Opel Guttenberg umgarnt Investoren

Mission mit ungewissem Ausgang: Zum Auftakt seiner USA-Reise hat Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit Banken und potenziellen Investoren für den angeschlagenen Autobauer Opel gesprochen. Nach Ansicht von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers stehen die Chancen für eine Rettung gut.

New York/Berlin - Zehntausende von Opel-Mitarbeitern blicken gespannt nach Amerika: Von der US-Reise von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erhoffen sich Politik und Beschäftigte endlich Klarheit über den Kurs der Opel-Mutter General Motors (GM).

Guttenberg bestätigte am Rande seiner US-Reise am Montag, dass mit interessierten privaten Investoren Gespräche geführt würden. Allerdings warteten diese Investoren ebenso auf Entscheidungen von GM und der US-Regierung sowie das künftige Konzept des Autobauers.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sieht weiter gute Chancen für eine Rettung des angeschlagenen deutschen Autobauers. Er sei "ganz sicher", dass Guttenberg von seiner Reise "mit guten Ergebnissen" zurückkomme, sagte Rüttgers in Berlin. "Ich glaube, es ist auch inzwischen in Deutschland klar, dass wir Opel helfen wollen. Das hat die Bundeskanzlerin deutlich gesagt." Es gehe um einen "der großen industriellen Kerne Deutschlands".

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier mahnte erneut rasche Entscheidungen an. In der am Montagabend ausgestrahlten ARD-Sendung "Beckmann" sagte er: "Wir wissen nicht, wie lange die Liquidität reicht, da ist Eile geboten." Es dürfe sich nicht der Eindruck festsetzen, dass der Autobauer ohnehin keine Marktchance mehr habe und daher keine staatlichen Hilfen infrage kämen.

Guttenberg wollte am Montagabend mit GM-Chef Rick Wagner und dessen Vize Frederick (Fritz) Henderson zusammentreffen. Am Dienstag wird er mit US-Finanzminister Timothy Geithner sprechen. Viele Entscheidungen bei GM hängen von der US-Regierung ab, nachdem diese bereits etliche Milliarden Dollar in das Unternehmen gepumpt hat.

Hyundai winkt ab

Nach Angaben Guttenbergs wird in den USA nicht nur über dauerhafte Konzepte für Einzelunternehmen nachgedacht, sondern für die gesamte Autobranche. Das könnte auch zu einer Reduzierung von Marken in den USA führen. GM muss bis 31. März der US-Regierung ein Konzept vorlegen, hat aber die Möglichkeit, einen Monat zu verlängern.

Der Wirtschaftsminister hatte mehrfach deutlich gemacht, dass das GM-Management bisher keine Antworten auf zentrale Fragen wie die Rechte an den Patenten oder an den Marken auf den Tisch gelegt habe. Zudem sei die Frage des Finanztransfers von der Mutter auf die Tochter weiter offen. Zugleich hatte er unterstrichen, dass Staatshilfen nur dann möglich seien, wenn die künftige Richtung bei GM und Opel klar sei. Die Verflechtung von Opel mit GM ist kompliziert. Opel beschäftigt in Europa rund 54.500 Mitarbeiter.

In einem Papier für den Wirtschaftsausschusses des Bundestages verweist das Wirtschaftsministeriums erneut auf Risiken und Probleme des Opel-Rettungskonzeptes. Die angestrebte "rechtliche und produktionstechnische Abkoppelung" der Adam Opel GmbH und europäischer Firmen vom US-Mutterkonzern General Motors (GM) und eine Beteiligung anderer Industriepartner werde schwierig: "Angesichts der gegenwärtigen weltweiten Krise der Automobilindustrie und bestehender Überkapazitäten wird es nicht leicht sein, einen Investor zu finden."

Zur Abkopplung bei einer Minderheitsbeteiligung von GM heißt es: "Das Unternehmen dürfte zu klein sein, um selbstständig überleben zu können." Keine Rettung kann Opel laut "Handelsblatt" vom koreanischen Hersteller Hyundai erwarten. Berichte über ein Interesse seien Spekulation, sagte Hyundai-Motor-Sprecher Oles Gadacz der Zeitung.

General Motors scheine eine nur rechtliche Abkoppelung zu bevorzugen und wolle Opel im GM-Produktionsverbund behalten, heißt es in dem Papier des Ministeriums für den Bundestagsausschuss. Voraussetzung dafür dürfte eine GM-Mehrheitsbeteiligung an der neuen europäischen Gesellschaft sein. "Eine absolute Abschottung gegenüber GM" sei unmöglich, heißt es unter Berufung auf ein Gutachten.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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