Donnerstag, 18. Juli 2019

AWD/Swiss Life Maschmeyer, Ferres und die biederen Schweizer

3. Teil: "Der Machtkampf geht weiter"

"Der Machtkampf geht weiter, jetzt aber auf einer höheren Ebene", sagt ein anderer Insider voraus. In der Branche vermutet man deshalb auch, dass der vermögende Hannoveraner seinen Anteil an der Swiss Life weiter aufstocken wird. Der Kurs steht günstig, das Geld dafür hat Maschmeyer. Und die 10-Prozent-Hürde, die aufgrund bestimmter Schweizer Regelungen bislang als unüberwindbar galt, sehen Schweizer Finanzexperten mittlerweile nicht mehr als das Bollwerk, das auf Dauer Bestand haben dürfte.

Die hannoversche Talanx-Gruppe soll bereits Interesse an einem Einstieg bei der Swiss Life bekundet haben, strebt Insidern zufolge aber nicht mehr als 10 Prozent an dem Schweizer Versicherer an. Auch über einen Einstieg des Schweizer Mitbewerbers Zurich wird bereits seit geraumer Zeit spekuliert. Dem geben Branchenkenner wegen scheinbar unüberwindbarer Differenzen allerdings wenig Chancen. Maschmeyer, dessen Machtposition Beobachter mit seinem Einzug in den Verwaltungsrat eher als gefestigt ansehen, könnte demnach vergleichsweise ungestört aufstocken und seinen Einfluss auf die Swiss Life weiter ausbauen. Gut möglich ist auch, dass er dann von Zürich aus weiter an seinem Ziel des weltgrößten Finanzdienstleisters arbeitet.

Doch schon jetzt dürfte Maschmeyer in den Augen so mancher Insider ein Ziel erreicht haben, das ihm womöglich noch viel wichtiger ist: "Mit der Swiss Life kommt er endlich weg von dem Schmuddelimage des Strukturvertriebs. In Zukunft muss er keine Vertreter mehr bei einer Kiste Schampus zu mehr Leistung anheizen. Schweiz, Verwaltungsrat, Seriosität, Anerkennung - das passt, das hat ihm immer gefehlt."

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