Freitag, 21. Februar 2020

Soffin HSH bittet um zehn Milliarden Euro

Die angeschlagene HSH Nordbank hat den Soffin darum gebeten, vorgezogene Liquiditätsgarantien in Höhe von zehn Milliarden Euro bereitzustellen. Hintergrund ist ein mögliches Veto der EU Kommission gegen eine geplante Ausschüttung von 200 Millionen Euro an die Halter von Einlagen des Instituts.

Kiel/Hamburg - Die angeschlagene HSH Nordbank hat am Dienstag den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) darum gebeten, vorgezogene Liquiditätsgarantien in Höhe von zehn Milliarden Euro bereitzustellen. Das geht aus einem Brief der Bank an den Soffin hervor, der der Nachrichtenagentur dpa-afx nach eigenen Angaben vorliegt. Hintergrund ist ein mögliches Einschreiten der EU Kommission gegen eine geplante Ausschüttung von 200 Millionen Euro an die Halter von Einlagen der HSH Nordbank.

HSH-Nordbank-Zentrale in Hamburg: ""Wir müssen eine Alternative suchen, um den drohenden Liquiditätsabfluss abzufangen"
Gegenüber manager-magazin.de bestätigte eine HSH-Sprecherin die Position des Vorstandes: "Wir müssen die stillen Einlagen und Genüsse bedienen", so die Sprecherin. "Sollte die EU Kommission feststellen, dass eine Ausschüttung nicht mit ihren Regeln vereinbar ist, müssen wir eine Alternative suchen, um den drohenden Liquiditätsabfluss abzufangen", so die Sprecherin weiter.

Die HSH Nordbank hatte die trotz eines Milliardenverlusts geplante Ausschüttung damit begründet, dass die Anleger Gelder sonst abziehen könnten und sich für die Bank damit die Refinanzierung erschweren würde. Institutionelle Anleger, darunter große Versicherungen, hielten nach früheren Angaben stille Einlagen im Volumen von 900 Millionen Euro an der Bank.

Die EU Kommission werde der Ausschüttung voraussichtlich nicht zustimmen, hieß es in dem Brief weiter. Hamburgs Finanzsenator Michael Freytag (CDU) bestätigte am Dienstag bei einer Sitzung des Haushaltsausschusses der Bürgerschaft, ihm sei zu Ohren gekommen, dass die EU-Kommission rechtliche Bedenken gegen die Auszahlung habe.

Die HSH befürchtet dem Brief zufolge allerdings, dass ohne die Ausschüttung Termineinlagen in Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro umgehend abgezogen werden könnten. Das würde die Bank handlungsunfähig machen, heißt es weiter. Aus diesem Grund beantrage die HSH bereits jetzt Garantien in gleicher Höhe.

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