Mori Seiki Gildemeister schließt Bündnis in Japan

Der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister verbündet sich mit seinem japanischen Rivalen Mori Seiki. Zusammenarbeiten wollen die beiden Partner künftig bei Produktion, Einkauf, Entwicklung sowie Vertrieb und Service. Aktionäre reagieren erfreut.

Bielefeld - Die Allianz werde durch eine Überkreuzbeteiligung von jeweils fünf Prozent untermauert, teilte Gildemeister am Montag in Bielefeld mit. "Mori Seiki wird größter Anteilseigner von Gildemeister", sagte Gildemeister-Vorstandschef Rüdiger Kapitza.

Kapitza erwartet jährliche Einsparungen von 15 Millionen Euro für sein Unternehmen. Mori Seiki könne Komponenten liefern. Zudem gebe es Märkte, die man gemeinsam bearbeiten könne. "In den USA müssen wir beide einen besseren Job machen." Nach Angaben des japanischen Firmenchefs Masahiko Mori haben die zwei Wettbewerber nur fünf bis zehn Prozent gemeinsame Kunden.

Die Börse honorierte das Ansinnen der von der Wirtschaftskrise gebeutelten Unternehmen. "Das klingt insgesamt sehr positiv", sagte ein Händler. Die Aktie von Gildemeister  stieg am Mittag um 3,14 Prozent auf 5,91 Euro.

Bezugsrecht nur für japanischen Partner

Der Einstieg von Mori Seiki bei Gildemeister erfolgt durch eine Kapitalerhöhung, bei der nur die Japaner ein Bezugsrecht haben. Bei mehr als zwei Millionen Aktien, welche die Japaner erwerben wollen, kommen rund 18 Millionen Euro in die Kasse von Gildemeister. Die Bielefelder müssen umgekehrt im äußersten Fall fast das Doppelte für ihre Beteiligung aufwenden. 13,8 Millionen Euro hat Gildemeister laut Kapitza schon ausgegeben, muss aber noch mehr als die Hälfte des anvisierten Aktienpakets über die Börse erwerben, was weitere bis zu 20 Millionen Euro kosten könne.

Gildemeister mit rund 7000 Mitarbeitern ist Weltmarktführer bei Fräsmaschinen und hat 2008 einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro erzielt. Mori Seiki beschäftigt mehr als 5000 Menschen und erlöste im Geschäftsjahr 2007/2008, das im März endete, 1,3 Milliarden Euro.

Werkzeugmaschinen gelten als zyklisches Geschäft, in dem auf den langen Boom zuletzt der schnelle Absturz folgte. Für das laufende erste Quartal rechnet Kapitza früheren Angaben zufolge damit, dass sich die Bestellungen halbieren. Er hat deshalb ein Sparprogramm samt Stellenstreichungen aufgelegt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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