Autoindustrie Ford investiert Millionen in Deutschland

Der Automobilhersteller Ford will in Deutschland vorerst keine Arbeitsplätze abbauen. Im bedrohten Kölner Werk soll ab 2011 ein neuer, umweltschonender Motor gebaut werden. Auch für das Werk in Saarlouis gibt es eine Lösung.

Köln - Mitten in der Automobilkrise hat der US-Hersteller Ford  die Zukunft seiner deutschen Werke zunächst abgesichert. Ein Personalabbau in der Bundesrepublik sei zurzeit kein Thema, sagte Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes am Montag in Köln bei der Präsentation einer neuen mit dem Betriebsrat geschlossenen Investitionssicherungsvereinbarung.

Das von Schließung bedrohte Kölner Motorenwerk soll dem Verhandlungskompromiss zufolge künftig den neu entwickelten, verbrauchsarmen EcoBoost-Benzinmotor des Konzerns herstellen.

Es werde damit das erste Werk sein, das den neuen Motor produziere, für den Ford eine beträchtlich Nachfrage erwarte, sagte Mattes. Für die notwendige Modernisierung der Fertigungsanlagen will Ford einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Nach Angaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung handelt es sich um 200 Millionen Euro.

Mit der Produktion von rund 350.000 Exemplaren des neuen Motors jährlich sei die Zukunft des Motorenwerks und seiner 770 Arbeitsplätze weitgehend gesichert, hieß es. Bisher wird in Köln noch ein V6-Motor für den US-Markt produziert. Doch ist die Nachfrage nach diesem Produkt in den vergangenen Monaten drastisch eingebrochen.

Auch die Zukunft des Ford-Werkes in Saarlouis scheint gesichert. Zwar wird derzeit dort wegen der gesunkenen Nachfrage kurzgearbeitet. Unternehmen und Betriebsrat verständigten sich aber bereits darauf, das auch die nächste Generation des Ford Focus in allen Varianten in Saarlouis produziert werden soll. Damit sei die Beschäftigung der rund 6500 Mitarbeiter gesichert, sagte der Ford-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Dieter Hinkelmann.

Unvermeidlich dürfte dagegen ein Arbeitsplatzabbau im spanischen Valencia sein. Dort will Ford angesichts der gesunkenen Nachfrage die Produktion bereits im Mai vom Drei-Schicht auf den Zwei-Schicht-Betrieb umstellen. Betroffen seien rund 1000 der knapp 7000 Arbeitplätze in dem spanischen Werk, hieß es in Unternehmenskreisen.

John Fleming bleibt skeptisch

Grund zur generellen Entwarnung gibt es allerdings nicht: "Ford Europa muss so schnell es geht zu nachhaltiger Profitabilität zurückkehren", erklärte Ford Europachef John Fleming am Montag. "Wir werden alles tun, um die andauernde Lebensfähigkeit unseres Geschäftes sicherzustellen", betonte er und kündigte weitere Maßnahmen an.

Betriebsbedingte Kündigungen sind nach der Investitionssicherungsvereinbarung von 2006 für die Beschäftigten in Köln und Saarlouis bis Ende März 2011 ausgeschlossen. Ford hat allerdings nach eigenen Angaben an den beiden Standorten in den vergangenen Monaten rund 600 Zeitarbeiter freigesetzt.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap