Commerzbank Aufräumen in Frankfurt

Die Commerzbank sondiert offensichtlich den Bestand ihrer Beteiligungen. Ein Banksprecher bestätigte, dass das Portfolio überprüft werde. "Wir wollen uns stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren", sagte er.

Frankfurt am Main - Die Commerzbank  stellt einem Zeitungsbericht zufolge nach der Übernahme der Dresdner Bank rund 20 Beteiligungen und Randbereiche auf den Prüfstand. Der Prozess sei zu Jahresanfang angestoßen worden, meldete das "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe) vorab unter Berufung auf Finanzkreise.

Ein Commerzbank-Sprecher bestätigte, dass das Portfolio überprüft werde. "Wir wollen uns noch stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren", sagte er. "Wir schauen uns verschiedene Aktivitäten an", so der Sprecher weiter. Es gebe aber "keine Verkaufsliste".

Dem Bericht zufolge hat die Commerzbank die US-Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, Optionen für die jeweiligen Einheiten zu erarbeiten beziehungsweise den Verkauf zu sondieren. Überprüft würden nicht-strategische Bereiche, darunter auch die traditionsreiche Münchener Privatbank Reuschel & Co., die seit fast 40 Jahren mit der Dresdner Bank verbunden ist. Goldman Sachs und Reuschel lehnten dem Bericht zufolge eine Stellungnahme ab.

Dass die Commerzbank bereit ist, zügig Randbereiche abzugeben, hat sie in den vergangenen Tagen bereits unter Beweis gestellt. So kaufte eine brasilianische Investorengruppe kürzlich die Dresdner-Bank-Aktivitäten in dem südamerikanischen Land. Daneben wurde am Wochenende bekannt, dass das Geldhaus den Verkauf seines britischen Hedge-Fonds-Anbieters Comas (Commerzbank Alternative Investment Strategies) prüft.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa