Angela Merkel "Schwerste Wirtschaftskrise seit 1945"

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht Deutschland in der schwersten Wirtschaftskrise seit 1945. Dennoch sei es ratsam, bei staatlichen Eingriffen zur Rettung von Unternehmen "maßzuhalten".

Berlin - "Eine solche Rezession, die gleichzeitig in allen Ländern der Welt stattfindet, hatten wir seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie", sagte Merkel der "Bild"-Zeitung. Allerdings sei Deutschland besser als die meisten anderen Länder in der Lage, diese Krise zu meistern. Bei staatlichen Eingriffen will die Kanzlerin zugleich maßhalten.

"Bei allem, was wir gegen die Krise tun, behalten wir immer auch die Staatsfinanzen und die Spielräume der nächsten Generationen im Auge." Der Staat müsse vor allem für eines Garant sein, sagte die CDU-Chefin: "Wer unverschuldet in Not gerät, dem wird geholfen." Das gelte für den Einzelnen und auch, wenn es um sinnvolle Hilfe für Unternehmen und Arbeitsplätze gehe.

In den gegenwärtigen Staatseingriffen in die Wirtschaft sieht die Kanzlerin eine Ausnahmesituation. Sie wolle so schnell wie möglich wieder auf den wirtschaftspolitischen Kurs vor der Krise zurückkehren.

"Müssen am Ende die alten Grenzen wieder ziehen"

"Die Exzesse der Märkte, die die Krise ausgelöst haben, zwingen uns dazu, Grenzen zu überschreiten und Dinge zu tun, die wir sonst nicht tun würden. Am Ende dieses Prozesses können wir die alten Grenzen der sozialen Marktwirtschaft wieder ziehen."

Niemand habe sich noch vor einigen Monaten träumen lassen, dass man zu solchen staatlichen Eingriffen gezwungen sein werde. Dass auch in der CDU "niemandem ein solcher Prozess leicht fällt, das ist doch mehr als verständlich", räumte die Kanzlerin ein. "Das kann ich gut verstehen, ebenso wie den Wunsch vieler, dass wir nach der Krise wieder zur Normalität, zu unserem alten Kurs, zurückkehren. Ich sage: je schneller, umso besser."

manager-magazin.de mit Material von ddp