Steinmeier "Manager müssen sich stärker einmischen"

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die deutschen Manager aufgefordert, ihre "vornehme Zurückhaltung" aufzugeben und sich stärker in die politische Debatte einzuschalten. Die vielen verantwortungsvollen Unternehmenslenker müssten jetzt "aktiv um Vertrauen werben", sagte der SPD-Kanzlerkandidat im Gespräch mit manager magazin.

Hamburg - "Die Ordnung und das Verständnis von Wirtschaft sind Gegenstand einer zentralen gesellschaftlichen Diskussion. Das ist für viele Manager völlig neu und ungewohnt", sagte Steinmeier im Interview mit manager magazin, dessen neue Ausgabe ab Freitag (20. März) im Handel erhältlich ist.

Manager müssten jetzt "ihre vornehme Zurückhaltung schleunigst ablegen und aktiv um Vertrauen werben", ergänzte der Kanzlerkandidat der SPD.

Die vielen verantwortungsvollen Unternehmenslenker in Deutschland müssten sich "vernehmbar" von jenen distanzieren, die mit ihrem Verhalten das öffentliche Bild der Manager verzerren. Als Negativ-Beispiel nannte Steinmeier den früheren Vorstandschef der schwer in Bedrängnis geratenen Hypo Real Estate , Georg Funke.

Vor allem in der Debatte um Vorstandsvergütungen würde er sich "hilfreiche Vorschläge aus der Wirtschaft wünschen", sagte Steinmeier: "Da gibt es Exzesse, die den Fairnessgedanken in unserer Gesellschaft untergraben." Nur wer sich in die Debatte einbringe, werde auch gehört.