Krisenticker Wall Street legt vierten Tag in Folge zu

Der Dow Jones klettert den vierten Tag in Folge und verzeichnet ein deutliches Plus auf Wochensicht. Der Chiphersteller Qimonda stellt die Produktion im Dresdner Werk ein. Die Schweiz lockert ihr Bankgeheimnis. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

21.05 Uhr: Die Erholung an der Wall Street geht weiter: Der US-Leitindex Dow Jones  hat am Freitag 0,8 Prozent zugelegt und nahe Tageshoch bei 7223 Zählern geschlossen. Der Nasdaq Composite  kletterte um 0,4 Zähler. Damit hat der Dow auf Wochensicht rund 9 Prozent hinzugewonnen. Der Dax, der am Freitag 0,1 Prozent schwächer geschlossen hatte, dürfte auf Grund der späten Erholung an der Wall Street am kommenden Montag einen erneuten Anlauf nehmen, die Marke von 4000 Punkten zu überwinden. Unterstützt wurde die Wall Street von Äußerungen des Citigroup-Direktoriumschefs Richard Parsons. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die einst weltgrößte Bank voraussichtlich keine weiteren staatlichen Hilfen zur Bewältigung der Finanzkrise mehr benötige. Daraufhin schoss die Aktie der Citigroup über sechs Prozent ins Plus.

19.50 Uhr: Die Ölpreise sind am Freitag nach kräftigen Gewinnen am Vortag leicht gesunken. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im April 46,70 US-Dollar. Das waren 33 Cent weniger als am Vortag. Händler begründeten die Gewinne unter anderem mit den deutlich erholten Aktienmärkten. Dies habe auch die Stimmung am Ölmarkt aufgehellt. Die Ölminister der OPEC treffen sich am Sonntag in Wien, um über eine mögliche Kürzung der Fördermenge des Kartells zu beraten.

18.30 Uhr: Steuerflüchtlinge sollen es künftig schwerer haben, sich im Ausland hinter dem Bankgeheimnis zu verstecken. Am Freitag gaben auch die Schweiz, Österreich und Luxemburg internationalen Forderungen nach Änderung ihrer Rechtspraxis nach. Die Regierungen in Bern und Luxemburg erklärten sich zur Übernahme des OECD-Standards bereit, und auch Österreich kommt der OECD entgegen und lockert sein Bankgeheimnis gegenüber Anfragen aus dem Ausland. Ohne die Unterscheidung zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung - das eine strafbar, das andere nicht - wäre der Finanzplatz Schweiz nicht das geworden, für das er seit Jahrzehnten stand.

17.45 Uhr: Der Dax  schließt auf Xetra 0,1 Prozent schwächer bei 3953 Zählern. Verluste an der Wall Street haben den Index im späten Handel nach unten gezogen. Dennoch bleibt auf Wochensicht ein Kursgewinn von 7,8 Prozent übrig: Zuvor hatte der Dax drei Tage in Folge mit Gewinnen geschlossen.

16.45 Uhr: An der New Yorker Wall Street präsentieren sich die Indizes am Freitag in der ersten Handelsstunde stark schwankend. Der Dax (Kurswerte anzeigen) geht das Zitterspiel mit und fällt wieder unter die Marke von 4000 Punkten. Eine knappe Stunde vor Handelsschluss notiert der Index 0,2 Prozent schwächer bei 3947 Zählern, da auch der Dow Jones leicht in die Verlustzone gerutscht ist. Am frühen Nachmittag hatte der Dax noch 1,9 Prozent im Plus notiert.

16.17 Uhr: Der insolvente Speicherchiphersteller Qimonda stellt die Produktion am Standort Dresden nach der bisher vergeblichen Investorensuche vom 1. April an vorerst ein. "Es haben verschiedene Investoren Interesse bekundet. Verbindliche Angebote liegen jedoch noch nicht vor", teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé am Freitag nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses in München mit. Daher werde die Produktion in Dresden bis Ende März zurückgefahren. An Bord bleiben soll nur eine Kernmannschaft. Sie soll sich zum einen um die Weiterentwicklung der neuen, Buried- Wordline genannten Produktionstechnik kümmern und zum anderen sicherstellen, dass die Produktion schnell wieder hochgefahren werden kann, falls sich ein Investor finden sollte.

