Mittwoch, 27. Mai 2020

Daimler-Investor Abu Dhabi "Höhere Beteiligung ist möglich"

Der Einstieg des Emirats Abu Dhabi verschafft dem Stuttgarter Autokonzern zwei Milliarden Euro frisches Kapital und stabilisiert die Aktionärsstruktur. Man sei "langfristig orientiert" und strebe eine aktive Rolle an, bekräftigt der Investor. Auch eine Aufstockung der Anteile über 9,1 Prozent hinaus sei möglich.

Stuttgart - Der neue Daimler-Großaktionär, das Emirat Abu Dhabi, schließt eine weitere Aufstockung seiner Beteiligung an dem Automobilhersteller nicht aus. "Eine mögliche Erhöhung des Anteils muss später untersucht werden. Im Moment sind wir zufrieden mit 9,1 Prozent", sagte der Vorstand der Investmentfirma Aabar, Khadem Al Qubaisi, am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Stuttgarter Autobauer.

Guter Dinge: Daimler-Chef Zetsche und der Vorstandschef von Aabar Investments, Khadem Al Qubaisi. Der neue Großinvestor aus Abu Dhabi hält große Stücke auf Daimler - und will sich nicht nur auf die Rolle des stillen Teilhabers beschränken
Einen Sitz im Aufsichtsrat strebt der Manager derzeit nicht an. "Im Augenblick beabsichtige ich nicht, einen Sitz im Aufsichtsrat einzunehmen. Vielleicht später einmal." Die von der staatlichen Investmentgesellschaft International Petroleum Investment Company (IPIC) kontrollierte Investmentfirma Aabar war am Sonntag mittels einer Kapitalerhöhung bei den Stuttgartern eingestiegen. Aabar zahlt 20,27 Euro je Aktie oder insgesamt rund zwei Milliarden Euro.

Daimler-Chef Dieter Zetsche führte ein ganzes Bündel von Beweggründen an, weshalb man den Vorschlag zum Einstieg von Aabar angenommen habe. Man erhalte einen langfristigen Schlüsselinvestor, der die Kapitalbasis des Automobilherstellers weiter festige, so Zetsche. Auch sehe er das Engagement von Aarbar als "eindeutiges Signal, dass langfristige Investoren von uns überzeugt sind".

"Schlüsselinvestor stärkt unsere Kapitalbasis"

Gerade in der konjunkturell schwierigen Situation unter der Daimler, wie alle Automobilhersteller leide, erhöhe der Finanzmittelzufluss die Schlagkraft des Unternehmens, in zukunftsweisende Technologien zu investieren. Zudem hätten die beiden Unternehmen eine Reihe von Bereichen identifiziert, in denen man zusammenarbeiten wollte.

Hierzu zählte Zetsche die Entwicklung von Elektrofahrzeugen, neue Verbundwerkstoffe auf petrochemischer Basis sowie die Ausbildung von jungen Ingenieuren in der Golfregion.

Mit der Entscheidung für Daimler habe man seinen Partner in der Automobilindustrie gefunden, so Al Qubaisi. Weitere Investitionen in der Branche würden nun nur noch in Zusammenarbeit und über Daimler geschehen. "Voll und ganz stehe ich zu dem Unternehmen und auch zu der Unternehmensleitung." Die Investitionsvereinbarung beziehe sich auf Daimler als Gesamtkonzern, ergänzte Zetsche. Eine Zerschlagung oder Aufspaltung des Unternehmens sei nie Teil der Gespräche gewesen.

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