Krisenticker Nike-Gewinn nahezu halbiert

Die US-Notenbank hat den Kauf langfristiger Staatsanleihen angekündigt. Abschreibungen und der starke Dollar drücken den Gewinn von Nike. HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher will sein Institut bis 2001 wieder fit machen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

21.28 Uhr: Der Sportartikelhersteller Nike hat in den vergangenen Monaten deutlich weniger verdient. Der Gewinn halbierte sich in dem Ende Februar abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal nahezu auf 244 Millionen Dollar, wie der Adidas-Konkurrent am Mittwoch in Beaverton mitteilte. Neben dem höheren Kurs des Dollar drückte eine Abschreibung von 240,7 Millionen Dollar den Gewinn, es ging dabei unter anderem um den Wert des übernommenen Rivalen Umbro. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte hingegen um 8 Prozent auf 0,99 Dollar. Analysten hatten nur mit 0,79 Dollar gerechnet. Nike-Papiere  gaben im nachbörslichen Handel um 2,00 Prozent auf 45,00 Dollar ab.

20.40 Uhr: Der Euro  klettert nach den Fed-Aussagen auf ein Zweimonatshoch und stoppt erst knapp unter der Marke von 1,35 Dollar. Am Mittag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs noch auf 1,3130 (Dienstag: 1,2942) Dollar festgesetzt.

19.27 Uhr: Die US-Notenbank Fed greift im Kampf gegen die Rezession zu einer ihrer schärfsten Waffen und will in den kommenden Monaten in großem Stil Staatsanleihen ankaufen. Um zusätzliche Milliarden in die Wirtschaft zu pumpen sollen deshalb lang laufende Staatspapiere in einem Volumen von bis zu 300 Milliarden Dollar gekauft werden, teilte die Zentralbank am Mittwoch mit. Finanziert wird dies de facto durch die Notenpresse. Der für die Geldpolitik der Federal Reserve zuständige Offenmarktausschuss beließ den Leitzins erwartungsgemäß beim bisherigen Zielband zwischen null und 0,25 Prozent.

18.45 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der schwer angeschlagenen HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, ist vom Erfolg des geplanten neuen Geschäftsmodells des Kreditinstituts überzeugt. Die Landesbank von Schleswig-Holstein und Hamburg werde "ab 2011 und bei den heutigen Marktgegebenheiten betriebswirtschaftlich wieder fit sein", sagte Nonnenmacher dem "Flensburger Tageblatt" (Donnerstagausgabe). Voraussetzung sei, dass die Weltwirtschaft nicht ins Bodenlose stürze. Die Bank habe "einen gesunden Kern". Das regionale Firmenkundengeschäft und das Geschäft mit Schiffsfinanzierungen als Kerngeschäftsfelder seien auf Dauer profitabel.

18.15 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Der Leitindex Dax  stieg um 0,2 Prozent auf 3996 Zähler. Der MDax  verringerte sich hingegen um 1,5 Prozent auf 4411 Punkte, und auch der TecDax  fiel um 0,3 Prozent auf 430 Zähler. Händler hatten bereits am Morgen die Gefahr eines Rückschlages als groß bezeichnet. Zudem werfe auch der große Verfall an den Terminbörsen am Freitag seine Schatten voraus.

16.24 Uhr: Der Keramikhersteller Villeroy & Boch schickt etwa 1800 seiner rund 2800 Mitarbeiter in Deutschland in Kurzarbeit. Diese werde für die Beschäftigten in der Sanitärproduktion auf mehrere Blöcke in diesem Jahr verteilt, kündigte eine Firmensprecherin am Mittwoch am Firmensitz im saarländischen Mettlach an. Sie bestätigte damit entsprechende Informationen der "Saarbrücker Zeitung". Grund sei die schwache Nachfrage. Während der Kurzarbeit werde die Produktion jeweils komplett gestoppt.

15.47 Uhr: Die Öllager der USA haben sich in der vergangenen Woche wieder gefüllt. Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA stiegen die Rohöl-Bestände um zwei Millionen Barrel auf 353,3 Millionen Barrel und damit stärker als von Analysten mit einer Million Barrel erwartet. Die Benzin-Vorräte erhöhten sich um 3,2 Millionen Fässer auf 215,7 Millionen. Analysten hatten hier mit einem Rückgang von 1,2 Millionen gerechnet. Die Derivate - dazu zählt unter anderem Heizöl - zogen um 100.000 Barrel auf 145,5 Millionen an. Analysten hatten mit einem höheren Plus von 700.000 gerechnet. Der Ölpreis rutschte nach den Daten stärker ins Minus. WTI verbilligte sich um 4 Prozent auf 47,21 Dollar je Fass. Brent kostete mit 46,80 Dollar fast 3 Prozent weniger.

