Opel-Sanierung Regierung schickt GM-Manager fort

Die Bundesregierung verstärkt den Druck auf das Management der Opel-Mutter General Motors. Noch immer sei unklar, wie das ehemals deutsche Unternehmen aus seinem jetzigen US-Mutterkonzern herausgelöst werden soll. Statt über Staatshilfen für Opel wird nun über die Insolvenz des Unternehmens nachgedacht.

Berlin - Die Opel-Beschäftigten müssen ausharren. Nach einem Spitzengespräch im Kanzleramt kann sich das Unternehmen keine große Hoffnung auf rasche Zusagen der Bundesregierung machen. "Wir waren uns einig, dass wir jetzt über einen Prozess sprechen, der noch Wochen dauern wird", sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nach dem Treffen.

Auch der Europa-Präsident Carl-Peter Forster des amerikanischen Opel-Mutterkonzerns General Motors  (GM) räumte nach dem Gespräch ein, dass die Herauslösung von Opel aus dem GM-Konzern noch viele Fragen aufgeworfen habe. Es gebe auch Punkte, für deren Erledigung gar die Genehmigung der US-Regierung notwendig sei.

Bundeswirtschaftsminister Guttenberg sagte deshalb der "Wirtschaftswoche", bei einem zukunftsträchtigen Geschäftsmodell könne statt der bisher favorisierten Staatshilfen "auch eine Insolvenz arbeitplatzerhaltend wirken". Die Arbeitnehmer lehnen dies jedoch ab. Die Insolvenz sei "absolut falsch, kontraproduktiv und schädlich", entgegnete Opel-Betriebsratschef Klaus. Sie würde zu einem Vertrauensverlust der Kunden führen, die Opel-Fahrzeuge dann nicht mehr kaufen wollten.

Um eine Insolvenz zu vermeiden, hat General Motors für seine Opel-Tochter in ganz Europa Staatshilfen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro beantragt. Ohne Unterstützung drohe bei dem Autobauer ab April das Geld knapp zu werden. Guttenberg zeigte sich davon aber wenig beeindruckt. "Wir werden uns nicht allein mit Drohszenarien und ohne Antworten unter Druck setzen lassen", sagte er der "Wirtschaftswoche".

Unterdessen hat der Ministerpräsident des wichtigsten Opel-Bundeslandes Hessen, Roland Koch, im "Handelsblatt" vorgeschlagen, zur Rettung des Unternehmens auf einen privaten Investor zu setzen. Dessen Engagement könnte dann womöglich staatlich verbürgt werden. Der nordrhein-westfälische Regierungschef Jürgen Rüttgers beschwerte sich in einem Brief an Forster, dass der Konzern Raum für immer neue Spekulationen über Zahlen zum Arbeitsplatzabbau und zu Werksschließungen lasse, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtete.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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