Ifo-Index Schlechte Stimmung, bessere Aussicht

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im März weiter eingetrübt - stärker, als Ökonomen prognostiziert hatten. Dies berichtet das Münchener Ifo-Institut. Verbessert haben sich dagegen die Erwartungen für das kommende halbe Jahr.

Berlin - Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel auf 82,1 Punkte von 82,6 Zählern im Februar, wie das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Mittwoch mitteilte. Volkswirte hatten mit 81,5 Punkten gerechnet.

Die Lage schätzten die 7000 befragten Manager erneut schlechter ein. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate bewerteten sie dagegen zum dritten Mal in Folge positiver. Das Ifo-Geschäftsklima ist der wichtigste deutsche Frühindikator.

Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung des Ifo-Instituts die konjunkturelle Talsohle noch nicht erreicht. "Wir sehen noch kein Signal für eine Trendwende", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger am Mittwoch zur Nachrichtenagentur Reuters.

Die rasante Talfahrt könnte sich aber in den kommenden Monaten verlangsamen. "Die Fallgeschwindigkeit lässt nach. Die Talsohle ist aber noch nicht in Sicht." Entscheidend bleibe für die exportabhängige Industrie, dass der Welthandel wieder in Schwung komme.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Einschätzung des Ifo-Instituts angesichts der Schwäche der größten Volkswirtschaft Europas noch Spielraum für Zinssenkungen. "Die EZB soll und kann nochmal an der Zinsschraube drehen", sagte Abberger. Eine Senkung von 1,5 auf 1,0 Prozent sei möglich.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ddp

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.