15.41 Uhr: Spaniens Sparkassen fordern staatliche Hilfen im Kampf gegen eine drohende Ausweitung der Finanzkrise. Der Sparkassenverband CECA warnte die Regierung eindringlich davor, die Probleme zu unterschätzen. "Wir müssen verhindern, dass die Krise für Spanien dramatische Ausmaße annimmt", mahnte CECA-Präsident Juan Ramon Quintas bei einem Auftritt vor einem Parlamentsausschuss, wie am Mittwoch bekannt wurde. Die Regierung dürfe sich nicht allein auf den Einlagengarantiefonds (FGD) verlassen, wenn sie einen Domino-Effekt im Bankensektor verhindern wolle.

14.33 Uhr: China hat Coca-Cola den milliardenschweren Zukauf des größten heimischen Saftherstellers Huiyuan untersagt. Die Fusion wäre schlecht für den Wettbewerb, begründete das Handelsministerium in Peking am Mittwoch die Entscheidung. Der US-Konzern wollte Huiyuan für 2,4 Milliarden Dollar kaufen, was die bislang größte Übernahme einer chinesischen Firma durch einen ausländischen Konzern gewesen wäre. Coca-Cola nannte die Entscheidung "enttäuschend" und will das Vorhaben nun fallenlassen.

Dax stürzt auf Tagestief

14.07 Uhr: Der Dax stürzt auf ein Tagestief von 3984 Punkten, nachdem er zuvor noch deutlich im Plus gelegen hatte.

13.44 Uhr: Mit einem Abbau von weltweit 370 Arbeitsplätzen und einem millionenschweren Sparprogramm reagiert der auch im Saarland vertretene Anlagenbauer Dürr auf die Autokrise. Zudem arbeiten derzeit mehr als 100 Mitarbeiter in Deutschland kurz, 80 davon im saarländischen Püttlingen. Nach Angaben von Vorstandschef Ralf Dieter werden etwa 120 ausscheidende Beschäftigte weltweit nicht mehr ersetzt, betriebsbedingte Kündigungen seien aber nicht geplant. Bis Ende März sollen zudem 250 Mitarbeiter in Frankreich und in den USA entlassen werden.

13.16 Uhr: Der Stahlkocher Salzgitter  fährt angesichts der anhaltenden Absatzkrise seine Produktion weiter zurück. Ab nächster Woche soll der kleinste der drei Hochöfen für den Flachstahlbereich in Salzgitter stillgelegt werden, wie ein Firmensprecher am Mittwoch sagte. Ein entsprechender Schritt war bereits seit Wochen im Gespräch. Früheren Angaben sind die Auftragseingänge in einzelnen Bereichen um mehr 30 Prozent eingebrochen. Ab April werden laut Kreisen mindestens 3000 bis 4000 Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen müssen. Derzeit sind es 1500.

13.06 Uhr: Die SPD kann sich eine Verlängerung der von ihr angestoßenen Abwrackprämie für Altautos vorstellen. Für eine Entscheidung sei es aber noch zu früh, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann. Zunächst müsse abgewartet werden, ob die aktuell etwas mehr als 300.000 noch verfügbaren Prämien abgerufen würden. Zuletzt hatte bereits die CSU angekündigt, eine Verlängerung der Prämie zu prüfen. Gezahlt werden jeweils 2500 Euro, wenn ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet und ein umweltfreundlicher Neuwagen gekauft wird.

12.47 Uhr: Die Wirtschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten könnte nach dem Platzen der Immobilienblase und dem sinkenden Ölpreis in diesem Jahr schrumpfen. Die gegenwärtige Finanzkrise mache ein Wachstum um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz oder sogar ein Minus wahrscheinlicher als einen deutlichen Zuwachs, sagte Notenbank-Chef Sultan Nasser al-Suweidi in einer am Mittwoch veröffentlichten Rede. Derzeit arbeite die Zentralbank daran, wie die Konjunktur gestärkt und die Kreditvergabe bei den Banken angekurbelt werden könne. Geplant sei, die Zinsen auf ein dauerhaft niedriges Niveau zu senken, sagte Al-Suweidi einer Wirtschaftszeitung.

Sparkassen trotzen der Krise mit Milliardengewinn

11.49 Uhr: Deutschlands Sparkassen haben trotz Finanzkrise das Jahr 2008 mit einem Milliardengewinn abgeschlossen. Mit einem Jahresüberschuss von 1,3 Milliarden Euro büßten die 438 Institute zwar im Vergleich zum Vorjahr gut ein Fünftel (22,3 Prozent) ein, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Bei Einlagen und Krediten brachten Zuwächse jedoch ein Rekordjahr.

11.11 Uhr: Der Versicherungskonzern Allianz (Kurswerte anzeigen) bekommt in seinem Heimatmarkt Deutschland Rückenwind durch die Abwrackprämie für Altautos. In den ersten Monaten des Jahres seien in der Autoversicherung fast 30 Prozent mehr Versicherungsangebote erstellt worden als im Vorjahreszeitraum, teilte die Allianz Deutschland AG am Mittwoch in München mit.

