Betrugsverdacht Madoffs Buchhalter angeklagt

Im Madoff-Skandal hat die US-Staatsanwaltschaft erstmals auch einen Mitarbeiter des Milliardenbetrügers angeklagt. Einem langjährigen Buchhalter des einst hoch angesehenen US-Investors wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von mehr als 17 Jahren Bilanzprüfungen vorgetäuscht zu haben.

New York - Die New Yorker Staatsanwaltschaft reichte am Mittwoch Betrugsklage gegen Madoffs langjährigen Buchhalter, David Friehling, ein. Ihm droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 105 Jahren. Der 49-Jährige wurde gegen eine Kaution in Höhe von 2,5 Millionen Dollar auf freien Fuß gesetzt.

Madoff bekannte sich am vergangenen Donnerstag vor dem Bezirksgericht in Manhattan schuldig in allen elf Anklagepunkten. Richter Deny Chin schickte den 70-Jährigen, der seit Dezember in seinem Luxus-Penthouse unter Hausarrest gestanden hatte, danach wegen Fluchtgefahr in Haft. Eine Freilassung gegen Kaution in Höhe von zehn Millionen Dollar lehnte der Richter ab.

Der einst hoch angesehene Financier hat laut Anklage mit einem Schneeballsystem 4800 Anleger um einen zweistelligen Milliardenbetrag gebracht. Er bekannte sich vor Gericht unter anderem des Betrugs, der Untreue sowie der internationalen Geldwäsche in zwei Fällen schuldig. Dem ehemaligen Verwaltungsratschef der Technologiebörse Nasdaq droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 150 Jahren. Das Urteil soll am 16. Juni gefällt werden.

manager-magazin.de mit Material von ap

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