit denen Autokäufer sich seit Montag die 2500 Euro vom Staat für ihr altes Auto sichern können, teilte das Bundesamt für Wirtschaft (Bafa) mit, das für die Bearbeitung zuständig ist.

Damit gehen die bisher für die Prämie vorgesehenen Mittel von 1,5 Milliarden Euro, die für 600.000 Autos reichen, rapide zur Neige. Noch heute könnte diese Zahl an Anträgen und Reservierungen erreicht sein, sagte ein Sprecher des Amtes. Die Bundesregierung will die Prämie bis zum Jahresende verlängern und auf eine Obergrenze für das Budget verzichten.

14.30 Uhr: Zum dritten Mal binnen drei Wochen haben französische Arbeiter aus Zorn über Werksschließungen Führungskräfte als Geiseln genommen. Mitarbeiter des Baumaschinenherstellers Caterpillar sperrten den Frankreich-Chef und drei weitere Manager am Dienstagmorgen für mehrere Stunden im Büro des Standortleiters im südostfranzösischen Grenoble ein. Die US-Firma will in Frankreich 733 Stellen streichen.

14 Uhr: Die Wirtschaft der Ukraine ist nach Angaben von Staatspräsident Viktor Juschtschenko in den ersten beiden Monaten 2009 um mehr als ein Viertel eingebrochen. Juschtschenko zeigte sich aber zuversichtlich, wieder zu den Wachstumsraten von 6,5 bis 7 Prozent zurückzukehren, die vor der Krise verzeichnet wurden. Das Parlament verabschiedete am Dienstag mehrere Gesetze, um damit die Freigabe eines 16,4-Milliarden-Dollar-Notkredits des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erreichen. Der weltweite Nachfrageeinbruch hat die Stahl- und Chemieindustrie der Ukraine hart getroffen.

13.30 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat seine Kursgewinne bis zum Mittag ausgebaut. Nach dem Einbruch am Vortag stieg der Leitindex Dax bis 13.15 Uhr um 1,5 Prozent auf 4048 Punkte. Für die gute Stimmung sorgten technische Gegenbewegungen an den meisten asiatischen Börsen, im Plus notierende US-Futures sowie eine moderate Erholung an der New Yorker Wall Street im späten Geschäft.

12 Uhr: Der Opel-Betriebsrat hat beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine Beteiligung des Staates an dem angeschlagenen Autobauer geworben. Es sei zwar begrüßenswert, Investitionen durch Bürgschaften langfristig abzusichern, sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz in Rüsselsheim.

"Ehrlich gesagt wäre uns aber eine direkte staatliche Beteiligung lieber." Opel brauche "eine temporäre Finanzbrücke des Staates", um "eine neue europäische Opel AG aus der Taufe zu heben". Der Autobauer hatte für alle europäischen Länder mit Opel-Werken die Summe von 3,3 Milliarden Euro genannt. Dem US-Mutterkonzern General Motors  droht die Pleite.

OECD fordert mehr Konjunkturhilfe von der Bundesregierung

11.50 Uhr: Die Finanztöchter deutscher Autobauer sprechen mit dem Bankenrettungsfonds Soffin über die Inanspruchnahme von Garantien. Es handele sich um "Prüfgespräche", wie eine Wettbewerbsverzerrung zulasten der Autobanken vermieden werden könne, sagte der Sprecher des Arbeitskreises der Autobanken, Thomas Brakensiek von der BMW Bank, in Frankfurt.

Landesbanken und Sparkassen sowie Institute unter dem Rettungsschirm des Soffin könnten sich günstiger refinanzieren als die Autohersteller, begründete er den Vorstoß. Er gehe aber nicht davon aus, dass die Autobanken Kapitalspritzen der öffentlichen Hand brauchten. Bisher haben nach Angaben des Arbeitskreises nur die VW Bank und die Opel-Modelle finanzierende GMAC Garantien beim Soffin beantragt, die VW Bank hat bereits zwei Milliarden Euro erhalten. "Es ist offen, ob die anderen Häuser aktiv werden", sagte Brakensiek.

11 Uhr: Die Wirtschaftslage in Deutschland wird sich wegen der drastischen Talfahrt der Exporte voraussichtlich weiter verschlechtern. Zu diesem Ergebnis kommt die OECD in einem zum Weltfinanzgipfel in London vorgelegten Sonderbericht. Für 2009 geht die Organisation jetzt von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,3 Prozent aus. "Unserer Prognose zufolge wird die Arbeitslosenquote auf 11,5 Prozent im Jahr 2010 steigen und damit die Marke von fünf Millionen Arbeitslosen übertreffen", sagte OECD-Chefvolkswirt Klaus Schmidt-Hebbel. Er forderte die Bundesregierung zu neuen Konjunkturprogrammen auf. "Deutschland hat hier noch Spielraum", sagte Schmidt-Hebbel.

Für die Eurozone rechnet die OECD im Jahr 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 4,1 Prozent. Die USA müssen mit einem Einbruch von 4,0 Prozent rechnen. Japans Wirtschaft könnte laut OECD um 6,6 Prozent abstürzen. Weltweit werde die Wirtschaft um 2,75 Prozent schrumpfen. Damit ist die OECD noch pessimistischer als die Weltbank und der Internationale Währungsfonds, die beide mit einem Schrumpfen um bis zu 2 Prozent rechnen.

10.45 Uhr: Die Landesbank Berlin (LBB) erwartet trotz der anhaltenden Finanzkrise in diesem Jahr eine Besserung beim operativen Ergebnis. Die Bank wolle ein "ordentliches Ergebnis" einfahren, sagte LBB-Chef Hans-Jörg Vetter bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin. Wie viele seiner Kollegen wagte er aber keine konkrete Prognose. Im vergangenen Jahr war das den Sparkassen gehörende Institut vergleichsweise glimpflich durch die Finanzkrise gekommen. Trotz Belastungen durch die Krise von mehr als 600 Millionen Euro erwirtschaftete die LBB anders als die meisten Landesbanken noch einen Nettogewinn von 29 Millionen Euro. Zu 2007 war dies jedoch ein Gewinneinbruch von rund 90 Prozent.

10.30 Uhr: Japan benötigt für sein angekündigtes Milliarden-Konjunkturpaket einen Nachtragshaushalt. Dessen Höhe lies Ministerpräsident Taro Aso am Dienstag in Tokio allerdings zunächst offen. In Medienberichten war über Hilfen im Volumen von umgerechnet rund 157 Milliarden Euro die Rede. Das Programm soll über drei Jahre laufen und zwei Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. Es wäre das dritte Konjunkturpaket in Japan seit August. Die beiden bisherigen haben zusammen ein Volumen von etwa 94,5 Milliarden Euro.

Commerzbank streicht 2200 Stellen in Frankfurt

10.15 Uhr: Bei der Zusammenlegung der Zentralen von Commerzbank (Kurswerte anzeigen) und Dresdner Bank am Standort Frankfurt werden etwa 2200 Vollzeitstellen abgebaut. Das teilte die Commerzbank nach der endgültigen Einigung von Management und Arbeitnehmervertretern über die Integration der Zentralen von Commerzbank, Dresdner Bank und Dresdner Kleinwort Investmentbank mit. Umgesetzt werden soll die neuen Organisationsstruktur ab dem vierten Quartal 2009. Insgesamt sollen im Zuge der Übernahme weltweit 9000 Stellen wegfallen, davon 6500 in Deutschland.

10.00 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März erneut gestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, waren offiziell 3,58 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 34.000 mehr als im Februar und 78.000 mehr als im März 2008. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,6 Prozent nach 8,5 Prozent im Vormonat.

09.55 Uhr: Der Stahlhändler Klöckner & Co schließt wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise weitere Sparmaßnahmen nicht aus. Das Absatzniveau werde 2009 voraussichtlich deutlich unter dem des Vorjahres liegen, heißt es im Geschäftsbericht."Ob die vor diesem Hintergrund ergriffenen und geplanten Maßnahmen insgesamt ausreichen, ist zurzeit nicht abzuschätzen." KlöCo hatte bereits im Herbst ein umfangreiches Sparprogramm eingeleitet und Anfang März ein zweites nachgeschoben. Unter anderem werden 1500 Stellen gestrichen.