11.08 Uhr: Die umstrittenen Gesetzespläne zur Verstaatlichung der angeschlagenen Bank Hypo Real Estate  haben eine weitere Hürde genommen. Der Finanzausschuss des Bundestages billigte nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch das Bankenenteignungsgesetz. Damit gilt die Zustimmung auch des Bundestages an diesem Freitag als sicher. Der Bundesrat soll Anfang April entscheiden. Die HRE benötigt für das Überleben dringend weitere Milliardenhilfen. Der Bund strebt wegen der umfangreichen Staatshilfen eine Komplettübernahme an. Eine Enteignung der Aktionäre soll nur letztes Mittel sein, wenn zuvor andere Maßnahmen gescheitert sind.

11.07 Uhr: Der Einbruch an den Börsen hat in die Pensionskasse des britisch-niederländischen Ölriesen Royal Dutch Shell 2008 ein Loch von 8,3 Milliarden US-Dollar gerissen. Das Unternehmen müsse 5 bis 6 Milliarden Dollar neben dem üblichen Beitrag von 1 bis 2 Milliarden Dollar für die Altersvorsorge der Mitarbeiter zuschießen, wie aus Mitteilung an Behörden am Mittwoch hervorgeht. Über den genauen Zeitpunkt der Zahlung müssten in den einzelnen Ländern Gespräche mit den Rentenkassen geführt werden. Als Grund für das Loch gab das Unternehmen an, dass der Wert von Anlagen für die Pensionspläne 2008 wegen des Einbruchs an den Börsen deutlich gesunken sei.

10.00 Uhr: Wegen des drastischen Gewinneinbruchs im Jahr 2008 kürzt der Autobauer BMW  die Bonuszahlungen an Manager und Mitarbeiter kräftig. "Ein Vorstandsmitglied muss auf etwa 40 Prozent seines Jahreseinkommens verzichten", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer am Mittwoch in München. Seine Gesamtbezüge sanken laut Geschäftsbericht auf 2,27 von 3,75 Millionen Euro. Bei einem Bereichsleiter reduziert sich Reithofer zufolge das Gesamteinkommen um rund ein Drittel, bei einem Tarifmitarbeiter um etwa 10 Prozent. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile steigen bei BMW wie bei vielen Konzernen mit der Höhe der Hierarchie.

Dax startet mit Gewinnen

9.05 Uhr: Der Dax  baut seine Gewinne in den ersten Handelsminuten auf 1,7 Prozent aus und notiert bei 4055 Zählern. Vor allem Finanztitel setzen ihre Erholung fort.

8.45 Uhr: Der Dax-Future ist am Mittwoch mit einem Plus von 60 Punkten auf 4050 Zähler in den Handel gestartet. Daraufhin berechneten Banken und Brokerhäuser den Dax zur Eröffnung 1,5 Prozent über seinem Vortagesschluss von 3957 Zähler. Die Kursrally in New York gibt deutschen Aktien weiter Auftrieb: Der Dow Jones  hatte am Vortag 2,5 Prozent fester geschlossen, der Technologieindex Nasdaq Composite  legte sogar um mehr als 4 Prozent zu.

7.40 Uhr: Die weltweite Finanzkrise hat tiefe Spuren in der Bilanz der Münchner HypoVereinsbank (HVB) hinterlassen. 2008 sei ein Verlust von 671 Millionen Euro angefallen nach einem Gewinn von zwei Milliarden im Jahr zuvor, teilte die Tochter der italienischen Großbank Unicredit  am Mittwoch mit. Hauptproblem, wie bei anderen Banken auch, war das Investmentbanking. In der wichtigsten HVB-Sparte betrug das Minus 2008 zwei Milliarden Euro, allein im Schlussquartal waren es 1,18 Milliarden.

7.29 Uhr: Bankentitel haben am Mittwoch die Aktienmärkte in Fernost gestützt. In Tokio sorgte die Ankündigung der japanischen Notenbank zum Kauf von weiteren Staatsanleihen für positive Stimmung. Marktteilnehmer erhofften sich davon eine Stabilisierung der Finanzmärkte. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index (Kurswerte anzeigen) schloß auf seinem höchsten Stand seit fünf Wochen. Kurzzeitig lag er über der Marke von 8000 Punkten, bevor es zu Gewinnmitnahmen kam. Er ging 0,3 Prozent höher bei 7972 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,5 Prozent auf 764 Punkte.

6.25 Uhr: Die chinesische Wirtschaft wird nach einer neuen Prognose der Weltbank im laufenden Jahr nur noch um 6,5 Prozent wachsen. Chinesische Exporte seien von der sich verstärkenden weltweiten Krise schwer getroffen, teilte die Weltbank in einem am Mittwoch veröffentlichten Quartalsbericht zur Lage der chinesischen Wirtschaft mit. Mit voller Wucht trifft die Krise offenbar andere asiatische Tigerstaaten. Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters zufolge werden die Volkswirtschaften Taiwans und Singapurs 2009 um jeweils 4,9 Prozent schrumpfen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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