Deka-Bank Händler suspendiert

Die Finanzmarktsparte der Deka-Bank kommt nicht zur Ruhe. Der Fondsdienstleister der Sparkassen bestätigte, dass zwei Wertpapierhändler vom Dienst suspendiert worden seien. Medien berichten, die Händler hätten in die eigene Tasche gewirtschaftet. Jetzt hat eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Geschäfte entdeckt

Frankfurt am Main - Die Tageszeitung "Die Welt" hat vorab berichtet, dass sich Händler der Deka-Bank womöglich auf Kosten des Geldhauses bereichert hätten. Die Finanzjongleure hätten Geschäfte gegen die Vorschriften über Dritte abwickelten. Das habe die Deka-Bank bis zu 250.000 Euro an Maklergebühren gekostet.

Vorstandschef Franz Waas und Verwaltungsratschef Heinrich Haasis hätten nun eine Sonderprüfung durch Wirtschaftsprüfer von Deloitte angeordnet. Sie sollten die Prozesse in der Abteilung durchleuchten.

Aufgefallen waren die Transaktionen bei einer Überprüfung der Wirtschaftsprüfungsfirma PricewaterhouseCoopers. Mit ihrer Hilfe will die Deka-Bank untersuchen, wie es zu Vorgängen kommen konnte, die sie in der vergangenen Woche zwangen, ihr Ergebnis um fast 100 Millionen Euro nach unten zu korrigieren.

Die Bundesbank hatte eine Umklassifizierung von Wertpapieren gefordert, die mit dem - inzwischen gesunkenen - Marktpreis zu bewerten seien statt mit den Anschaffungskosten. Die Deka-Bank wollte dazu zu Marktpreisen bewertete Wertpapiere verkaufen und andere kaufen, bei denen die Kursschwankungen keine Rolle für den Bilanzansatz spielten.

Die Bundesbank vermutete aber, dass die Händler nach einer Vereinbarung mit den Käufern tatsächlich die gleichen Papiere zurückgekauft hätten und die Bank sie nur anders verbucht habe. Auf solche illegalen Absprachen gebe es aber derzeit keine Hinweise, hieß es in Finanzkreisen.

Ergebnisse der Untersuchungen von Deloitte sollen Mitte des Monats vorliegen. Dann würde Konsequenzen "ohne Ansehen von Rang und Namen" geprüft, hieß es in den Kreisen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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