Arcandor-HV "Es ist nicht die Zeit der großen Visionen"

Der angeschlagene Handelskonzern Arcandor will in der Wirtschaftskrise im Zweifel auf Umsätze in seinen Geschäftsbereichen Tourismus, Versandhandel und Warenhäuser verzichten, um das Ergebnis zu verbessern. Es sei nicht die Zeit großer Strategien und Visionen, sagte Konzernchef Karl-Gerhard Eick während der Hauptversammlung.

Düsseldorf - Der mögliche Verzicht auf Umsätze gelte insbesondere für die Tourismustochter Thomas Cook, wo man die Kapazitäten zugunsten der Rentabilität verringern werde, kündigte der seit dem 1. März amtierende neue Konzernchef Karl-Gerhard Eick am Mittwoch während der Hauptversammlung in Düsseldorf an.

In der Wirtschaftskrise sehe er aber auch Chancen, so Eick. Dies gelte etwa für die Versandhandelssparte Primondo mit einem hohen Anteil an Ratenkäufen. Dies sei gerade in Krisenzeiten für viele Menschen attraktiv, sagte Eick. "Es ist nicht die Zeit der großen Strategien oder gar Visionen. Jetzt ist die Zeit der Konsolidierung. Und das heißt: Kärrnerarbeit", fügte Eick an.

Wenige Wochen vor Eick hatte sich bereits Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf "Kärrnerarbeit" verpflichtet und damit angedeutet, er wolle das schwierige Amt des Wagenführers auf sich nehmen, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Ein fehlender Ausblick für das laufende Geschäftsjahr hat unterdessen die Aktie von Arcandor  am Mittwoch belastet. Die Papiere lagen über zwei Prozent im Minus bei 1,44 Euro. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick sagte auf der Hauptversammlung, er werde keine Prognose für 2009 abgeben. Die Konjunkturentwicklung sei nicht vorherzusehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters