Opel Mitarbeiter zu Lohnverzicht bereit

Im Kampf um die Rettung von Opel sind Mitarbeiter im Werk Eisenach zu Lohnverzicht im "zweistelligen Prozentbereich" bereit. Unterdessen hat Opel laut Presseberichten auf Grund eines Steuersparmodells der US-Konzernmutter GM von hohen Steuerrückzahlungen in Deutschland profitiert.

Eisenach - Auf die Opel-Beschäftigten könnte ein Lohnverzicht im zweistelligen Prozentbereich zukommen. Das sagte der Eisenacher Opel-Betriebsratschef Harald Lieske der Zeitung "Thüringer Allgemeine".

Damit konkretisierte der Betriebsrat den Beitrag der Opel-Beschäftigten zu einem Sanierungsplan, über den der US-Mutterkonzern General Motors  gleichzeitig 950 Millionen Euro in Europa sparen und in Deutschland staatliche Hilfen von mindestens 3,3 Milliarden Euro erlangen will.

Sollte es zu einer Vereinbarung möglichst aller Opel-Werke über einen Lohnverzicht kommen, könnte es einen Ergänzungstarifvertrag geben, der den eigentlichen Tarifvertrag unterschreite, sagte Lieske. Es gebe Forderungen von GM nach Lohnverzicht, die er aber in der Höhe nicht näher beziffern wolle.

Steuererstattungen in zweistelliger Millionenhöhe

Der angeschlagene Autobauer Opel hat unterdessen nach Informationen der Zeitung "Die Welt" in den vergangenen Jahren in Deutschland von hohen Steuerrückzahlungen profitiert. Zwar habe die Tochter des US-Konzerns General Motors  Steuern an den deutschen Fiskus abgeführt, aber zugleich Rückzahlungen von den Finanzbehörden eingestrichen. So habe die Adam Opel GmbH im Zeitraum 2005 bis 2007 von den deutschen Finanzämtern Erstattungen in Höhe zweistelliger Millionensummen erhalten.

Seit der Umwandlung der Adam Opel AG in eine GmbH habe die Deutschland-Tochter von General Motors damit einen positiven Steuersaldo, schreibt die Zeitung.

Wie aus den Bilanzen der drei fraglichen Jahre hervorgehe, haben die Rüsselsheimer 2007 rund 18,5 Millionen Euro Einkommen- und Ertragsteuern gezahlt, 2006 waren es gerade einmal 0,96 Millionen Euro.

Eine hohe Steuerrückzahlung erhielt Opel demnach 2005: Damals seien Steuern in Höhe von 48,5 Millionen Euro zurückerstattet worden. In der Summe der vergangenen drei Jahre sei das Unternehmen ein Steuerprofiteur gewesen, zitiert die Zeitung ein ungenanntes Aufsichtsratsmitglied.

manager-magazin.de mit Material von ddp und ap

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