ThyssenKrupp Schulz wird Presta nicht los

ThyssenKrupp fällt der Rückzug aus seinen Tochterfirmen schwerer als erwartet. Derzeit findet sich kein Interessent für das Nockenwellengeschäft von Presta, nachdem schon ein Verkauf der Lenkungssparte gescheitert war. Dennoch will Vorstandschef Ekkehard Schulz den Deinvestitionskurs ausweiten.

Hamburg - Der Stahl- und Industriekonzern ThyssenKrupp  muss wegen der Wirtschaftskrise einen Teil seiner Desinvestitionspläne ändern. Das berichtet das manager magazin in seiner April-Ausgabe, die ab Freitag (20. März) im Zeitschriftenhandel erhältlich ist.

Für das im vergangenen Jahr zum Verkauf gestellte Nockenwellengeschäft der Konzerntochter Presta findet das Unternehmen derzeit keinen Käufer. Deshalb wurde der Verkauf vorerst ausgesetzt. Der Bereich hat ein Umsatzvolumen von etwa 240 Millionen Euro. Zuvor hatte sich bereits das Presta-Geschäft mit Lenkungen als augenblicklich unverkäuflich erwiesen.

Dagegen läuft das Bieterverfahren für die Industrieservicesparte von ThyssenKrupp (1,7 Milliarden Euro Umsatz), für die ebenfalls ein neuer Eigentümer gesucht wird, seit Anfang März. Zahlreiche Interessenten haben erste Verkaufsunterlagen erhalten.

Nach Beendigung der weltweiten Wirtschaftskrise könnte der Konzern seine Desinvestitionsliste erweitern. ThyssenKrupp spielt nach Informationen von manager magazin mit dem Gedanken, im nächsten Aufschwung die verlustreiche Edelstahlsparte in eine Kooperation mit einem anderen großen Stahlhersteller zu überführen. Im Edelstahlbereich steht nach Ansicht von Branchenkennern eine Konsolidierung noch aus.