Aabar und Ipic Wer ist der neue Daimler-Großaktionär?

Die börsennotierte Investmentgesellschaft Aabar steigt direkt mit 9,1 Prozent bei Daimler ein. Sie wird selbst vom Staatsfonds International Petroleum Investment Company, kurz Ipic, kontrolliert, der wiederum komplett im Besitz der Regierung von Abu Dhabi ist. Nachfolgend einige Fakten über die Gesellschaften.

Aabar: Die Investmentgesellschaft wurde im März 2005 gegründet und hat seitdem kleinere Übernahmen und Beteiligungen getätigt. Im Februar erwarb Aabar Bonds der italienischen Bank Unicredit im Wert von rund 50 Millionen Euro. Seit November 2005 ist Aabar börsennotiert.

Zur Finanzierung des knapp zwei Milliarden Euro teuren Einstiegs bei Daimler erhöhte Aabar am Montag das Kapital um 1,8 Milliarden Dollar. Davon kommen 1,4 Milliarden Dollar aus einer Wandelanleihe, die Ipic zeichnete. Damit hat Ipic bisher insgesamt 1,8 Milliarden Dollar in Aabar investiert. Die Anleihe will Ipic eigenen Angaben zufolge in neue Aktien von Aabar wandeln und damit künftig 71 Prozent des Kapitals halten.

Vom damaligen Höchststand der Aktien bei 6,09 Dirham sind die Anteile weit entfernt und wurden am Montag mit 1,84 Dirham notiert. Der Börsenwert der Gesellschaft lag vor dem Einstieg bei Daimler bei umgerechnet 431 Millionen Dollar (315 Millionen Euro).

Ipic: Die Gesellschaft wurde 1984 von der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi gegründet und wird eigenen Angaben zufolge von unabhängigen Managern geführt. Die Gesellschaft hat bislang vor allem in Unternehmen der petrochemischen Branche investiert.

Unter anderem gehören Ipic nach eigenen Angaben 19,2 Prozent des österreichischen Mineralölkonzerns OMV, 9,5 Prozent an Spaniens Mineralölgesellschaft Cepsa und rund 21 Prozent an Japans Raffineriegruppe Cosmo Oil.

Im Oktober 2008 erwarb Ipic rund 70 Prozent des Industriedienstleisters MAN Ferrostaal, MAN bleibt Minderheitsaktionär. Früheren Angaben aus dem Herbst vergangenen Jahres zufolge wurden die Beteiligungen des Staatsfonds auf zwölf Milliarden Dollar taxiert.

Im Regelfall strebt Ipic Minderheitspositionen mit einem Kapitalanteil von 25 bis 40 Prozent an und will sich dadurch wichtige Minderheitenrechte bei den Beteiligungsgesellschaften sichern. Der neunprozentige Kapitalanteil an Daimler erfüllt diese selbst gesteckten Vorgaben bislang nicht.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Neu gemischt: Die Aktionärsstruktur der Daimler AG

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