Milliardenkauf China stoppt Coca-Cola

China hat Coca-Cola den milliardenschweren Zukauf des größten heimischen Saftherstellers Huiyuan untersagt. Die Begründung des Handelsministeriums in Peking: Die Fusion wäre schlecht für den Wettbewerb. Die Entscheidung ist unter Experten umstritten.

Peking - Coca-Cola  wollte Huiyuan für 2,4 Milliarden Dollar kaufen, was die bislang größte Übernahme einer chinesischen Firma durch einen ausländischen Konzern gewesen wäre. Coca-Cola nannte die Entscheidung "enttäuschend" und will das Vorhaben nun fallen lassen.

Das Verbot wurde auch als Zeichen dafür gewertet, dass viele Länder ihre Industrien in der Rezession vor Übernahmen schützen. Experten erwarten, dass nun auch chinesische Firmen selbst noch größere Probleme bei Investitionen im Ausland bekommen könnten.

Coca-Cola hatte die Übernahme im September angekündigt, um seine Position auf dem boomenden chinesischen Markt zu festigen. Dafür hatte der US-Konzern das Dreifache dessen geboten, was Huiyuan zu dem Zeitpunkt an der Börse wert war. China ist für Coca-Cola der viertgrößte Markt überhaupt. Hier liefert sich der Konzern auch mit seinem Rivalen PepsiCo einen harten Kampf um Kunden.

Die chinesischen Behörden erklärten, die Zugeständnisse, zu denen Coca-Cola bei dem Zukauf bereit gewesen wäre, seien unzureichend gewesen. Es wäre weiterhin eine Schwächung des Wettbewerbs zu erwarten gewesen. Daher habe man den Zukauf verboten. Unter Experten ist diese Begründung umstritten. Jeffery Lau von Polaris Capital in Hongkong sagte, die Entscheidung zeige deutlich, dass China weiter unwillig sei, Übernahmen nationaler Marken zu erlauben.

Die Branchenanalystin Selina Sia erklärte indes, beide Firmen zusammen wären auf einen Anteil von 40 Prozent auf Chinas Obstsaftmarkt gekommen. "Wenn Coke Huiyuan übernehmen würde, würden sie den Softdrinkmarkt in China dominieren. Das hätte nicht nur die Kunden, sondern auch die Wettbewerber getroffen." Zukäufe in China durch ausländische Firmen gelten grundsätzlich als schwierig, da der Staat noch immer viele Branchen dominiert und Regulierungsbehörden strenge Maßstäbe anlegen. Heimische Markenhersteller wollen sich zudem in der Regel ausländischer Kontrolle widersetzen.

Huiyuan hat auf dem 2008 um 15 Prozent auf zwei Milliarden Dollar gewachsenen Gesamtmarkt für Obst- und Gemüsesäfte einen Marktanteil von 10 Prozent, Coca-Cola von 9,7 Prozent. Dabei dominiert Coca-Cola den Markt für verdünnte Säfte und Huiyuan den Markt für reine Säfte. Huiyuan machte 2006 einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro und will diesen binnen drei bis fünf Jahren auf rund eine Milliarde Euro steigern. Chinas Markt für Säfte verspricht nach Einschätzung von Analysten wegen steigender Privateinkommen und des zunehmenden Gesundheitsbewusstseins hohe Wachstumsraten.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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