15 Uhr: Die Ratingagentur Fitch hat das Kreditrating für Aktien von Berkshire Hathaway, dem Versicherungs- und Investmentkonzern von Warren Buffett, gesenkt. Die Agentur setzte das Rating von "AAA" auf "AA+" herab. Buffetts Investmentfirma leidet auch unter der weltweiten Finanzkrise, Buffett hatte zudem eigene Fehler bei den jüngsten Anlageentscheidungen eingeräumt. Auch Buffetts eigenes Vermögen hat gelitten, wie aus dem jüngsten Ranking hervorgeht.

14.45 Uhr: An der Wall Street sind Dow Jones  und Nasdaq Composite  mit Gewinnen in den Handel gestartet. Auch der deutsche Leitindex Dax  hält sich weiterhin knapp 2 Prozent im Plus und notiert klar über der Marke von 4000 Punkten. Grund für die freundliche Stimmung: Das Konsumklima in den USA hat sich zur Überraschung von Analysten im Februar minimal verbessert. Zudem legen Finanzwerte wie Citigroup  und Bank of America  weiter zu.

14.30 Uhr: Die Aktionäre der früheren Telekom-Tochter T-Online erhalten einen Nachschlag für ihre eingezogenen Aktien. Das Frankfurter Landgericht legte am Freitag eine Quote von 1,15 Euro pro Aktie fest, den die Telekom zahlen muss. Die Mehrheitseigentümerin Telekom hatte den Aktionären zunächst freiwillig bis zum Februar 2005 pro T- Online-Aktie 8,99 Euro angeboten und später einen Aktientausch durchgesetzt.

14.05 Uhr: Die Kursrally an den Aktienmärkten hat die Preise für Rohöl und Industriemetalle am Freitag angeschoben. Analysten werten dies als Zeichen für eine steigende Risikobereitschaft . Der Ölpreis zog nach einem elfprozentigen Preissprung am Donnerstag weiter an. Händlern zufolge richtet sich der Blick vieler Marktteilnehmer auf ein Treffen des Förderkartells Opec am Wochenende, von dem Aussagen über weitere Produktionskürzungen erwartet werden. Seit September hat die Opec ihre tägliche Förderung bereits um 4,2 Millionen Fass gesenkt.

13.45 Uhr: Für die Rettung des insolventen Halbleiterherstellers Qimonda hat die EU Hilfe signalisiert. Brüssel werde einen Antrag auf beihilferechtliche Genehmigung einer Rettungs- oder Umstrukturierungshilfe sehr kurzfristig prüfen, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich am Freitag nach einem Treffen mit dem Präsidenten der EU- Kommission, Manuel Barroso. Jedoch müsse ein privater Investor gefunden werden.

13.15 Uhr: Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re sollte nach den Worten von Präsident Peter Forstmoser in der Lage sein, die zur Kapitalstärkung an den US-Investor Warren Buffett verkaufte Wandelanleihe abzulösen. Die dafür nötigen Mittel sollte der Konzern erwirtschaften können, sagte Forstmoser am Freitag auf der Generalversammlung. Alternativ könnte Swiss Re auch eine Kapitalerhöhung durchführen. Der nach Münchener Rück zweitgrößte Rückversicherer der Welt ist 2008 wegen Milliarden-Abschreibungen auf neuartige Finanzprodukte und risikobehaftete Wertpapiere tief in die roten Zahlen gerutscht.

12.55 Uhr: Der Dax  baut seine Gewinne auf 1,8 Prozent aus und notiert bei 4030 Punkten. Gewinne bei Finanzwerten treiben den Index: Aktien der Deutschen Bank  und der Commerzbank legen um jeweils 6 Prozent zu.

12.25 Uhr: Die Schweizer Regierung will die OECD-Standards bei der Amtshilfe in Steuersachen übernehmen. Einen automatischen Informationsaustausch lehnt der Bundesrat Angaben vom Freitag zufolge ab und will im Einzelfall und bei begründeter Anfrage Steuerinformationen anbieten. Am Bankgeheimnis soll festgehalten werden.

11.15 Uhr: Staatliche Hilfe für Unternehmen dürfe es nur für "vorübergehende Notlagen" geben, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel vor Beginn des Spitzentreffens der Wirtschaftsverbände mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in München. "Jede Hilfe des Staats für einzelne Unternehmen ist eine Wettbewerbsverzerrung. Die Frage ist, ob sie eine hinnehmbare ist", betonte er. Eine Staatsbeteiligung an Industrieunternehmen lehnte der BDI-Präsident kategorisch ab. Auch einem dritten Konjunkturpaket erteilte er eine Absage. Die Grenzen der Belastbarkeit des Staats seien "sehr nahe".

Auch bei Opel gehe es darum, ob der Staat Hilfen für die Zukunft oder für die Vergangenheit gebe, sagte der BDI-Präsident. Zudem gelte es zu bedenken, dass der Autobauer "kein Waisenkind" sei, sondern mit General Motors  ein Mutterunternehmen habe. "Das ist in allererster Linie in der Verantwortung", betonte Keitel.

11.05 Uhr: Der krisengeschüttelte Druckmaschinenmarktführer Heidelberger Druck  hat beim Abbau von 2500 Stellen die ersten betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen. Betroffen sei eine einstellige Zahl von Mitarbeitern, sagte ein Unternehmenssprecher. Sie seien nach dem 1. Oktober 2007 eingestellt worden und profitierten daher nicht von sogenannten Zukunftssicherungsvertrag, der alle anderen Beschäftigten vor Kündigung schützt. Insgesamt seien rund 70 Mitarbeiter wegen der Stichtagsregelung betroffen gewesen, mit den übrigen seien jedoch einvernehmliche Aufhebungsverträge geschlossen worden.

11.00 Uhr: In der Euro-Zone hat sich der Anstieg der Arbeitskosten im vierten Quartal abgeschwächt. Der Arbeitskostenindex sei um 3,8 Prozent zum entsprechenden Vorjahresquartal gestiegen, teilte sie Statistikbehörde Eurostat mit. Im dritten Quartal hatte das Plus noch bei revidiert 4,2 Prozent gelegen. Zunächst war ein Wert von 4 Prozent angegeben worden. Die Löhne und Gehälter stiegen im vierten Quartal mit einer jährlichen Rate von 3,9 Prozent. Im dritten Quartal hatte der Anstieg noch bei 4,2 Prozent gelegen. Die Lohnnebenkosten kletterten im Schlussquartal 2008 um 3,6 Prozent, nach plus 4,3 Prozent im Vorquartal.

Pkw-Neuzulassungen brechen weiter ein

09.40 Uhr: Dank positiv aufgenommener Meldungen der Bank of America  hat der Dax  am Freitag zum fünften Mal in Folge Gewinne verbucht und ist über die Marke von 4000 Zählern geklettert. Der deutsche Leitindex stieg im frühen Handel um 1,8 Prozent auf 4028 Punkte. Für den MDax  ging es um 2,8 Prozent auf 4533 Zähler nach oben. Der TecDax  kletterte um 3,3 Prozent auf 441 Punkte.

08.35 Uhr: Drastischer Umsatzeinbruch in der Verarbeitenden Industrie: Gegenüber dem Vorjahresmonat ist der Umsatz im Januar real um 20 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Das war der höchste Rückgang gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Berechnungen 1991. Im Dezember hatte es bereits einen Rückgang um 12,6 Prozent gegenüber. Der Inlandsumsatz nahm im Vergleichszeitraum um 16,6 Prozent ab; der Auslandsumsatz brach mit minus 23,8 Prozent noch stärker ein.

08.00 Uhr: Die Pkw-Neuzulassungen sind in Europa im Februar um über 18 Prozent zurückgegangen. Den stärkeren Rückgang verzeichneten mit einem Minus von 30 Prozent die neuen EU-Mitgliedsländer, teilte der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) mit. In Westeuropa ging die Nachfrage dank der zweistelligen Wachstumsrate auf dem deutschen Markt um 17 Prozent zurück. Insgesamt wurden im Februar 968.200 neue Wagen in den Verkehr gebracht.

