Lufthansa Streik abgewendet

Im Tarifstreit um mehr Geld für die rund 16.000 Flugbegleiter der Lufthansa haben sich das Unternehmen und die Gewerkschaft UFO geeinigt. Die Gehälter werden rückwirkend zum 1. Januar um 4,2 Prozent erhöht. Damit ist der drohende Streik abgewendet.

Frankfurt am Main - Die Lufthansa  hat in letzter Minute einen Streik ihres Kabinenpersonals abgewendet. Das Unternehmen einigte sich am Dienstag nach eigenen Angaben mit den Gewerkschaften Verdi und Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) auf einen Tarifvertrag mit 14 Monaten Laufzeit. Er sieht vor, die Gehälter für die rund 16.000 Flugbegleiter rückwirkend zum 1. Januar 2009 um 4,2 Prozent zu erhöhen. Die drei untersten Lohngruppen sollen überproportionale Erhöhungen von 100 Euro erhalten.

Dazu kommen laut Lufthansa eine Ergebnisbeteiligung von bis zu 3 Prozent eines Jahresgrundgehalts für das erfolgreiche Jahr 2008 und die besonders umstrittene Teilrücknahme von Arbeitszeitverlängerungen, die 2005 zur Ergebnisverbesserung vereinbart worden waren. Der Vertrag würde bis zum 28. Februar 2010 gelten und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien der Gewerkschaften und des Konzerns. Dieser will am Mittwoch seine Bilanz für 2008 vorstellen.

Noch am Montag hatten die bei der UFO organisierten Flugbegleiter mit einer Mehrheit von 96 Prozent für einen unbefristeten Arbeitskampf gestimmt. Im Hintergrund waren die Verhandlungen aber weitergegangen. Der Streik solle bereits für Mittwoch geplant gewesen sein.

Für den Monat Februar vermeldete die Lufthansa aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise einem Einbruch im Passagier- und Frachtgeschäft. Im Vormonat ging die Zahl der Fluggäste bei dem Konzern um 9,3 Prozent auf 4,68 Millionen zurück.

Die verkaufte Flugstrecke sank um 9,8 Prozent, während die Auslastung der Maschinen um 3,3 Prozentpunkte auf 72,1 Prozent zurückging. Allerdings hatte der Februar 2008 einen Tag mehr. Noch deutlicher fiel das Minus im Frachtverkehr aus, der seit Monaten besonders unter der Konjunkturflaute leidet. Die Nachfrage sank hier um 24,5 Prozent auf 123.000 Tonnen, die Auslastung verschlechterte sich um 11,8 Prozentpunkte auf 59,5 Prozent.

Die Lufthansa will an diesem Mittwoch ihre Bilanzzahlen für das Jahr 2008 vorstellen. Trotz der Einbußen hatte sie die Prognose für das operative Geschäftsergebnis auf 1,3 Milliarden Euro erhöht. Hervorragend sei das Geschäft der neugegründeten Lufthansa Italia angelaufen, mit der ab April auch inneritalienische Ziele angeflogen werden sollen, wie die Gesellschaft berichtete. Zwei Airbus A 319 werden dafür nach Norditalien verlegt.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters