Volkswagen "Ein extrem schwieriges Jahr"

VW bricht weltweit der Absatz weg. Der dramatische Nachfrageinbruch in wichtigen Märkten hat die Verkäufe in den ersten zwei Monaten 2009 um 15 Prozent schrumpfen lassen. In Deutschland läuft es dank Abwrackprämie hingegen so gut wie lange nicht: Der Februar war der mit Abstand beste Monat seit der Wiedervereinigung.

Wolfsburg - Die Auslieferungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf rund 809.000 Fahrzeuge, wie Volkswagen  am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Damit schnitt VW besser ab als der Gesamtmarkt.

Ein "Lichtblick" sei Deutschland. Die Abwrackprämie habe zu einem Ansturm auf die Autohäuser geführt. Gemessen an den Auftragseingängen sei der Februar für VW der mit Abstand beste Monat seit der Wiedervereinigung gewesen. Die Auslieferungen für die Marke Volkswagen Pkw stiegen um 20 Prozent.

Der erfreulichen Entwicklung in Deutschland stünden allerdings unverändert dramatische Einbrüche in den USA, Japan und Europa gegenüber, sagte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn. VW gehe für das Jahr 2009 von einem weltweiten Gesamtmarkt unterhalb der 50- Millionen-Marke aus. Im Vorjahr lag der Markt noch bei 55 Millionen Neufahrzeugen. VW rechnet für das laufende Jahr früheren Aussagen zufolge konzernweit mit einem Absatzeinbruch von rund 10 Prozent.

"Wir spielen weiterhin auf Angriff"

Winterkorn bekräftigte, VW wolle zu den Gewinnern der Krise gehören. "Wir spielen weiterhin auf Angriff. Unser Ziel haben wir dabei fest im Blick: Die Spitze der Automobilindustrie." Größter Autobauer der Welt ist derzeit Toyota. VW ist bislang nach dem US- Autobauer General Motors, der ums Überleben kämpft, die Nummer drei weltweit.

2009 erwartet VW daher Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis. 2008 war das operative Ergebnis gegen den Branchentrend um 3 Prozent auf den Rekordwert von 6,3 Milliarden Euro gestiegen, wie VW bereits bekanntgegeben hatte.

Unterm Strich blieb ein Gewinn von rund 4,7 Milliarden Euro - 13,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 113,8 Milliarden Euro.

"Der Tank ist gut gefüllt"

Volkswagen rechnet im laufenden Jahr wegen der weltweiten Absatzkrise mit sinkenden Umsätzen und einem geringeren Gewinn. Der Umsatz werde unter dem des Vorjahres von 113,8 Milliarden Euro liegen, teilte Europas größter Autobauer am Donnerstag auf seiner Bilanzpressekonferenz in Wolfsburg mit. Steigende Refinanzierungskosten und ein höherer Absatzanteil von Regionen mit niedriger Marge belasteten das Ergebnis. Deshalb könne das hohe Ergebnisniveau der Vorjahre nicht wieder erreicht werden.

"Vor uns liegt ein extrem schwieriges Jahr", sagte Konzernchef Martin Winterkorn. VW wolle allerdings dank zahlreicher neuer Modelle und Einsparungen abermals besser abschneiden als die Konkurrenz.

Ein besonderes Sparprogramm will das Unternehmen nicht auflegen. "Wir bleiben auf der Überholspur und der Tank ist gut gefüllt", betonte Winterkorn.

2009 sollen 60 neue Modelle und Varianten auf den Markt kommen. An seinen für 2018 gesteckten Zielen hält der Konzern fest. "Wir wollen mit dem Unternehmen an die Spitze der Automobilindustrie", sagte der VW-Chef.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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