09.45 Uhr: Der weltgrößte Versandhändler Otto hat dank steigender Online-Bestellungen seinen Umsatz im vergangenen Jahr leicht gesteigert. Die Erlöse legten 2008/09 (per Ende Februar) um ein halbes Prozent auf 10,1 Milliarden Euro zu, wie Otto Group am Dienstag in Hamburg mitteilte. Beim operativen Ergebnis (Ebit) vor Sondereffekten wurde der Vorjahreswert von 457 Millionen allerdings knapp verfehlt. Für das laufende Geschäftsjahr traut sich Otto bislang keine Prognose zu.

09.05 Uhr: Nach dem Kursrutsch um 5 Prozent vom Vortag ist der Dax leicht erholt in den Handel gestartet. Der Leitindex legte zum Auftakt 0,5 Prozent auf 4012 Zähler zu. Als Unterstützung wirkte auch die Erholung im Dow-Future, wobei die Lage für den Gesamtmarkt nach dem scharfen Vortagesminus aber aus technischer Sicht wieder kritischer sei. Der Handel dürfte aber zu Beginn der Gewinnwarnungssaison volatil bleiben.

8.45 Uhr: Der Umsatz im deutschen Großhandel ist im Februar weiter gesunken. Im Vergleich zum Vormonat ging der Umsatz real um 1,1 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag auf Basis vorläufiger Ergebnisse berichtete. Nominal sei der Umsatz auf Monatssicht unverändert geblieben. Gegenüber dem Vorjahresmonat habe der Großhandel real 12,2 Prozent und nominal 14,9 Prozent weniger umgesetzt. Der Februar 2009 hatte einen Kalendertag weniger als der Februar 2008.

Fortis schreibt 28 Milliarden Euro Verlust

8.30 Uhr: In Japan ist die Arbeitslosenquote im Februar auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen. Die Quote kletterte um 0,3 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent, teilte das Innenministerium am Dienstag in Tokio mit. Damit erhöhte sich die Arbeitslosenzahl auf 2,99 Millionen. Die sich verschärfende Rezession in Japan schlägt damit immer stärker auf den Arbeitsmarkt durch.

8.20 Uhr: Der weitgehend zerschlagene belgische Finanzkonzern Fortis hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 28 Milliarden Euro geschrieben, nachdem er im Vorjahr noch vier Milliarden Euro verdient hatte. Zur Begründung für ihre roten Zahlen führte die Fortis Holding am Dienstag das nicht fortgeführte Geschäft an. Hier sei insbesondere beim Verkauf des Bankengeschäfts ein Verlust angefallen. In der Fortis Holding sind die Geschäfte zusammengefasst, die nach der Zerschlagung der Fortis NV in ihre belgischen und niederländischen Teile im vergangenen Jahr übrig geblieben sind.

8.15 Uhr: Der Sportwagenbauer Porsche (Kurswerte anzeigen) hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 das Nettoergebnis mehr als vervierfacht und dabei einen höheren Gewinn als Umsatz erzielt. Der Überschuss stieg von 1,26 Milliarden auf 5,553 Milliarden Euro, wie das Stuttgarter Unternehmen am Dienstag mitteilte. Profitiert hat Porsche dabei erneut durch die Geschäfte mit Volkswagen-Aktien (Kurswerte anzeigen). Dieser Ergebnisbeitrag wuchs von 850 Millionen auf 6,84 Milliarden Euro. Porsche hatte Anfang Januar die Beteiligung an Volkswagen auf fast 51 Prozent aufgestockt und will in diesem Jahr noch auf 75 Prozent erhöhen.

Vor Steuern verdiente Porsche 7,342 Milliarden Euro, nach 1,658 Milliarden in der Vorjahresperiode. Gleichzeitig sanken der Umsatz und Absatz des Sportwagenbauers. Die Verkäufe schrumpften wie bereits mitgeteilt um fast 27 Prozent auf rund 34.300 Einheiten. Der Umsatz ging um 12,8 Prozent auf 3,043 Milliarden Euro zurück. Für das Gesamtjahr wollte das Unternehmen keine Prognose wagen. Aufgrund der Unsicherheit auf den Märkten seien verlässliche Aussagen derzeit nicht möglich. Allerdings stehe außer Frage, dass Umsatz und Absatz unter den Vorjahreswerten liegen werden.

