Steamcracker BASF fährt Großanlage herunter

Der Nachfrageschwund setzt dem weltgrößten Chemiekonzern BASF hart zu. Nach Ostern will der Konzern einen der beiden großen Dampfspalter am Stammsitz Ludwigshafen herunterfahren. Weltweit sind die Produktionskapazitäten bereits um 25 Prozent reduziert. Auch Kurzarbeit ist kein Tabuthema mehr.

Ludwigshafen - Licht am Ende des Tunnels erkennt das Unternehmen nicht. BASF will nun an seinem Stammsitz Ludwigshafen einen von zwei großen Steamcrackern ab Mitte April für mindestens drei Monate abstellen, wie der Konzern am Mittwoch ankündigte.

Steamcracker sind petrochemische Großanlagen, die aus Rohbenzin wichtige Ausgangsstoffe wie Ethylen für die Kunststoffherstellung gewinnen. Der betroffene Cracker kommt auf eine Jahreskapazität von 220.000 Tonnen Ethylen, der zweite Cracker in Ludwigshafen auf 400.000 Tonnen. Weltweit betreibt BASF derzeit fünf solcher Großanlagen.

Die Petrochemie gehört zu den Bereichen des Chemiegeschäfts, die momentan am stärksten von der Konjunkturkrise betroffen sind. Im vierten Quartal war bei BASF in der Petrochemie der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen deutlich geschrumpft.

An der Börse kam die Nachricht nicht gut an. Die im Deutschen Aktienindex Dax notierte Aktie von BASF  verlor knapp vier Prozent auf 23,82 Euro.

Produktion auf Sparflamme

BASF hat in Ludwigshafen fünf Produktionsanlagen komplett heruntergefahren. Weitere 60 Anlagen produzieren auf Sparflamme. Weltweit hat der Chemieriese seine Produktionskapazitäten bereits um mehr als ein Viertel heruntergesetzt.

"Bei einer Reihe von Anlagen, die zum Beispiel für Kundenindustrien wie die Automobilbranche produzieren, rechnen wir auch in absehbarer Zeit nicht mit einer Verbesserung", sagte Albert Heuser, der bei BASF den Bereich Petrochemicals leitet. Die Mitarbeiter, die am Steamcracker im Einsatz sind, würden nun in anderen Betrieben am Standort beschäftigt.

In Ludwigshafen arbeiten inzwischen mehr als 500 der dort rund 36.500 BASF-Beschäftigten zeitweilig in anderen Betrieben. Kurzarbeit gibt es bislang nicht. "Wir stoßen aber bald an Grenzen, sollte sich die Situation nicht entspannen", sagte der Werksleiter Ludwigshafen, Bernhard Nick. Vorsorglich habe sich BASF im Januar mit dem Betriebsrat auf eine entsprechende Vereinbarung verständigt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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