HSH Nordbank Stille Teilhaber gehen leer aus

Die schwer angeschlagene HSH Nordbank verzichtet auf Druck der EU-Kommission auf die umstrittene Ausschüttung von insgesamt 264 Millionen Euro an stille Einleger und Inhaber von Genussscheinen. Trotzdem sieht die HSH Nordbank für ihre Refinanzierung keine Gefahr.

Hamburg - Die HSH Nordbank teilte am Mittwoch mit, die EU-Kommission habe ihre Genehmigung für die Neuausrichtung "mit der klaren Erwartung verbunden", dass die Bank für 2008 keine Ausschüttungen vornehme. Noch gestern hatte eine HSH-Sprecherin gegenüber manager-magazin.de gesagt: "Wir müssen die stillen Einlagen und Genüsse bedienen." Begründet wurde dies mit der Angst, dass Investoren kurzfristig zehn Milliarden Euro Kapital abziehen könnten und die Bank so handlungsunfähig werden würde.

Gleichwohl sieht die HSH Nordbank keine Gefahr für ihre Refinanzierung. Der Banken-Rettungsfonds Soffin habe bestätigt, dass die beantragten Staatsgarantien nach der Vorlage der Parlamentsbeschlüsse der Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein in voller Höhe zur Verfügung stünden, teilte das Institut mit. Von den beim Soffin beantragten Garantierahmen von 30 Milliarden Euro hat die HSH erst zehn Milliarden Euro erhalten.

Die HSH Nordbank hatte die trotz eines Milliardenverlusts geplante Ausschüttung damit begründet, dass die Anleger Gelder sonst abziehen könnten und sich für die Bank damit die Refinanzierung erschweren würde. Institutionelle Anleger, darunter große Versicherungen, hielten nach früheren Angaben stille Einlagen im Volumen von 900 Millionen Euro an der Bank. Aus Kreisen der Bank war bereits am Dienstag bekanntgeworden, dass der Vorstand die Ausschüttung wohl werde stoppen müssen.

Die HSH schrieb im vergangenen Jahr wegen massiver Abschreibungen in Folge der Finanzmarktkrise einen Vorsteuerverlust von 2,8 Milliarden Euro. Um überleben zu können, benötigt das Institut von seinen Eignern drei Milliarden Euro frisches Kapital sowie Garantien von weiteren zehn Milliarden Euro. Darüber beraten die Landesparlamente Hamburg und Schleswig-Holstein derzeit.

BaFin und Soffin sehen keine Alternative zur Rettung der HSH Nordbank und mahnten die Landesregierung bereits in der vergangenen Woche zur Eile. Eine zu lange Bedenkzeit nehme der Markt übel, sagte Bafin-Präsident Jochen Sanio.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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