Rezession 25 Milliarden Euro Steuerausfälle drohen

Die Rezession lässt die Steuereinnahmen dramatisch schrumpfen. Bei einem Einbruch der deutschen Wirtschaft um mehr als 4 Prozent, wie ihn verschiedene Forschungsinstitute erwarten, drohen Steuerausfälle von rund 25 Milliarden Euro. Die Bundesregierung will ihre Prognose Ende April vorstellen.

Berlin - Sollte die deutsche Wirtschaft um rund 4,5 Prozent in diesem Jahr schrumpfen, "würden die Steuereinnahmen rund 25 Milliarden Euro niedriger ausfallen als 2008", sagte der Steuerexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts IfW, Alfred Boss, der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch.

Der Haushaltsexperte der SPD-Bundestagsfraktion Carsten Schneider warnte, für Steuerentlastungen, wie sie die FDP und auch die Unionsparteien anstreben, sei bis 2013 kein Spielraum.

Die Bundesregierung will ihre Prognose über die Entwicklung der deutschen Wirtschaft am 29. April aktualisieren. Orientierungspunkt dafür wird die einige Tage zuvor anstehende Schätzung der fünf führenden Konjunkturinstitute sein.

"Jede Abweichung davon will eingehend begründet sein", hieß es dazu am Mittwoch aus Regierungskreisen in Berlin.

"Rückgang von bis zu 5 Prozent möglich"

Schätzungen mehrerer Forschungsinstitute signalisieren, dass inzwischen mit Rückgängen von bis zu fünf Prozent gerechnet wird. "Im Durchschnitt könnte sich damit eine Rate von vier bis 4,5 Prozent ergeben", hieß es in Regierungskreisen.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete am Mittwoch von internen Berechnungen innerhalb der Regierung, die ein Minus von etwa 4,5 Prozent für 2009 nach bislang vorausgesagten 2,25 Prozent erwarten ließen.

Die Zahlen im ersten Quartal seien "so dramatisch schlecht", dass das Minus beim Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr schon rein rechnerisch kaum noch unter vier Prozent liegen könne, wurden Regierungskreise zitiert. "Womöglich kommen wir sogar an fünf Prozent heran", hieß es. Zuvor hatte auch die "Bild"-Zeitung schon mit der Zahl 4,5 Prozent operiert, während die "Financial Times Deutschland" sogar vor einigen Tagen schon von bis zu fünf Prozent Minus berichtet hatte.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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