Mittwoch, 29. Januar 2020

Krisenticker Obama fehlen 193 Milliarden Dollar

Das US-Haushaltsdefizit steigt im Februar auf einen neuen Rekordwert. Rumänien will 17 Milliarden Euro Finanzhilfe. Daimler schickt 18.000 Mitarbeiter der Lkw-Produktion in Kurzarbeit. Conti schließt wegen der schwachen Nachfrage zwei Reifenwerke. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

21.49 Uhr: Die Finanzkrise macht dem italienischen Luxusgüterkonzern Bulgari mächtig zu schaffen. Wie der Hersteller von Juwelen und Parfüm mitteilte, brach der Nettogewinn 2008 um 45 Prozent auf 82,9 Millionen Euro ein. Der Umsatz fiel 2008 um 1,5 Prozent auf 1,075 Milliarden Euro. Dieses Jahr werde angesichts der gespannten Wirtschaftslage sehr schwierig, sagte Unternehmenschef Francesco Trapani.

Rekorddefizit erwirtschaftet: US-Präsident Obama
19.21 Uhr: Das US-Haushaltsdefizit hat sich im Februar in Folge der Immobilien- und Finanzkrise weiter deutlich erhöht. Im amerikanischen Etat klaffte laut US-Finanzministerium im vergangenen Monat ein Loch von 192,8 Milliarden Dollar (rund 151 Milliarden Euro), nach 175,6 Milliarden Dollar im entsprechenden Vorjahresmonat. Damit sei für den Monat Februar ein neuer Rekordwert erreicht worden.

In den ersten fünf Monaten des laufenden Steuerjahres habe sich damit bereits ein Rekorddefizit von 764,5 Milliarden Dollar angehäuft. Für das gesamte Jahr 2008 meldete das Finanzministerium ein Defizit von 455 Milliarden Dollar. Das Defizit wird sich in diesem Jahr nach früheren Aussagen von US-Präsident Barack Obama fast vervierfachen und auf 1,75 Billionen Dollar (1,37 Billionen Euro) ansteigen.

18.47 Uhr: Ein arabischer Finanzinvestor interessiert sich einem Zeitungsbericht zufolge für die BHF-Bank. Deren Eigner, die in Luxemburg ansässige Privatbank Sal. Oppenheim, spreche mit dem Investor über einen Verkauf, berichtete die Tageszeitung "Die Welt". "Die BHF würde einem arabischen Finanzinvestor Zugang zur drittgrößten Volkswirtschaft und möglichen Übernahmekandidaten in Deutschland eröffnen", zitierte die Zeitung eine mit den Gesprächen vertraute Person. Ein Sal.-Oppenheim-Sprecher sprach von "Marktgerüchten" und kommentierte den Bericht weiter nicht. Anfang der Woche hatte der Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter von Sal. Oppenheim, Matthias Graf von Krockow, erstmals einen Verkauf nicht mehr ausgeschlossen und informelle Gespräche bestätigt.

18.21 Uhr: Das krisengeschüttelte Rumänien kann mit europäischer Solidarität bei der Lösung seiner Finanzprobleme rechnen. Das versicherten die maßgeblichen EU-Institutionen in Brüssel. Für eine Nothilfe müsse Bukarest aber einen Beitrag leisten und ein Sparprogramm auflegen. Die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds (IWF) verhandeln derzeit mit Rumänien über eine Zahlungsbilanzhilfe. Laut Regierungsquellen in Bukarest strebt Rumänien ein Kreditpaket von 19 Milliarden Euro an. Sieben Milliarden Euro davon sollen von der EU und 12 Milliarden Euro vom IWF bereitgestellt werden, hieß es.

16.41 Uhr: Viele haben es geahnt, nun ist es offiziell: Frank Asbeck, Chef des Solarunternehmens Solarworld Börsen-Chart zeigen, hat kein Interesse mehr an einer Übernahme des angeschlagenen Autobauers Opel. "Das Angebot stand im Herbst. Jetzt haben sich die Bedingungen erheblich verändert. Ich stehe nicht mehr als Käufer bereit", zitierte die "Welt" den Solarworld-Chef.

Kein Interesse mehr an Opel: Solarworld-Chef Asbeck
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Kein Interesse mehr an Opel: Solarworld-Chef Asbeck
Asbeck wollte Opel für einen Euro kaufen und dann mit Staatshilfen in einen grünen Autokonzern umbauen. Zudem wollte die deutlich kleinere und branchenfremde Bonner Firma von der Opel-Mutter General Motors Börsen-Chart zeigeneine "Mitgift" von einer Milliarden Euro. Opel beschäftigt in Deutschland rund 25.000 Mitarbeiter.

16.07 Uhr: Der angeschlagene US-Autobauer Ford Börsen-Chart zeigen hat sich mit der mächtigen Gewerkschaft UAW auf Lohnkürzungen geeinigt. Die Vereinbarung sieht die Streichung von Prämien, eines bezahlten Feiertages sowie die Kürzung von Zuschlägen für Überstunden vor. Zudem sollen die Pensionszahlungen neu geordnet werden. Die Vereinbarung bringt dem Autobauer nach eigenen Angaben Einsparung von mindestens 500 Millionen Dollar pro Jahr. Die durchschnittlichen Lohnkosten pro Arbeitsstunde sollen dadurch auf 55 Dollar sinken. Ausländische Autobauer zahlen in ihren US-Werken Durchschnittslöhne von 48 bis 49 Dollar. Ford hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 14,7 Milliarden Dollar angehäuft.

15.42 Uhr: Dem deutschen Maschinenbau droht wegen der Konjunkturkrise bis 2010 ein massiver Produktionseinbruch und der Verlust von Tausenden Jobs. "Wir rechnen mit einem Verlust von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland und einem Leistungsrückgang von 50 Prozent", zitierte Bild.de Armin Schmiedeberg vom Beratungsunternehmen Bain & Company.

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