Von den deutschen Marken verzeichnete Daimler  die größten Einbußen. Der Absatz sank um fast 30 Prozent auf 42.600 Autos. Beim Wettbewerber BMW  gingen die Verkäufe mit minus 29 Prozent auf 40.900 Wagen fast ebenso stark zurück. Besser schlug sich Europas größter Autobauer Volkswagen  mit einem konzernweiten Minus von über 10 Prozent auf 210.300 Fahrzeuge. Der um Staatshilfen bemühte Autobauer Opel mit der britischen Schwestermarke Vauxhall lag mit rund 22 Prozent im Minus bei 70.600 Einheiten.

07.33 Uhr: Die Düsseldorfer Hypothekenbank erhält eine milliardenschwere Unterstützung aus dem staatlichen Bankenrettungspaket. Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin) hat einen Garantierahmen von 2,5 Milliarden Euro zur Stärkung der Liquiditätsausstattung gewährt. Die Garantien würden zur Absicherung von auszugebenden Schuldverschreibungen genutzt.

Nikkei-Kurssprung von 5 Prozent

06.29 Uhr: Die einst zweitgrößte Investmentbank Australiens ist gescheitert. Babcock & Brown Ltd (B&B) bestellte freiwillig einen Insolvenzverwalter, nachdem Investoren aus Neuseeland einen Rettungsplan der mit drei Milliarden australischen Dollar (1,5 Milliarden Euro) verschuldeten Bank abgelehnt hatten. Das B&B Geschäftsmodell basierte auf dem Kauf von Immobilien sowie Infrastrukturprojekten wie Mautstraßen, Häfen und Windkraftwerken auf Kredit. Die Bank zahlte die Dividenden aus dem Betrieb der Anlagen.

06.25 Uhr: Der Nikkei-Index  hat in Erwartung eines Konjunkturprogramms der Regierung einen Kurssprung von 5 Prozent gemacht: Der Index legte 363,25 Punkte auf 7561,50 zu. Anfang der Woche war er allerdings auf den tiefsten Stand seit 26 Jahren abgesackt. Von den Spekulationen über eine Konjunkturspritze profitierten vor allem die Aktien von Auto- und Elektronikherstellern sowie Banken.

04.14 Uhr: China ist über die Sicherheit seiner in US-Staatsanleihen angelegten Währungsreserven besorgt. Ministerpräsident Wen Jiabao forderte Washington zu einer glaubwürdigen Wirtschaftspolitik auf. Er erinnerte daran, dass China nun der größte Gläubiger der USA sei und erklärte: "Wir haben einen riesigen Betrag Darlehen in den Vereinigten Staaten. Natürlich sind wir über die Sicherheit unserer Anlagen besorgt. Ehrlich gesagt, ich bin ein bisschen besorgt." Schätzungen zufolge hat China fast die Hälfte seiner Devisenreserven von zwei Billionen Dollar in US-Staatsanleihen und ähnlichen Papieren investiert.

03.07 Uhr: Die US-Großbank Citigroup (Kurswerte anzeigen) braucht nach den Worten ihres Direktoriumsvorsitzenden Richard Parsons keine weiteren Kapitalspritzen der Regierung. Mit der jüngsten Aktienumwandlung gehöre die Citigroup zu den besser kapitalisierten Banken weltweit, sagte Parsons. Eine Verstaatlichung der Bank droht seiner Einschätzung nach nicht. "Ich denke nicht, dass die Regierung diesen Weg einschlägt", sagte Parsons.

Im vergangenen Monat hatte die US-Regierung angekündigt, durch die Umwandlung von Vorzugsaktien in Stammaktien ihre Beteiligung an der einst weltgrößten Bank auf bis zu 36 Prozent aufzustocken. Eigenen Angaben zufolge hat die Citigroup im Januar und Februar wieder schwarze Zahlen geschrieben. Die Bank of America  erklärte am Donnerstag ebenfalls, keine neuen Finanzspritzen der US-Regierung zu benötigen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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