Nach Gewinneinbruch BMW streicht Manager-Boni zusammen

Nach dem Gewinneinbruch im Vorjahr tritt BMW heftig auf die Kostenbremse. Nicht nur beim Material, sondern vor allem auch bei den Gehältern setzen die Münchener den Rotstift an. Auf eine Prognose für 2009 verzichtet der Autohersteller.

München - Wegen des drastischen Gewinneinbruchs im Jahr 2008 kürzt der Autobauer BMW  die Bonuszahlungen an Manager und Mitarbeiter kräftig. "Ein Vorstandsmitglied muss auf etwa 40 Prozent seines Jahreseinkommens verzichten", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer am Mittwoch in München.

Seine Gesamtbezüge sanken laut Geschäftsbericht auf 2,27 von 3,75 Millionen Euro. Bei einem Bereichsleiter reduziert sich Reithofer zufolge das Gesamteinkommen um rund ein Drittel, bei einem Tarifmitarbeiter um etwa 10 Prozent. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile steigen bei BMW wie bei vielen Konzernen mit der Höhe der Hierarchie.

Wegen der Autokrise war der Gewinn des Autobauers um 90 Prozent auf 330 Millionen Euro zusammengeschmolzen. Für 2009 wollte BMW keine Prognose abgeben. An den langfristigen Zielen hält das Unternehmen allerdings fest. "2009 wird ein Übergangsjahr, für das derzeit keine verlässlichen Ergebnisaussagen möglich sind", sagte Reithofer bei der Vorlage der Bilanz. Die Verkaufszahlen des Vorjahres werde BMW angesichts eines erwarteten Markteinbruchs von 10 bis 20 Prozent in diesem Jahr nicht erreichen.

"Unsere langfristigen Profitabilitätsziele für 2012 bleiben aber bestehen", bekräftigte Reithofer. Es gelte, die Unabhängigkeit des Unternehmens zu wahren. Mit Rückenwind durch die neuen Modelle sieht BMW erst 2010 wieder Licht am Ende des Tunnels.

Im Rahmen des aktuellen Sparprogramms "Number One", das den jahrelangen Renditeverfall stoppen soll, will BMW bis 2012 rund sechs Milliarden Euro einsparen. Alleine vier Milliarden Euro sollen davon bei den Materialkosten wegfallen. "Schon jetzt ist klar: Diese Zielmarke werden wir deutlich übertreffen", sagte Reithofer. Zudem wollen die Münchener die Umsatzrendite im Kerngeschäft auf 8 bis 10 Prozent steigern und eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) im Automobilsegment von mehr als 26 Prozent erreichen.

Spitzenposition in der Luxusklasse verteidigt

In den USA, wo BMW mehr Wagen verkauft als in der Heimat, hatte sich im Laufe des vergangenen Jahres der Preisverfall bei Gebrauchtwagen im Zuge von Konjunkturschwäche und Kreditklemme immer weiter verschärft. Wegen der sinkenden Erlöse für Fahrzeuge, die aus Leasingverträgen zurückkommen, musste BMW für Leasingfahrzeuge, faule Kredite und Zahlungsverzögerungen die Risikovorsorge im vierten Quartal nochmals deutlich um knapp eine Milliarde Euro auf insgesamt 1,968 Milliarde Euro aufstocken.

BMW rechnet aber nicht damit, dass die Zusatzbelastungen in den kommenden Monaten ähnliche Größenordnungen annehmen, wie Finanzvorstand Friedrich Eichiner sagte. Im Januar und Februar habe sich zudem der Gebrauchtwagenmarkt jenseits des Atlantiks leicht entspannt. Mittelfristig dürfte sich die Lage dort stabilisieren oder bessern, sagte Eichiner.

Trotz der Einbrüche bei den Neuwagenverkäufen hat BMW im vergangenen Jahr die Spitzenposition in der Luxusklasse verteidigt. Mit 1,2 Millionen verkauften Modellen der Marke fuhren die Münchener der Konkurrenz aus Stuttgart und Ingolstadt davon. Mercedes-Benz folgte mit 1,1 Millionen verkauften Wagen mit dem Stern auf Platz zwei, die Volkswagen-Tochter Audi mit gut einer Million Wagen auf dem dritten Rang.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dow jones

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren