Aeroflot vs. Air France-KLM Bieterpoker um CSA

Russlands größte Fluggesellschaft Aeroflot bietet für die tschechische Konkurrentin Czech Airlines. Auch der französisch-niederländische Luftfahrtkonzern Air France-KLM interessiert sich für das staatliche tschechische Flugunternehmen, das derzeit privatisiert wird.

Paris - Der Luftfahrtkonzern Air France-KLM  ist weiter auf der Suche nach einem Standbein im Osten Europas. Das französisch-niederländische Unternehmen habe Interesse an der staatlichen tschechischen Fluggesellschaft CSA (Czech Airlines), teilte Air France-KLM am Montag in Paris mit. Der Konzern habe zunächst unverbindlich sein Interesse bekundet; eine mögliche verbindliche Offerte sei nach einer eingehenden Prüfung frühestens im Juni zu erwarten.

Russlands größte Fluggesellschaft Aeroflot ist bereits einen Schritt weiter. Sie hat ein offizielles Angebot für den tschechischen Konkurrenten CSA abgegeben. Man habe beim Finanzministerium in Prag am Montag seine Offerte für die Übernahme von 91,5 Prozent der CSA-Anteile eingereicht, teilte Aeroflot in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Die Höhe des Angebots wurde nicht genannt. Die tschechische Regierung erwartet für ihren Anteil nach Angaben der Prager Presse rund fünf Milliarden Kronen (186 Millionen Euro). Nach Informationen der Pariser Finanzzeitung "La Tribune" will Air France-KLM bis zu 200 Millionen Euro ausgeben, damit CSA nicht in die Hände von Konkurrenten fällt. Die Franzosen wollen ihr Netz in Mitteleuropa insbesondere gegen die Deutsche Lufthansa  stärken.

Das Ergebnis der Ausschreibung, für die am Montag Stichtag war, soll im September bekanntgegeben werden. Mehrere Minister des Nato- und EU-Mitglieds Tschechien hatten sich "aus Sicherheitsgründen" gegen einen Verkauf der Staatsanteile an einen russischen Bieter ausgesprochen.

CSA und Aeroflot kooperieren in der Luftfahrtallianz SkyTeam, dem auch Air France-KLM als größter und wichtigster Partner angehört. SkyTeam ist das Konkurrenzbündnis zur Star Alliance der Lufthansa. Als eine der Hauptforderungen verlangt das Prager Kabinett, dass der neue Eigentümer den Status von CSA als "nationalem Carrier" binnen fünf Jahren nicht ändern darf.

manager-magazin.de mit Material von afp und dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.