US-Autoabsatz Es kommt noch schlimmer

Die Prognosen waren schon düster: Um fast 10 Prozent sollte der US-Autoabsatz im laufenden Jahr einbrechen. Doch jetzt mehren sich die Anzeichen, dass die Marktforscher den Ernst der Lage deutlich unterschätzt haben - wie übrigens auch GM und Chrysler.

Detroit - In den USA werden in diesem Jahr nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts CSM Worldwide deutlich weniger Autos verkauft werden als noch im Januar prognostiziert. Der Pkw-Absatz werde 2009 auf 9,7 Millionen Fahrzeuge nach 13,2 Millionen im vergangenen Jahr zurückgehen, teilte das Institut am Dienstag mit. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 26 Prozent.

Die neue Absatzprognose liegt unter den Berechnungen, die den Sanierungskonzepten von General Motors und Chrysler zugrunde liegen. "Die Lage ist ernster und wird den Druck auf Chrysler und GM dramatisch erhöhen.", erklärte CSM Worldwide.

Auch im Februar sah es stockdüster aus. Das Abssatzminus der deutschen Hersteller rangiert unter dem Strich zwischen 12 und 35 Prozent verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresmonat. Weltmarktführer Toyota  verkaufte im Februar in Amerika zuletzt sogar fast 40 Prozent weniger Autos.

Porsche  registrierte in Nordamerika einen Verkaufsrückgang um 12 Prozent auf 1622 Fahrzeuge. Volkswagen  dagegen hat im vergangenen Monat 13.660 Fahrzeuge in Amerika verkauft, das waren schon 17,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Darüber hinaus gab Daimler  für Mercedes-Benz Cars ein Minus von 20,6 Prozent bekannt.

Die Volkswagen-Tochter Audi  lieferte in den USA 4653 Autos aus - das waren 24,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Und besonders schwer traf es von den deutschen Herstellern BMW : Das Münchener Unternehmen erlebte in Übersee einen Einbruch seiner Verkaufszahlen im Februar um knapp 35 Prozent auf 15.805 Autos. Das allerdings ist noch nichts im Vergleich zu den heimischen amerikanischen Anbietern.

Der schwer angeschlagene Konzern General Motors (GM) beispielsweise setzte auf dem heimischen Markt zuletzt 50 Prozent weniger Pkw ab als im Februar des Vorjahres. GM kündigte dann auch prompt eine Produktionsdrosselung um rund 34 Prozent im zweiten Quartal an. Und Ford  verkaufte 48,4 Prozent weniger Fahrzeuge als vor Jahresfrist, und damit 99.400 Autos. Der zweitgrößte US-Autohersteller will deshalb im zweiten Quartal 38 Prozent weniger produzieren als vor Jahresfrist.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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