Japan Exporte halbieren sich

Nicht einmal in der Asienkrise der späten 90er Jahre brach Japans Außenhandel so stark ein: Japans Exporte haben sich im Februar um 50 Prozent dezimiert - so stark wie noch nie seit der Erfassung vergleichbarer Daten im Januar 1980.

Tokio - Wie das Finanzministerium in Tokio am Mittwoch auf vorläufiger Basis bekanntgab, sackten die Ausfuhren der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 49,4 Prozent auf 3,5 Billionen Yen (26,3 Milliarden Euro) und damit im nunmehr fünften Monat in Folge. Auch die Einfuhren sanken mit 43 Prozent so stark wie noch nie auf 3,4 Billionen Yen.

Vor allem die Ausfuhren von Autos, Fahrzeugteilen und Halbleitern gingen wegen der Weltwirtschaftskrise drastisch zurück. Nach Einschätzung von Ökonomen machen die Handelsdaten einmal mehr deutlich, wie stark sich die Krise auf das wesentlich von seinem Export abhängige Japan auswirkt. Hinzu kommt die schwache binnenwirtschaftliche Lage des Landes. Neben dem Ölpreisrückgang wirkten sich im Februar auch die schwachen Kapitalausgaben der Unternehmen sowie die zunehmende Kaufzurückhaltung der Bürger aus.

Insgesamt sank der Handelsüberschuss zum Vorjahr um 91,2 Prozent auf 82,4 Milliarden Yen. Immerhin aber sind das erstmals seit fünf Monaten schwarze Zahlen, nachdem Japan in den Monaten zuvor Defizite verzeichnet hatte. Der Handelsüberschuss mit den USA schmolz im Berichtsmonat um 79 Prozent auf 146,2 Milliarden Yen und damit so schnell wie noch nie. Im Handel mit dem restlichen Asien schrumpfte Japans Überschuss um 58,9 Prozent auf 375,7 Milliarden Yen und damit im 6. Monat. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken deutlich.

Im Handel mit China - ausgenommen Hongkong und Macao - verzeichnete die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt allerdings erstmals seit sechs Monaten einen Überschuss, da die Importe stärker sanken als die Ausfuhren ins Reich der Mitte. Japans Handelsüberschuss mit Europa schrumpfte drastisch um 81,6 Prozent auf 96,9 Milliarden Yen. Die Exporte in die EU brachen dabei im Vergleich zum Vorjahresmonat um 54,7 Prozent auf 491,3 Milliarden Yen ein und damit so stark wie noch nie. Die Einfuhren aus Europa reduzierten sich dabei um 29,5 Prozent auf 394,4 Milliarden Yen, hieß es weiter.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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