8 Uhr: Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA (Kurswerte anzeigen) rechnet nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr für 2009 mit Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis. Als Reaktion auf die weltweite Wirtschaftskrise, die sich auf den Containerumschlag auswirkt, werden Investitionen in den Kapazitätsausbau gestreckt, wie das das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Insgesamt geht es dabei um rund 600 Millionen Euro, die erst nach 2012 ausgegeben werden sollen. Auch Kurzarbeit soll eingeführt werden. Im vergangenen Jahr steigerte das größte Logistikunternehmen in Hamburgs Hafen den Betriebsgewinn (Ebit) bei einem Konzernumsatz von 1,32 (Vorjahr: 1,18) Milliarden Euro auf rund 355 (288) Millionen Euro. Der Konzern hatte sich ein Ebit zwischen 320 und 350 Millionen Euro zum Ziel gesteckt.

Asiens Wirtschaft wächst nur noch leicht

5.15 Uhr: Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) hat angesichts einbrechender Exporte und der anhaltenden Rezession in den USA und in Europa ihre Wachstumsprognose für ganz Asien gesenkt. Anstatt mit 5,6 Prozent soll die Region zu der China, Indien, Südkorea und Südostasien gehören, nur noch mit 3,4 Prozent wachsen, wie die ADB am Dienstag mitteilte.

Nur die großen Schwellenländer Indien und China werden demnach noch ein Wachstum vermelden können, 5 und 7 Prozent. In Südkorea, Taiwan, Thailand, Singapur und Malaysia könnte die Wirtschaft laut ADB hingegen bis zu 5 Prozent schrumpfen. Die ADB folgt mit ihrer nach unten korrigierten Prognose ähnlichen Schätzungen der Weltbank. Die Region steuert auf die schlimmste Wachstumsdelle seit der Asien-Krise 1997 zu.

4.42 Uhr: Exportwerte haben der Tokioter Börse am Dienstag ins Plus geholfen. Vor allem ein Rückgang des Yen lieferte dem Markt Unterstützung. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte gewann nach anfänglichen Verlusten im Vormittagshandel 0,9 Prozent auf 8308 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,1 Prozent zu auf 790 Zähler. Händler begründeten die positive Tendenz mit günstigen Einstiegsgelegenheiten nach dem kräftigen Kursrutsch vom Vortag.

Dienstag, 4.20 Uhr: Die Pilotenvereinigung Cockpit hat für Dienstag und Mittwoch zu einem befristeten Streik beim Lufthansa-Partner Contact Air aufgerufen. Betroffen sind Flüge an den Flughäfen Düsseldorf, Hannover, Hof, Nürnberg und Stuttgart. Das teilte Cockpit am Dienstagmorgen in Frankfurt am Main mit. Der Pilotenstreik solle von Dienstag 4.30 Uhr bis Mittwoch 9.30 Uhr dauern. Contact Air ist mit kleineren Maschinen im Europaverkehr aktiv. Hintergrund des Streiks seien die 2008 gescheiterten Tarifgespräche.

Montag, 22.02 Uhr: Sorgen um die US-Autoindustrie und Kursverluste bei Banken haben dem New Yorker Aktienmarkt am Montag Verluste eingebrockt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 3,3 Prozent im Minus bei 7522 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 3,5 Prozent auf 787 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 2,8 Prozent nach und ging mit 1501 Punkten aus dem Handel.

20.18 Uhr: Die deutschen Aktien haben sich am Montag im späten Parketthandel uneinheitlich entwickelt. Der L-Dax schloss bei 3997,23 Zählern, nachdem der Leitindex auf Xetra um 5,10 Prozent auf 3989,23 Zähler gefallen war.

19.31 Uhr: Die Deutsche Bank erwartet kein schnelles Ende der Finanzkrise. "Wir sind noch mittendrin", sagte Risikovorstand Hugo Bänziger auf einer Veranstaltung am Montagabend in Frankfurt. "Die Kreditkrise ist noch lange nicht vorbei." Das globale Finanzsystem habe bislang 1,3 Billionen Dollar an Verlusten verbucht. Einige erwarteten, dass diese Zahl noch auf über drei Billionen Dollar steigen könnte, warnte Bänziger. Private Investoren müssten wieder an die Märkte zurückkehren, damit das Vertrauen in das System zurückkomme.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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