Drei-Punkte-Plan Weitere 500 Milliarden gegen Giftpapiere

US-Finanzminister Timothy Geithner wird wohl schon heute einen Drei-Säulen-Plan zum Umgang mit faulen Wertpapieren vorstellen. Demnach sollen Staat und Privatwirtschaft zusammen 500 Milliarden Dollar aufbringen, um Banken diese Papiere abzukaufen und ihre Bilanzen zu entlasten.

Washington - US-Finanzminister Timothy Geithner will mit einem 500 Milliarden Dollar schweren Programm Banken und andere Marktakteure von giftigen Wertpapieren und faulen Krediten befreien, die nach seinen Worten derzeit das US-Finanzsystem "verstopfen". Das Finanzsystem arbeite "immer noch gegen seine Erholung an", schrieb Geithner in einem Artikel für das "Wall Street Journal". Unter der Last früherer, "schlechter Darlehensentscheidungen" hielten sich viele Banken nach wie vor bei der Kreditvergabe zurück.

Die US-Regierung habe deshalb ein neues "öffentlich-privates Investmentprogramm" entwickelt. Dieses solle Investmentfonds für faule Kredite und Wertpapiere im Wert von zunächst 500 Milliarden Dollar auflegen. Mit der Zeit könnte das Programm auf bis zu einer Billion Dollar verdoppelt werden, kündigte Geithner weiter an.

Das Vorhaben - ein Grundpfeiler in der Strategie von Präsident Barack Obama im Kampf gegen die Kreditkrise - sieht Finanzkreisen zufolge die Ausgabe von zinsgünstigen Krediten an Privatinvestoren vor, die mit dem Geld dann die faulen Wertpapiere kaufen sollen.

Der Architekt des Vorhabens, eben Geithner selbst, steht unter großem Druck. Er hatte im Februar nur so magere Informationen zu seinen Plänen herausgegeben, dass die Aktien von US-Banken einbrachen und Sorgen laut wurden, einige US-Banken müssten möglicherweise verstaatlicht werden.

Die US-Notenbank hatte erst in der zurückliegenden Woche erklärt, mehr als eine Billion Dollar in den Aufkauf von aktuell faulen Wertpapieren zu investieren. Die Summe kommt zusätzlich zu den knapp 800 Milliarden Dollar, die die Regierung als Konjunkturhilfen ohnehin schon abgesegnet hat.

US-Einlagensicherung soll einbezogen werden

Eine mit der Sache vertraute Person sagte am Sonnabend, der neue Plan der Regierung binde die US-Einlagensicherung FIDC mit ein. Die FIDC biete dabei zinsgünstige Kredite im Sinne einer "Public-Private-Partnership" an solche private Interessenten an, die damit derzeit faule Anlagen von Banken kaufen wollen. Dabei handelt es sich überwiegend um Papiere, die mit Hypotheken verbunden sind und deutlich an Wert verloren haben.

Womöglich neue Manager für öffentlich-private Fonds

Zweite Säule des Vorhabens sei, dass das Finanzministerium Investment-Manager anheuern werde, die öffentlich-private Fonds führen sollen, die in solche Hypothekenpapiere investieren, die Aussicht auf möglichen Profit haben. Das Geld dafür solle sowohl aus staatlichen als auch aus privaten Quellen kommen.

Fed könnte ihr Kreditprogramm ausweiten

Dritte Säule sei, dass die US-Notenbank ihr jüngstes Kreditprogramm im Volumen von einer Billion Dollar ausweitet, damit aus diesem Programm auch "Altlasten"-Papiere (legacy assets) aufgekauft werden können. Dabei handelt es sich um ältere Wertpapiere, die überwiegend mit Hypothekenpapieren verbunden sind. Diese haben stark an Wert verloren, nachdem die Häuserpreise eingebrochen sind und haben massive Löcher im Bankensystem hinterlassen. Die Hypothekenkrise war der Auslöser dafür, dass die US-Wirtschaft in eine tiefe Rezession abgerutscht ist.

Wann die Details der Pläne vorgestellt werden sollen, war zunächst unklar. Während in Kreisen schon von Montag die Rede war, wollte das Finanzministerium dies nicht bestätigen.

Geithner steht derzeit auch unter Druck wegen der umstrittenen Bonuszahlungen bei dem Versicherer AIG. Obama sagte laut einem Vorab verbreiteten Interview mit dem Sender CBS, er würde Geithners Rücktritt nicht akzeptieren, falls dieser ihn anbieten sollte. Geithner hatte jüngst Fehler bei dem Thema eingestanden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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